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Das Milliardengrab – Wer baut Budapests Metro fertig?

(c) Pester Lloyd / 16 – 2009 BUDAPEST 15.04.2009

Wer baut die Budapester U-Bahn fertig?

Das Unternehmen, dass Budapest eine neue, vierte U-Bahnlinie die Metro 4, errichten sollte, hat am Dienstag die Arbeiten komplett eingestellt, was als Einstieg in den Ausstieg aus dem Projekt gewertet wird. Damit machte die Firma Bamco eine seit langem im Raum stehende Drohung wahr, der Streit mit der Stadt und den Nahverkehrsbetrieben (BKV) erreicht seinen Höhepunkt.

In einem Schreiben begründete das Unternehmen seinen radikalen Schritt damit, dass man „keine Garantien erkenne, dass Budapest in der Lage sei, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.“ Die Stadt habe noch kein bestätigtes Budget unter die Kreditwürdigkeit der Hauptstadt sei zu dem von diversen Ratingagenturen herabgestuft worden. Eine letzte Aufforderung an die BKV, die anstehenden Zahlungen nachzuweisen, blieb ungehört. BKV meint, man sei „in time“ und halte alle Fristen und Klauseln ein. Bamco zog nun die Notbremse bevor man mit den schwierigen Donauuntertunnelungsarbeiten begonnen habe, um bei einem späteren Abbruch keine baulichen Risiken einzugehen.

U-Bahn-Tunnel der M4 am Móricz Zsigmónd Platz Seit Monaten streiten sich Auftragnehmer und -geber um Bau- bzw. Zahlungsverzögerungen, Zulagen wegen unvorhersehbarer Erschwernisse bzw. dem Vorwurf der Geldschinderei. Das Unternehmen fordert insgesamt bis zu 115 Mio EUR extra für verschiedenen Zusatzaufwand und stellte der BKV ein Ultimatum zuerst bis 17.3., dann bis 12.4. Gleichzeitig verwies man auf häufige Vertragsverletzungen seit 2006, die Atmosphäre zwischen den Verhandlern ist vergiftet. Die Stadt hingegen verweist darauf, dass man alle zweimonatig fälligen Zahlungen eingehalten hat, in soweit die Leistung entsprechend erbracht wurde. Abzüge habe es nur gegeben, wenn Qualitätsmängel festgestellt wurden.

Die seit 2004 in Bau befindliche U4 (Planungen reichen tatsächlich bis ins Jahr 1972 n.Chr. zurück) soll den Budaer Stadtteil Kelenföld (direkt an der Autobahn gelegen und mit Fernzuganschluss) und Rákospalota im Osten von Pest verbinden, am Ostbahnhof (Keleti) entsteht ein großer Umsteigebahnhof. Die Strecke wird knapp 8 km umfassen, auf ihr sollen die ersten fahrerlosen Züge mit bis zu 80kmh eingesetzt werden. Den Auftrag dazu erhielt Siemens, das Volumen, nur für die Züge, beträgt über 100 Mio EUR, das Gesamtprojekt kostet Milliarden, die momentan in Budapester Erde ruhen.

Chronik aus dem Untergrund – Zu Geschichte und Gegenwart der Budapester U-Bahn

Offizielle Webseite der M4

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