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Der Büromarkt in Budapest wird überschwemmt

(c) Pester Lloyd / 34 – 2009 WIRTSCHAFT 17.08.2009

17.08.09 _______________________________________________________

Abbrechen? Unvorstellbar.

Der Büromarkt in Budapest wird überschwemmt

Der Leerstand bei Büroimmobilien hält sich in Budapest mit (offiziell verlauteten) 15% noch halbwegs in Grenzen, die vorerst erträglich scheinen. Doch schon bei den Preisen in den einzelnen Kategorien bröckelt es heftig. Nicht gerade beruhigend für die Marktplayer kommt da die Nachricht, dass in den nächsten drei Jahren nochmals geschätzte 1,8 Millionen (!) Quadratmeter, fast das doppelte der vorhandenen Büroflächen dazukommt.

Der Markt ist, allen Beteuerungen der Entwickler und Vermarkter zum Trotz, längst zu einem reinen Mietermarkt geworden, der mehr oder weniger selbst den Preis bestimmen kann, wenn er nur solvent ist und sich langfristig einzumieten gedenkt. Nicht gerade beruhigend für die Marktplayer kommt da die Nachricht, dass in den nächsten drei Jahren nochmals geschätzte 1,8 Millionen (!) Quadratmeter an Büroflächen (die sich nach internationalen Standards klassifizieren lassen) dazukommen. Damit würden die derzeitigen Flächen von ca. 2 Mio qm fast verdoppelt.

Vielleicht hätte einer auch gereicht? Drillingstürme am Álkotás tér in Budapest Wer soll das mieten?

Schuld ist die mangelnde Vorraussicht der Branche, eine Schuld, die aber praktisch alle Wirtschaftszweige trifft. Gerade im Büroimmobilienbereich spielte sich in den zwei Jahren vor der Krise und noch bis in den Herbst eine regelrechte Hausse ab, die sich nun zu einer gewaltigen Blase entwickelt. Die Argumentation, dass insgesamt und auf lange Sicht ohnehin noch einiger Nachholbedarf in Budapest besteht, ist qualitativ richtig, quantitativ aber derzeit nicht belastbar. Aber was macht ein Projektentwickler, wenn er das Grundstück und die Genehmigungen erworben hat, die Finanzierung aufgestellt ist und das Fundament ausgehoben. Abbrechen? Unvorstellbar. Die Banken warten nicht mehr und die Rückbaukosten wären fast so hoch wie die Errichtungskosten. Also wird weitergebaut und alle, wirklich alle hoffen auf bessere Zeiten.

Der weltgrößte Immobilienberater DTZ sieht derzeit in Budapest 485.000 qm Büroflächen an 37 Standorten im Bau, weitere rund 1,3 Mio sind in der Planungsphase und sollen bis 2012 auf dem Markt sein. Bis dahin wird es in Budapest, nach den Daten von DTZ rund 110 neue Bürohäuser bzw. -anbauten geben. Die meisten davon widmen sich Bezirken, die nicht unmittelbar als Zentrum gelten, viele davon in Südpest und am äußeren Ring. Wenn die mit entsprechendem Vermietungsdruck auf den Markt drängen, kann es auch schnell für etablierte Vermieter im Zentrum eng werden.

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