(c) Pester Lloyd / 05 – 2013 WIRTSCHAFT 28.01.2013
PR-Show: Ungarn zahlt IWF-Kreditrate vorzeitig zurück, Forint sinkt weiter Die ungarische Regierung gab am Freitag bekannt, dass sie eine Tranche von rund 607 Mio. EUR des 2008er IWF-Kredites rund drei Wochen vor Fristablauf begleichen konnte. Dies sei "ein Zeichen der Stabilität" an die Investoren "in aller Welt" rühmte Nationalwirtschaftsminister Matolcsy die Maßnahme. Das hielt "die Welt" jedoch nicht davon ab, den Kurs des Forint am selben Freitag von ca. 294 auf unter 298 zum Euro zu schicken (am Freitagabend dann bei 297.6 konsolidiert)
Medien und „Analysten“ waren sich einig, dass es sich bei der Aktion um eine ziemlich durchsichtige PR-Show der Orbán-Regierung handelte, die ledigilich demonstrieren soll, dass man die IWF-Milliarden weder will, noch braucht. Allerdings sind noch drei Raten fällig, im März 2014, also pünktlich zu den Wahlen wird man den 2008 eingerichteten Rettungskredit von 20 Mrd. (15,5 Mrd. wurde abgerufen) in Gänze los sein, bis 2016 dann auch die zusätzlichen zwei EU-Milliarden.
Früher möglich war die Rückzahlung aber nicht wegen eines plötzlich ausgebrochenen Wohlstandsüberschusses, sondern, weil Ungarn im November 2012 und Januar 2013 mit Anleihen im Wert von rund 1 Mrd. Euro am Devisenanleihemarkt deutlich mehr aufnehmen konnte als zunächst vermutet. Allerdings ist dieses Geld deutlich teurer als die IWF-Hilfsgelder, die mit 2% verzinst sind, während die Anleihezinsen der „Premium Euro Hungarian Government Securities“ im Schnitt leicht über 6% p.a. notieren. Dass Orbán aus politischen Gründen auf neues IWF-Geld verzichtet, kostet sein Land also bares Geld, was die frühzeitige Rückzahlung letztlich zur reinen Farce macht.
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