Washington. US-Präsident Donald Trump hat das Verteidigungsministerium angewiesen, die gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea deutlich zu reduzieren. Ungeachtet dessen begannen die bereits vereinbarten Übungen am Montag planmäßig. Dabei handelt es sich um das jährliche „Ulchi Freedom Shield“, das für den 17. bis 27. August geplant ist. Trump äußerte auf seiner Onlineplattform Truth Social, dass die Manöver teuer seien und ein völlig unangemessenes und feindseliges Signal an Nordkorea senden würden, das sich während seiner Präsidentschaft respektvoll und nicht bedrohlich verhalten habe.
Nach Angaben der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap werden in diesem Jahr 14 Feldübungen abgehalten, drei weniger als im vergangenen Jahr. Diese Entscheidung geht laut Yonhap auch auf Bemühungen des südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung zurück, der eine diplomatische Annäherung mit Nordkorea anstrebt. An den Übungen sollen rund 18.000 südkoreanische Soldaten teilnehmen, wobei sich der Schwerpunkt in den vergangenen Jahren von echten Schießübungen auf Computersimulationen von Raketen- und Cyberangriffen verlagert hat.
Trump kritisierte zudem die Haltung Südkoreas im Krieg der USA und Israels mit dem Iran. Er berichtete, dass der südkoreanische Präsident auf die Frage nach einer Beteiligung an einer Denuklearisierung des Iran mit „Nein, danke“ geantwortet habe. Aus Südkorea gibt es dazu bisher keine Stellungnahme. Laut ORF-Einschätzung dürfte Trumps Entscheidung die Verunsicherung unter den US-Verbündeten im pazifischen Raum weiter verstärken.
Die Regierung in Pjöngjang verurteilt die amerikanisch-südkoreanischen Manöver regelmäßig als Vorbereitung beziehungsweise Generalproben für eine Invasion. Kim bezeichnet Südkorea als „Hauptfeind“ und droht dem Nachbarland immer wieder mit militärischer Gewalt. Erst kürzlich hat Nordkorea nach Angaben des US-Generals Joseph Jarrard erfolgreich Interkontinentalraketen getestet, die seiner Einschätzung zufolge ausreichend Schubkraft haben, um einen nuklearen Sprengkopf an jeden Ort in Nordamerika zu befördern. Zudem feuerte Nordkorea nach Angaben der südkoreanischen und japanischen Streitkräfte vergangene Woche eine ballistische Rakete in Richtung des Japanischen Meeres ab.
Die USA sind der wichtigste militärische Verbündete Südkoreas. Rund 28.500 US-Soldaten sind dort stationiert.
Quellen: ORF, DW, Politico
Photo: Pester Lloyd (Grafik)
Unser monatlicher Nachrichtenspiegel: die wichtigsten Meldungen aus Ungarn und Mitteleuropa, einmal im Monat per E-Mail. Kostenlos, kein Spam, jederzeit abbestellbar.
Nachrichtenspiegel kostenlos abonnieren





