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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 46/2014

(c) Pester Lloyd / 46 – 2014 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Änderung von Arbeitsverträgen: Arbeiter von Bosch demonstrieren vor Werk in Ungarn

12.11.2014 · Nachrichten

Änderung von Arbeitsverträgen: Arbeiter von Bosch demonstrieren vor Werk in Miskolc

Die Gewerkschaftskonföderation LIGA hat vor den Toren des Miskolcer Werkes des deutschen Konzerns Bosch am Dienstag eine Demonstration abgehalten. Grund dafür ist die seit über einem Jahr laufende Umwandlung von Langzeit- und Dauerarbeitsverträgen in befristete Arbeitsverträge und / oder Kurzarbeit plus entsprechende Überstundenregelungen. Die Arbeiter fühlen sich, so die Gewerkschaft, in diesem Zusammenhang nicht wert geschätzt und erpresst, man hätte sie vor die Alternative gestellt, die neuen Verträge anzunehmen oder Kündigungen hinzunehmen. Nun fürchte man erst Recht jederzeit seine Jobs zu verlieren, so die Gewerkschaft.

Auch die Art und Weise der Kommunikation mit den Arbeitnehmervertretern seitens der Firmenleitung wurde kritisiert. Bosch macht dabei nur von dem neuen, unter Orbán geschaffenen, unternehmerfreundlichen Arbeitsrecht Gebrauch. Die Betriebsleitung hat es aufgrund der strukturellen und politischen Zersplitterung der Gewerkschaften auch leicht, die verschiedenen Gruppen gegeneinander auszuspielen, zumal die meisten Mitarbeiter gar nicht durch Gewerkschaften repräsentiert sind. LIGA, die als orbánnah gilt und eine konkurriende Metallgewerkschaft fordern nun die Neuverhandlung eines Kollektivvertrages, die SPD-nahe Friedrich Ebert Stiftung versucht sich durch eine Arbeitgeber-Arbeitnehmerkonferenz, die in Kürze stattfinden soll, vermittelnd in den Konflikt einzubringen. Bis zu einer Einigung sind weitere Kundgebungen geplant. Mehr zum Thema:

Gewerkschaften in Ungarn: Ja, gibts denn die noch?

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Ungarisches Unternehmen stellt Teile für AKW in Weißrussland her

12.11.2014 · Nachrichten

Ganz Rosatom: Ungarn stellt Teile für AKW in Weißrussland her

Wie aus einer Meldung der amtlichen weißrussischen Nachrichtenagentur BelTA hervorgeht, wird das in Ungarn angesiedelte Unternehmen Ganz EEG, im Eigentum der staatlichen Rosatom-Tochter OAO Atomernergomasch, Ausrüstungsteile für ein neues Kernkraftwerk in Weißrussland produzieren. Das Unternehmen soll acht schwere Umlaufpumpen für das Kühlsystem fertigen. Die riesigen Anlagen sind das Kernstück der Kühlsysteme in den Reaktor- wie in den Abklingbecken und von außerordenlicher Sensibilität für die Reaktorsicherheit. Bereits in den vergangenen zwei Jahren lieferte Ganz EEG 18 solcher Pumpen für das Rosatom-Kraftwerk in Rostow am Don, seit 1980 stecken Ganz-Pumpen und Turbinen in vielen osteuropäischen Atomkraftwerken.Ganz EEG stellt neben den Pumpen auch Turbinen und andere Zubehörteile für den Reaktorkreislauf her sowie Equipment für die Öl- und Gasförderindustrie. Seit 2008 gehört das Unternehmen der Rosatom-Tochter.

Der jetzige Auftrag kann im Zusammenhang mit der Auftragserteilung für zwei neue Reaktoren am ungarischen AKW Paks im Gesamtwert von ca. 13 Milliarden Euro gesehen werden.

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Zentrale Behörde soll Ausschreibungen für Krankenhäuser in Ungarn steuern

12.11.2014 · Nachrichten

Eine neue staatliche Behörde soll ab erstem Quartal 2015 sämtliche Schulden der im Zuge der Kommunalreform verstaatlichten Krankenhäuser zentral verwalten, dabei aber gleichzeitig auch die Hoheit über die Finanzplanung und die Beschaffung der Hospitäler übernehmen. Gesundheitsstaatssekretär Gábor Zombor kündigte an, dass das AEEK (Staatliches Gesundheitsförderungszentrum) alle Immobilienfragen der Krankenhäuser managen wird sowie die notwendigen Ausschreibungen vor allem im Bereich Catering, Reinigung und Sicherheitsdienste vornehmen wird. Das Ministerium spricht von kostensparenden Synergieeffekten, die Opposition fürchtet hingegen ein neues Verteilerzentrum für lukrative Aufträge an „befreundete“ Unternehmen. Mehr Aktuelles zu den Plänen im Gesundheitswesen hier.

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Der "vergessene" Sektor: Ungarns Sozialarbeiter drohen mit landesweiten Streiks

12.11.2014 · Nachrichten

Foto: www.nol.hu Alle Jahre wieder protestieren zaghaft eine handvoll Sozialarbeiter und Mitarbeiter von Sozialberufen für höhere Löhne, doch nichts ändert sich. Am Mittwoch versammelten sich wieder rund eintausend von ihnen am “Tag der Sozialarbeit” vor dem zuständigen „Human Ressources“ Ministerium in Budapest und anschließend vor dem Parlament, das auch Sitz des Ministerpräsidenten ist. Einem seiner Vertreter überreichten die Demonstranten eine Petition, die dringendst eine Gehaltsanhebung ab Januar 2015 und einen verlässlichen Kollektivvertrag ab 2016 fordert.

Es könne nicht sein, dass die Mitarbeiter des Sozialsektors bei den Gehaltsanpassungen einfach übergangen werden. Militär- und Polizei, Lehrer, sogar das Gesundheitswesen wurde bedacht, doch diejenigen, die sich um die Ärmsten und Isoliertesten der Gesellschaft kümmern, seien es Alte, Waise, Drogenabhängige, Obdachlose, werden einfach links liegen gelassen. „Die meisten Beschäftigten im sozialen Sektor erhalten gerade den gesetzlichen Mindestlohn (netto rund 230 EUR monatlich), wovon sie nicht leben können“, klagt Júlia Leksz Tóth von einer Sozialarbeitergewerkschaft.

Sollten ihre Forderungen nicht erfüllt werden und die Regierung weiter jeden Dialog ausschlagen, sind „wir auch zu einem landesweiten Streik“ bereit. Nach Berechnungen von László Kiss, Chef der „Unabhängigen Gewerkschaft der Sozial- und Gesundheitsarbeiter) braucht es rund 30 Mrd. Forint für eine Gehaltsanhebung (also ca. 100 Mio. EUR), die man im kommenden Budget reservieren sollte. red.

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