(c) Pester Lloyd / 22 – 2010 NACHRICHTEN 01.06.2010

Ungarisches
Während die neue Regierung ihre Amtsgeschäfte übernimmt, vollzieht sich die Machtübernahme des Fidesz auch im Internet, dort jedoch offensichtlich nicht ganz so reibungslos wie in den Ministerien. Auf etlichen Seiten der Ministerien wurde heute eine Art Baustellenhinweis sichtbar (Abb. 1), so auf den Seiten des Außen- wie Verteidigungsministeriums.
Darauf heißt es: „Die neue Regierung will auch die amtlichen Webseiten in Ordnung bringen. Die vorgefundene Situation können wir nur als Ungarn unwürdig bezeichnen: den ministeriellen Seiten fehlt jede einheitliche inhaltliche wie gestalterische Struktur und die meisten Seiten sind veraltet. Wir haben derzeit 443 Webadressen übernommen, von denen nur 125 überhaupt irgendwelche Inhalte anzeigen. Wir werden jede einzelne überprüfen, auch darauf, ob sie überhaupt gebraucht wird oder in welcher Form sie umzugestalten ist.“ Ein Team von rund einem Dutzend Spezialisten macht sich nun an die Arbeit, man schätzt, dass sie rund ein Jahr gut zu tun haben werden, um alles auf einen präsentablen Stand zu bringen, die Kosten dafür werden auf ca. 3,6 Mio EUR veranschlagt.
Überschrieben wurde die zweisprachige Mitteilung mit einem großen „OMG“, in der Chatsprache Kürzel für „Oh my god“, was wohl witzig und zeitgemäß sein soll. Die Kritik an den Webauftritten des offiziellen Ungarn, können Journalisten nur aus vollstem Herzen unterschreiben. Einzig die Webseite des Ministerpräsidenten Orbán war am Tag seiner Amtsübernahme bereits vollständig „relaunched“ (Abb.2). Sattes dunkelgrün, viel Nationalfarben, Husaren und ein omnipräsenter Viktor Orbán stimmten die User sogleich auf das Kommende ein.
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