Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 5/2010 (II)

(c) Pester Lloyd / 5 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

10 Mio HUF Strafe wegen Tippfehler

02.02.2010 · Wirtschaft

10 Mio HUF Strafe für ungarische OTP: wegen Tippfehler

Die staatliche ungarische Finanzmarktaufsicht PSZÁF hat die größte Bank des Landes, OTP, mit einer Strafe von 10 Millionen Forint (ca. 37.000 EUR) wegen „unfairer Marktbeeinflussung“ belegt. Ein Aktienhändler der Bank habe aufgrund eines „Tastaturfehlers“ statt 1.000, „versehentlich“ 100.000 Aktien des Energiekonzerns MOL gehandelt. Der Fehler wurde zwar rückgängig gemacht, doch, so sieht es die PSZÁF, zu langsam. Der Deal war über zwei Minuten lang im Handel sichtbar, lange genug, dass „falsche oder missverständliche Signale“ davon ausgesendet werden konnten. Die OTP müsse als Bank ausreichend technische Sicherheitsvorkehrungen treffen, um solche menschlichen Fehler nicht wirksam werden zu lassen, andernfalls komme sie ihrer kaufmännischen Sorgfaltspflicht nicht ausreichend nach, hieß es in der Begründung. Die MOL-Aktie schloss an dem betreffenden Tag mit einem Minus von 2%.

Druckversion

Schweizer bauen neues Kraftwerk in Ungarn

03.02.2010 · Wirtschaft

Einer der größten Kraftwerksbetreiber aus der Schweiz, Alpiq, will seine Kapazitäten in Ungarn in den kommenden Jahren verdoppeln. Dazu wollen die Schweizer an ihrem Standort in Csepel bei Budapest ein weiteres Großkraftwerk errichten. Die Investition in die 400 MW-Analge (zum Vergleich: die Gesamtkapzität aller Windparks in Ungarn liegt bei 220 MW) Csepel III wird rund 370 Mio. EUR betragen, die Fertigstellung soll in fünf Jahren, 2015, sein. Das bisherige Werk, Csepel II, verkaufte im Krisenjahr 2009 rund die Hälfte weniger Energie als zuvor, blieb aber weiter sehr rentabel. Durch ein Preisfixierungsabkommen mit dem Hauptabnehmer, dem ungarischen Elektrizitätswerk MVM, werden die Umsätze 2010 weiter sinken, rote Zahlen erwarten die Betreiber aber nicht. Das neue Werk wird ein kombiniertes Kohlevergasungskraftwerk (Gasturbinen) sein. Die Energieeffizienz soll bei rund 57-58% liegen, beim bisherigen Kraftwerk liegt sie knapp unter 50%.

Druckversion

Zwack Unicum mit Gewinnrückgang

03.02.2010 · Wirtschaft

Ungarns prominentester Spirituosenhersteller, Zwack Unicum, meldet die Geschäftszahlen für die ersten drei Quartale seines Geschäftsjahres (beginnt jeweils am 1. April). Danach ging der Gewinn nach Steuern von April bis Dezember 2009 um 18,8% auf 2,39 Mrd. Forint (entspr. 8,86 Mio EUR) zurück, der Vorsteuergewinn verringerte sich um 19.1% auf 3,2 Mrd. Forint. Die Nettoumsätze sanken um 14,8% auf 12,8 Mrd. Forint, die Materialkosten sanken dagegen nur um 6,6%, dennoch lag die Bruttomarge immernoch bei rund 20%. Die Umsätze eigener Produkte und Marken (u.a. Unicum, Unicum next, Pálinka, Edelpálinka, Liköre) fielen um 14,2% auf 10,7 Mrd. Forint (ca. 39,7 Mio EUR), der Umsatz mit Handelsmarken sank um 17,7% auf 2,1 Mrd. Ft. Auch wenn im dritten Geschäftsquartal der Umsatz mit 14,4% stärker sank als zuvor prognostiziert (-10%), hält das Traditionsunternehmen an der Jahresprognose von einem Vorsteuergewinn von 3 Mrd. Forint fest. Unicum befindet sich in Händen der Familien Zwack und Underberg sowie dem Konzern Diageo, ein kleiner Teil der Aktien wird an der Börse gehandelt. Hintergrund:

2009: Weniger Schnaps fürs gleiche Geld

Ein Besuch bei Zwack Unicum in Budapest

Druckversion

Banken reduzieren Auslandsverbindlichkeiten

04.02.2010 · Wirtschaft

Ungarische – Kapitalabzug?

Im Jahre 2009 haben die in Ungarn tätigen Banken ihre externen Verbindlichkeiten, die auf Fremdwährungen lauteten, um 6,8% bzw. 758 Milliarden Forint (ca. 2,78 Mrd. EUR) reduziert. Das ergibt eine Erhebung der ungarischen Nationalbank. Allerdings lauten noch immer Kredite, Anleihen und sonstige Verbindlichkeiten über 10,44 Billionen Forint bzw. 38,25 Milliarden EUR auf Fremdwährungen, was rund 30,6% der Gesamtmittel der Banken entspricht (im März 2009 waren es noch 35,7%). Der größte Teil der ausländischen Verbindlichkeiten in Ungarn tätiger Banken, besteht aus Ansprüchen der westlichen Mutterbanken, weshalb Experten auch von einem Kapitalabzug, getarnt als Schuldendienst sprechen, während mit großer Geste ein nur kleiner Teil dieser Gelder als Kapitalerhöhung an die Tochtergesellschaften zurückfließt, um Stabilität zu demonstrieren. Die Verbindlichkeiten in Fremdwährungen schossen im Herbst 2008 nach oben, als der Forint nach unten schoss.

Druckversion

18 Millionen Sonderhilfe für Bauern

04.02.2010 · Wirtschaft

in Ungarn

Die Europäische Union hat der ungarischen Regierung ein Sonderhilfsprogramm für Bauern über 5 Milliarden Forint (ca. 18,32 Mio EUR) genehmigt. Am Mittwoch kam dafür grünes Licht aus Brüssel, dass darin keine unbotmäßige Subvention sieht. Bauern, die unter den Auswirkungen der Krise besonders leiden und u.a. auch von Banken als nicht mehr kreditwürdig erachtet werden, können durch dieses Paket bis Ende des Jahres Zinszuschüsse, Bankgarantien, fast kostenlose Kredite und sogar direkte Zuschüsse beantragen. Die Hilfszahlungen dürfen nur an direkte Erzeuger in der Landwirtschaft gehen, also nicht an Verarbeiter und Zwischenhändler. Die Antragsteller müssen jedoch nachweisen, dass sie nicht schon vor dem 1. Juli 2008 in finanziellen Schwierigkeiten steckten.

Druckversion

Flüchtiger IT-Direktor der BKV verhaftet

04.02.2010 · Nachrichten

Flüchtiger IT-Direktor der Budapester Verkehrsbetriebe verhaftet

Die ungarische Polizei hat am Mittwoch einen weiteren hochrangigen Ex-Manager der Budapester Verkehrsbetriebe verhaftet, der im Verdacht steht, mit betrügerischen Mitteln Gelder aus dem Unternehmen abgezweigt zu haben. Zsolt Fuzik, der ehemalige Chef der IT-Abteilung bei der BKV war bereits seit 4. Dezember flüchtig, gegen ihn lag ein internationaler Haftbefehl vor. Der Mann war in Szeged untergetaucht, ein Hinweis aus der Bevölkerung führte zu seiner Festnahme. Die ihm vorgeworfnen Straftaten, darunter Untreue, Betrug und Korruption (Bestechlichkeit) könnten dem ehemaligen IT-Direktor bis zu 5 Jahre Haft einbringen. Am 4. Dezember, während einer Razzia der Polizei im Hauptquartier der BKV in der Budapester Akácfa Straße, wurden Verträge sichergestellt, bei denen durch „Rückflüsse“ mehrere Millionen Forint an Fuzik geflossen sein sollen. Der Vorgang steht in Zusammenhang mit der spektakulären Verhaftung der Direktoren der Rechtsabteilung vom Flughafen Budapest und BKV im Dezember. Auch die ehemalige Personalchefin und der Direktor für Straßenbahn und Busse wurden bereits verhaftet.

Hintergrund

Druckversion

Titelseite der aktuellen Pester-Lloyd-Wochenzeitung

Neu · Jeden Freitag als PDF

Der Pester Lloyd als Wochenzeitung – wie früher am Kiosk, nur digital

Ausgabe 10.–16. August 2026, 15 Seiten im großen Zeitungsformat. Darin unter anderem:

• Sziget, Tag drei – Florence, Staub und ein Ermittlungsverfahren• András Baka vereidigt – ein Präsident für den demokratischen Wiederaufbau

Zeitung ansehen – 2,50 €

In eigener Sache – Ihr Kauf unterstützt unabhängigen Journalismus ohne Paywall.

0 0 Bewertungen
Beitragsbewertung
Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
0 Kommentare
Älteste
Neueste Meistbewertet
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
© Alle Inhalte Copyright 2026 Pester Lloyd
0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x