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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 16/2010 (II)

(c) Pester Lloyd / 16 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Neuer Venture Capital Fonds in Ungarn gestartet

19.04.2010 · Nachrichten

Neuer Venture Capital Fonds in Ungarn gestartet

Die ungarische Finanzaufsicht PSZÁF genehmigte vorige Woche die Registrierung eines neuen Venture Capital Fonds in Ungarn. Der Primus III wird mit 6,2 Milliarden Forint (ca. 23,5 Mio EUR) ausgestattet sein und will sich in den nächsten drei Jahren mit dem Risikokapital an erfolgversprechenden ungarischen Kleinunternehmen beteiligen. Allein 4.34 Milliarden Forint der Fondseinlage stammen aus dem „New Hungary Venture Capital Program“ der Regierung, der Rest kommt von ausländischen institutionellen und privaten Investoren. Primus Fund investiert in die Frühenphase von innovativen Unternehmen mit Summen zwischen 50 bis 1 Milliarde Forint. Der Zuschuss aus Staatsgeldern gelangte über eine Ausschreibung in den Topf, die Nationale Entwicklungsagentur will so insgesamt 45 Milliarden Forint (ca. 170 Mio EUR) für KMU platzieren, zwei Drittel der Mittel stammen von der EU.

Genehmigungspflicht bei Notversteigerungen von Immobilien in Ungarn

19.04.2010 · Nachrichten

Genehmigungspflicht bei Notversteigerungen von Immobilien in Ungarn

Kreditanbieter, also vor allem Banken, müssen in Zukunft die Genehmigung der staatlichen Finanzaufsicht PSZÁF einholen, bevor sie Häuser oder Wohnungen von Kunden notversteigern können. Die Kontrollbehörde will damit nicht nur sicher stellen, dass alle Möglichkeiten der Rettung des Kredites mit dem Kunden sachgerecht und gemäß des „freiwilligen“ Ethikcodex´ abgearbeitet wurden, sondern will auch dafür sorgen, dass der Vorgang einer Zwangsversteigerung transparent und möglichst günstig von statten geht, so dass durch die Erlöse möglichst viel von der Hauptschuld des Schuldners abgetragen werden kann. Die Genehmigungspflicht gilt nicht bei der gerichtlich angeordneten Zwangsversteigerung, wohl aber bei der sogenannten freiwilligen Versteigerung. Nach einer neuen Regierungsverordnung müssen solche Versteigerungen zukünftig über die Webseite der APEH (Finanzamt) abgewickelt werden und der Zuschlagspreis darf nicht mehr als 30% unter dem Verkehrswert liegen.

20% ungarisches Ackerland in ausländischen Händen

21.04.2010 · Wirtschaft

20% ungarisches Ackerland in ausländischen Händen

Wie gemeldet, hat bereits die bisherige ungarische Regierung bei der EU eine Verlängerung des Moratoriums über den Landkauf für Ausländer beantragt. Das nationalkonservative Fidesz hat zudem angekündigt, dass es mit ihm auch keine Aufhebung des Verkaufsverbots für landwirtschaftliche Nutzflächen geben wird, „egal was Brüssel entscheidet“, wie der künftige Ministerpräsident, Viktor Orbán, sich ausdrückte.

Um die Argumente des „Raubbaus“ an ungarischer Erde zu unterstützen, veröffentlichte die Hauspostille des Fidesz, die Tageszeitung „Magyar Nemzet“ heute die Zahl von mindestens 20% an Land, dass sich bereits in ausländischer Hand befinden soll. Nach Befragungen von Bauern, Landwirtschaftsexperten und Rechtsanwälten, haben Ausländer bereits vor Jahren große Flächen Land, vor allem im Grenzgebiet zu Österreich aber auch im Süden, gekauft, damals über in Ungarn registrierte Unternehmen. Als das nicht mehr so einfach möglich war, setzten viele ausländische Farmer Strohmänner ein oder schlossen mit den Grundeigentümer langfristige Pachtverträge ab, die sie zu „Quasi-Eigentümer“ machen, so „Magyar Nemzet“. Andere ließen sich Land „schenken“, was ihnen zumindest Vorkaufsrechte einräumt. Ein Hektar Ackerfläche kostet in Ungarn derzeit rund 2.500 EUR, während die Durchschnittspreise in Deutschland bei um die 12.000, in Holland sogar um 24.000 EUR liegen.

Deutsch-slowakisches Symposium zum Thema Biomasse in Bratislava

21.04.2010 · Wirtschaft

Deutsch-slowakisches Symposium zum Thema Biomasse in Bratislava

Am 27. April 2010 organisiert die Deutsch-Slowakische Industrie- und Handelskammer in Bratislava ein Symposium zum Thema Biomasse. Branchenexperten aus Deutschland und der Slowakei werden über Nutzungs- und Förderbedingungen der Biomasse referieren. Über die technologischen Möglichkeiten informieren deutsche Unternehmen, die sich im Rahmen eines Geschäftsreiseprogramms auf dem Symposium vorstellen werden. Im Anschluss führen diese Firmen Kooperationsgespräche mit potenziellen slowaksichen Partnern. Dieses Projekt wird im Rahmen der Exportinitiative Erneuerbare Energien durchgeführt. Das Seminar wird simultan gedolmetscht.

Weitere Informationen und Anmeldebedingungen

1 Milliarde mehr EU-Fördermittel für Tschechien, Slowakei und Polen

21.04.2010 · Wirtschaft

1 Milliarde mehr EU-Fördermittel für Tschechien, Slowakei und Polen

Die Europäische Kommission hat dieser Tage eine Aufstockung der Strukturfonds für die mittelosteuropäischen Läner im Rahmen des Finanzplanes 2007-2013 beschlossen. Man will damit dem „höher als erwartet ausgefallenen Wachstum“ Rechnung tragen. Insgesamt stehen für Tschechien, die Slowakei und Polen eine Milliarde Euro mehr zur Verfügung. Für Polen stehen somit 633 Mio EUR mehr zum Abruf für Projekte bereit, für Tschechien 237 Mio EUR, die Slowakei 138 Mio EUR. Ungarn profitiert von dieser Aufstockung vorerst nicht, obwohl das Land beim Abrufen der Fördersummen ganz weit oben steht. Die Wachstumsprognosen für das Land sehen einfach nicht gut genug aus als dass die Kofinanzierung durch den Staat für mehr Projekte als derzeit wahrscheinlich scheint. Die drei Länder wiesen, so die EU-Kommission in den Jahren 2007-2009 ein Durchschnittswachstum von über 5% aus, Polen übertraf die Erwartungen sogar um mehr als 8%.

Antiquitäten- und Kunstfestival rund um die Falk Miksa Straße in Budapest

21.04.2010 · Budapest

Antiquitäten- und Kunstfestival rund um die Falk Miksa Straße in Budapest

Am 24. April findet bereits zum achten Male das „Falk Art Forum Festival“ statt. Ein Antiquitäten- und Kunststraßenfest, bei dem sich die vielen Händler und Galeristen des Antiquitätenviertels in der Falk Miksa Straße des V. Bezirkes in Budapest der Öffentlichkeit präsentieren. Der Name der Straße geht übrigens auf Max Falk (1828-1907) zurück, Vertrauter und Ungarischlehrer von Königin Elisabeth und fast vierzig Jahre Chefredakteur des Pester Lloyd. Angeboten werden Sonderführungen (z.B. auch in englischer Sprache), verlängerte Öffnungszeiten, spektakuläre Vernissagen, kulinarische Genüsse. Das Viertel zwischen Parlament und Margaretenbrücke ist schon seit Jahren der Hot Spot für antikes Mobiliar, Nippes, aber auch hochwertige Kunst alter und zeitgenössischer Provinienz. In englischer Sprache werden verschiedene Spezialtouren angeboten.

So startet um 16 Uhr eine Führung „Auf den Geheimnissen der Steine“, bei dem auf architektonische Besonderheiten des Secessions-Viertels aufmerksam gemacht wird. Um halb sechs stellt die Wohungsgalerie Müller Art Deco Objekte und Malerei vor, um 19 Uhr gibt es eine allgemeine Führung zu Möbel- und Kunstanbietern um halb neun geht es auf Entedeckungsreise zu seltenen und selten kuriosen Objekten. Der Preis für eine der genannten Führungen beträgt 2010 Forint pro Person. Anfragen und Vorbestellungen können unter [email protected] getätigt werden.

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