(c) Pester Lloyd / 13 – 2013 NACHRICHTEN 29.03.2013
Das ungarische Bauunternehmen KÉSZ Építő és Szerelő Zrt. hat den Zuschlag für den umfangreichen Umbau des Platzes vor dem Parlament, Kossuth tér, bis hin zur Uferpromenade, erhalten. Der Auftrag hat einen Wert von 14,63 Milliarden Forint (48 Mio. EUR) und soll schon im März nächsten Jahres abgeschlossen sein, die „vertraglich vereinbarte Gewinnspanne“ beträgt 731,5 Mio. HUF (2,4 Mio. EUR), was natülich nur eine theoretische Angabe ist, wenn der Auftragnehmer die Aufgaben „gescheit“ abrechnet, ist natürlich deutlich mehr drin. Der Bauherr ist eine beim Parlament angesiedelte „Natioale Agentur für die Rekonstruktion des Kossuth Platzes“, geplant sind u.a. ein unterirdisches Parkhaus, ein Besucherzentrum, ein Parlamentsmuseum sowie die Neugestaltung des Platzes, der grüner werden soll (bisher vornehmlich als Parkplatz für die Abgeordneten gedacht). Hier mehr zum Totalumbau .
Dazu gab es im Vorfeld einige Kontroversen, da auch seit langem dort angesiedelte Denkmale entfernt worden sind, u.a. jenes (häufig von Nazis geschändeten) des Gründers der ersten ungarischen Republik, Graf Károlyi sowie das des „Armendichters“ Attila József. Die Opposition bezichtigte die Regierung der Geschichtsfälschung, während die sich darauf bezieht, den Platz wieder an die Optik der Vorkriegszeit anzunähern. Wiederum die Opposition ist es, die in der Schaffung großzügiger Grünanlagen einen Vorwand erkennen will, künftig Großdemos vor dem Parlament unmöglich zu machen. Auch die auftragnehmende Firma ist nicht unumstritten, zum Einen wegen einer einer schrägen Insolvenzverschleppung einer Tochtergesellschaft, die mit einer Kunstammlungsgeschichte und Off-Shore-Anekdoten im Jahre 2010 einiges bot: http://index.hu/gazdasag/magyar/2010/11/17/kesz_csod/ zum anderen wird sie aufgrund ihrer Eigentümerstruktur als eine Art Verteilerstation angesehen, die lukrative Aufträge an „familiäre“ Subunternehmer vergeben könnte.
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