Kinshasa. In der Demokratischen Republik Kongo hat der aktuelle Ebola-Ausbruch nach Angaben örtlicher Gesundheitsbehörden mit 2325 Todesfällen die höchste Todeszahl in der Geschichte des Landes erreicht (Stand: 17.08.2026). Damit übersteigt die Zahl der Opfer die Bilanz des bisher schwersten Ausbruchs im Land zwischen 2018 und 2020, durch den knapp 2300 Menschen starben. Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnte vor einer außergewöhnlich schnellen Ausbreitung des Virus.
Nach Angaben der Deutschen Welle wird der aktuelle Ausbruch von der seltenen Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus verursacht, gegen die es bislang weder einen zugelassenen spezifischen Impfstoff noch eine spezielle Behandlung gibt. Seit Anfang Juli werden zwei antivirale Therapieverfahren klinisch getestet. Die Gesundheitsinfrastruktur im Ostkongo ist schwach, Verkehrswege sind schlecht ausgebaut und große Teile der Bevölkerung leben in Armut.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO rief den internationalen Gesundheitsnotstand aus und warnte vor einer außergewöhnlich schnellen Ausbreitung. Nach Berechnungen des UN-Büros für humanitäre Angelegenheiten OCHA stirbt derzeit in der Demokratischen Republik Kongo im Durchschnitt alle 30 Minuten ein Mensch an Ebola.
Der aktuelle Ausbruch wurde Mitte Mai bekannt, vermutlich begann er jedoch bereits drei bis vier Monate zuvor und blieb zunächst unentdeckt. Mehrere Provinzen sind im von jahrzehntelanger Gewalt geprägten Osten des Landes betroffen, besonders schwer die Provinz Ituri. Nach Darstellung der Deutschen Welle erschweren die schwierigen Bedingungen im Ostkongo – darunter eine schwache Gesundheitsinfrastruktur, schlecht ausgebaute Verkehrswege, weit verbreitete Armut sowie die Präsenz zahlreicher bewaffneter Gruppen und Milizen – die Bekämpfung des Ausbruchs.
Insgesamt sind in Afrika in den vergangenen 50 Jahren mehr als 15.000 Menschen an den Folgen einer Ebola-Infektion gestorben. Noch verheerender war nach DW-Angaben lediglich die große Ebola-Epidemie in Westafrika zwischen 2014 und 2016, bei der in Guinea, Liberia und Sierra Leone mehr als 28.000 Fälle registriert und rund 11.300 Menschen starben.
Quellen: DW
Photo: BernbaumJG / Wikimedia Commons (CC BY 4.0)
Unser monatlicher Nachrichtenspiegel: die wichtigsten Meldungen aus Ungarn und Mitteleuropa, einmal im Monat per E-Mail. Kostenlos, kein Spam, jederzeit abbestellbar.
Nachrichtenspiegel kostenlos abonnieren





