(c) Pester Lloyd / 24 – 2010 WIRTSCHAFT 19.06.2010

Sonnenenergie im Schatten
Fehlender Wille und Bürokratie sind in Ungarn die größten Feinde der Solarenergie
Die aus Sonnenkraft erzeugte Strommenge verdoppelt sich jährlich, durch Photovoltaic werden weltweit zigtausende Arbeitsplätze geschaffen, die sinkende Abhängigkeit von herkömmlichen Ressourcen und Importen erhöht die Energiesicherheit, nicht nur nebenbei wird die Umwelt massiv geschützt. Wann wird auch Ungarn diese Potentiale endlich nutzen?
Anfang Juni fand in München wieder die Messe Intersolar statt, in deren Umfeld die „Intersolar Europe Conference“, Nachfolger des Photovoltaic Industrie Forum abgehalten wurde. Hier wurden wieder die hohen ökonomischen wie energiepolitischen Potentiale der Sonnenenergie beschworen, sowohl bei der Schaffung von Arbeitsplätzen durch neue Technologien wie auch durch die Verringerung der Abhängigkeit von teuren Ressourcen sowie politischen Einflüssen. Die großen Antreiber der Entwicklung, das wurde auf der zweitägigen Konferenz klar, sind in den nächsten Jahren die riesigen Schwellenländer Indien und China, wovon vor allem die Technologiespitzenreiter wie Deutschland und Spanien und andere europäische Länder profitieren. Diese sehen auch auf ihren Heimmatmärkten durchgängiges Wachstum gegeben, obwohl sie zu Jahresende eine Reduzierung der Einspeisezuschüsse von 11-16% zu verkraften haben. Kanada könnte, aufgrund erhöhter Zuschüsse bald zu den neuen Solar-Aufsteigern gehören und mit Deutschland, Indien, China und der Tschechischen Republik mithalten.
Um sich der anhaltend wachsenden Bedeutung der Solarenergie bewusst zu werden, sollte man sich vor Augen führen, dass die weltweit vorhande Kapazität aus Pholtovatic-Technologie, allein im Jahre 2010 mehr als verdoppelt wird. Dieser rasante Anstieg führt zu einer schnellen Effizienzsteigerung und Kostenreduzierung für Technologie und Zubehör. In einem freundlichen und geförderten Umfeld gelang allein in Deutschland eine 25%ige Kostenreduzierung, so dass sowohl die Marktpreise für Abnehmer gesenkt werden konnte als auch die Installation für kleinere Anlagen lohnender wird wie auch die Reduzierung der Einspeisungssubevntionen verkraftbar wurde. Mehr als 200.000 Jobs wurden allein in Deutschland in den Branchen der Erneuerbaren Energien geschaffen, bis 2020 sollen dort jährlich 40 TWh Solarenergie erzeugt werden.
Damit Ungarns Energiemix und die Gesamtwirtschaft von diesem anhaltenden Solar-Boom profitieren kann, muss sich einiges ändern. Es muss zuerst Schluss sein, nur blumige Worte zu produzieren. Die Politik der Entscheidungsträger muss sich klar in erzeugte Kilowattstunden Solarenergie umrechnen lassen. Größtes Hemmniss ist, neben dem allgemeinen fördernden Gesetzesrahmen als Ausdruck des politischen Willens, nach wie vor die ausufernde und fast unbeherrschbare Bürokratie, die Investoren und Kunden schier unüberwindbare Hürden auferlegt. Ungarn bleibt dadurch weit hinter seinen Möglichkeiten und den Entwicklungen in vergleichbaren Ländern zurück. Die alleinige Konzentration auf die herkömmlichen Erzeuger und der Ausbau des Atomkraftwerks sind keine zukunftsweisende Alternativen mehr. Dabei stehen eine Vielzahl kleinerer und mittlerer Betriebe der Solarenergie längst gut vorbereitet bereit. István Jankovits
Der Autor, István Jankovits (Foto), ist Ökonom und Geschäftsführer der PV Solar Consult, die sich mit der Beratung und Schulung von Kommunen und Firmen sowie der Vermittlung im Solargeschäft befasst. Das Unternehmen steht Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen in ganz Ostmitteleuropa auch zur Implementierung von Förder- und Finanzierungsprogrammen im PV-Sektor zur Verfügung. Kontakt: +36203165123.
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