(c) Pester Lloyd / 20 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Fidesz will Ausweitung des Holocaust-Gesetzes
22.05.2010 · Nachrichten
Fidesz will Ausweitung des Holocaust-Gesetzes
In einer weiteren Debatte drängt das Fidesz darauf, das kürzlich beschlossene Holocaust-Leugnungsgesetz um Verbrechen aus der stalinistischen Zeit zu erweitern. Ein Fidesz-Abgeordneter nannte das Gesetz einseitig und will „beide verheerende Weltordnungen: Nationalsozialismus und Kommunismus“ darin wiederfinden und „gleich hart bestraft sehen“ (gemeint sind die Leugnung, Relativierung oder Verharmlosung von Verbrechen unter den entspr. Regimen). Das Gesetz sieht derzeit nur für die Leugnung des Holocaust maximal drei Jahre Haft vor. Im Herbst, in zeitlicher Nähe zu den Kommunalwahlen, wird es bereits ein Referenum geben, in dem über die Frage abgestimmt wird, welche Verbrechen noch in den Leugnungsverbotskatalog aufzunehmen sind, darunter befinden sich u.a. auch die Vertreibungen nach dem Zweiten Weltkrieg.
Zum Thema:
Paragraph 269/c oder Die Geister, die man rief
Vasarely Museum in Pécs wiedereröffnet
22.05.2010 · Nachrichten
Vasarely Museum in Pécs wiedereröffnet
Das Vasarely Museum in Pécs, zu Ehren von Viktor Vasarely (1906-1907, einem ungarischstämmigen, französischen Vertreter der abstrakten Kunst, ist seit diesem Samstag wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Das Museum wurde aufwendig renoviert, im Rahmen der Erneuerung des gesamten Museumsviertel sder Kulturhauptstadt 2010, ein Projekt, das mit 1,7 Milliarden Forint, rund 6 Mio EUR zu Buche schlug. Bsonders berühmt wurde Vasarely mit seinem aus schwarzen und weißen kurvigen Linien kreierten Zebra, das als Begründer der Gattung Op-art gilt. Im Museum sind rund 400 Werke zu sehen, neben Gemälden auch Graphiken, Teppiche und Statuen. Seit der Eröffnung im Jahre 1976 besuchten 2 Millionen Kunstfreunde das Haus.
Serbien taktiert zwischen Slowakei und Ungarn
22.05.2010 · Nachrichten
Serbien taktiert zwischen Slowakei und Ungarn
Im Unterschied zur Slowakei hat Serbien weniger Probleme mit der Erteilung der doppelten Staatsbürgerschaft an serbische Bürger ungarischer Nationalität. Ein serbischer Diplomat, der ungenannt bleiben wollte, sagte, dass man mit diesem Problem schließlich auch in Bezug auf die Serben in den anderen Nachfolgestaaten Jugoslawiens bekannt ist und daher eher Verständnis für das ungarische Anliegen habe. So erteile man z.B. Serben in Bosnien relativ umstandslos auch die serbishce Staatsbürgerschaft. Andererseits will man allerdings auch keine Konfrontation mit der Slowakei, daher habe Belgrad beschlossen, in der Sache einfach still zu sein, wird der Diplomat zitiert.
Serbien sitzt bei den Beziehungen zur Slowakei und Ungarn zwischen allen Stühlen. Die Slowaken sind einer der wenigen Unterstützer des Landes in der EU in der Kosovo-Frage, während Ungarn einer der stärksten Fürsprecher für einen baldigen Kandidatenstatus für die EU-Aufnahme ist. Die Stillhalteverabredung scheint indes zu funktionieren, weder Präsident Tadic noch der Außenminister wollen zu dem Thema offizielle Statements abgeben. In Serbien leben vor allem in der Vojvodina (vor allem nördlich und um Novi Sad) rund 80.000 ethnische Ungarn.
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