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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 16/2010

(c) Pester Lloyd / 16 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Schlechtes Jahr für Bierbrauer in Ungarn

19.04.2010 · Nachrichten

Schlechtes Jahr für Bierbrauer in Ungarn

Auch 2009 war, trotz Krise, kein gutes Jahr für die ungarischen Brauereien. Die Branchenvereinigung meldet in ihrem Jahresbericht einen Rückgang der Verkäufe der im Lande produzierenden Brauereien um 12,4%. Auch 2010 wird es nochmals, wenn auch nur noch um 2-3% abwärts gehen. Die Vereinigung der ungarischen Bierbrauer, die ungefähr 90% Markanteil repäsentieren, gaben knapp 6,3 Millionen Hektoliter verkauftes Bier zu Protokoll. Für den Rückgang machen sie weniger die größere Sparsamkeit während der Krise verantwortlich als vielmehr die gestiegene Mehrwertsteuer und die Anhebung der Verbrauchs- bzw. Alkoholsteuer. Daher war der Rückgang mehr als doppelt so hoch wie die 5,5% im Jahre 2008. Alle Brauer zusammen nahmen im letzten Jahr rund 150 Milliarden Forint (570 Mio EUR) ein, 57,4 Mrd. davon flossen gleich wieder in Form von Steuern an den Staat zurück .

17.000 Liter Diesel aus Pipeline in Ungarn gestohlen

19.04.2010 · Nachrichten

17.000 Liter Diesel aus Pipeline in Ungarn gestohlen

Die ungarische Polizei hat in der vergangenen Woche zwei Männer verhaftet, die verdächtigt werden, über 17.000 Liter Diesel aus einer Haupt-Pipeline im Nordosten des Landes abgezapft zu haben. Der 37jährige Ungar und sein Komplize aus der Ukraine hätten eine Hochdruckleitung der MOL angezapft und Diesel im Wert von 20.000 EUR in einen unterirdischen Tank in der Nähe der ukrainischen Grenze geleitet. Danach hat man das Diebesgut in LkW´s gepumpt. Die beiden Verhafteten könnten auch mit anderen, ähnlich gelagerten Fällen in Verbindung gebracht werden, sagte ein Polizeisprecher. Man habe U-Haft beantragt.

Steuer: EVA und EKHO bleiben erhalten

19.04.2010 · Nachrichten

Steuer: EVA und EKHO bleiben erhalten

Die zukünftige ungarische Regierungspartei Fidesz widersprach Mediendarstellungen, dass man die vereinfachten Steuermodelle EVA und EKHO abschaffen wolle. Parteisprecher Péter Szijjartó unterstellte seiner sozialistischen Kollegin Bernadett Budai bösartige Absichten im Stile der Gyurcsány-Regierung, wenn sie behaupte, seine Partei plane im geheimen die Abschaffung dieser Steuerformen.

Das Steuersystem EVA ist vor allem für kleine Unternehmen geschaffen worden. Bis zu einer bestimmten Umsatzgrenze können so z.B. Personengesellschaften wie KG´s (Bt.) eine Pauschalsteuer von 30% abführen, die dann auch gleich die persönliche Einkommenssteuer des Eigners mit abdeckt. Allerdings werden damit die Absetzfähigkeiten von Betriebskosten eingeschränkt und auch die Erstattung der Mehrwertsteuer entfällt. Gerade für viele der für Ungarn typischen Ein-Mann(Frau)-Firmen eine einfache und günstige Variante der steuerlichen Veranlagung. EKHO ist vor allem für Berufe im künstlerischen und kreativen Bereich gedacht. Selbständige mit einem Einkommen von unter 25 Mio Forint pro Jahr können Sozialabgaben auf der Grundlage des Mindestlohnes abführen, dann allerdings keine Arbeitslosenhilfe oder Krankengeld beanspruchen, diese müssen sie privat absichern.

Ungarische Sozialisten wollen sich neu erfinden

19.04.2010 · Politik

Ungarische Sozialisten wollen sich neu erfinden

Die linksliberale ungarische Tageszeitung Népszabadság meldet heute, dass die sozialistische Partei des Landes, MSZP, die während des ersten Wahlganges am 11. April mehr als die Hälfte ihrer Wähler verlor und nur noch 19,3% der Stimmen erhielt, nach dem zweiten Wahlgang am 25. April einen radikalen Umbau plant. Die Zeitung will wissen, dass Parteichefin Ildikó Lendvai, die seit dem Rücktritt von Ferenc Gyurcsány, diesen Posten inne hatte, am kommenden Sonntag ihr Amt zur Verfügung stellen will. Außerdem sollen sowohl der Name der Ungarischen Sozialistischen Partei als auch Logo und Branding der Partei vollkommen neu gestaltet werden. Der jetzige Spitzenkandidat Attila Mesterházy wird wohl, wie schon bisher, die Fraktion im Parlament führen, wer als Parteivorsitzender in Frage kommt, wollte die Zeitung noch nicht spekulieren.

Pannon GSM in Ungarn gibt Mobiles TV auf

19.04.2010 · Nachrichten

Pannon GSM in Ungarn gibt Mobiles TV auf

Der Mobifunkanbieter Pannon GSM, Tochter der norwegischen Telenor, wird seine Angebote für mobiles Fernsehen zum 18. Mai, entgegen dem Markttrend, abstellen. Nach einem Bericht der ungarischen Tageszeitung Népszabadság hieß es aus der Firmenleitung, dass der Mobile TV Dienst von Pannon von Anfang bis Ende nur Verluste gebracht habe, man wolle sich nur noch auf die Kerngeschäfte konzentrieren, der Expansionsfokus liege dabei auf dem mobilen Breitband und dem LTE-Netzwerk. Pannon wird in Kürze den Namen der Muttergesellschaft, Telenor, auch in Ungarn führen. 2009 machte das Unternehmen 177 Mrd. Forint Umsatz, ca. 11 Mrd. weniger als 2008. Der Vorstand verordnete eine 3 Mrd. (11,4 Mio EUR) starkes Sparpaket, worunter auch das Mobile-TV fällt, das Pannon seit 2005 anbot.

Parteienförderung in Ungarn: Steuer-Millionen auch für Rechtsextremisten

19.04.2010 · Politik

Parteienförderung in Ungarn: Steuer-Millionen auch für Rechtsextremisten

Die ungarischen Sozialisten, MSZP müssen für ihre Politik der letzten Jahre, im wahrsten Sinne des Wortes, teuer bezahlen. Während ihnen im Vorjahr noch knapp 1,5 Milliarden Forint (5,6 Mio EUR) staatliche Parteienförderung zustand, bekommen sie in diesem Jahr nur noch rund die Hälfte, nämlich 776 Mio Forint (2,9 Mio EUR). Die Summe errechnet sich u.a. aus den Wählerstimmen des ersten Wahlganges. Fidesz dürfte danach auf rund 1 Mrd. Forint Staatsfinanzierung kommen, neu auf der Zahlliste tauchen die Rechtsextremisten von Jobbik auf, die nun immerhin mit 472 Mio Ft. (ca. 1,8 Mio EUR) direkten Steuergeldern pro Jahr rechnen können. Für die Grünen von LMP werden rund 298 Mio Forint fällig. Das MDF erhält noch bescheidene 85 Mio Forint, während die Liberalen (SZDSZ) und MIÉP aus dem Raster fallen, weil sie unter 1% Wählerstimmen blieben.

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