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„Abartiges Lebenskonzept“: Auch Ungarns Vizepremier interessiert sich für den Sex anderer Leute

(c) Pester Lloyd / 26 – 2014 WIRTSCHAFT 23.06.2014

Nachdem sich kürzlich ein für „Kultur und nationale Werte“ zuständiger Regierungskommissar über die Pein mit der „Schwulenlobby“, die den gesamten Kulturbetrieb in Geiselhaft hält und daher finanziell ausgetrocknet gehört, ausließ, schob nun Vizepremier, Minister und Chef der schwer katholischen KDNP Zsolt Semjén (rechts beim Händchenhalten mit einem Mann) sein uriges Weltbild nach. In einem TV-Interview am Samstag wurde er u.a. zur Familienpolitik befragt, woraufhin der Minister beklagte, dass „kleine, aber laute Interessensgruppen ihr abartiges Lebenskonzept der ganzen Welt aufzwingen“ wollten. Dagegen müsse man etwas tun und die ungarische Verfassung sei der beste Schutz dagegen, gleichgeschlechtlich Ehen werde es in Ungarn nicht geben und auch die „Familie“ könne nur „eine Beziehung aus Mann und Frau“ sein, „denn so will es die natürliche Ordnung.“ Semjén schwadronierte in geradezu Freudscher Traumunterdrückung weiter: „Wenn zwei Männer heiraten könnten, warum dann nicht drei? Wo wird das aufhören und auf welcher Grundlage kann man gegen Bigamie vorgehen?“

Premier Orbán zeigte sich im Vorjahr stolz darauf, dass „unser Familienbegriff 4.000 Jahre alt ist“, andere Fidesz-Politiker empfahlen „Therapien“ und sorgen sich um die „ungarische Jugend“. In den letzten Monaten sind vermehrt Initiativen Putinscher Prägung zur Zurückdrängung der „öffentlichen Präsenz“ von „abnormem Sexualverhalten“ zu vernehmen, – legislativ bisher aber noch kein Thema.

Anfang Juli startet in Budapest wieder die „Budapest Pride“, das einwöchige LGTB-Festival mit seiner bunten Parade als Höhepunkt, die vor allem rechte Kreise immer wieder zu gewalttätigen Übergriffen inspiriert. Im Vorjahr hatten ein Dutzend Botschafter die Patenschaft übernommen, die Ausschreitungen wurden durch massive Polizeiaufgebote zurückgedrängt, allerdings auch die Teilnehmerzahlen sinken von Jahr zu Jahr. red.

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