(c) Pester Lloyd / 36 – 2009 POLITIK 31.08.2009
Verkehrsbetriebe Budapest: Vorstand und Aufsichtsrat entmachtet
Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Budapester Verkehrsbetriebe BKV werden abgesetzt und ein Delegierter der Stadtregierung wird vorerst die Geschäfte des Unternehmens führen. Das teilte Budapests Oberbürgermeister Gábor Demszky heute kurz und bündig mit. Man habe sich mit dem Koalitionspartner (MSZP) auf diesen Schritt geeinigt, auch wenn deren Vertreter, der sozialistische Stadtrat Pál Steinder konterte, man könne später die Vorstände und Aufsichtsräte auch wieder in ihre Positionen einsetzen.
Der derzeitige Aufsichtschef für die BKV, Miklós Hagyó (MSZP), steht demnach nicht mehr für die Position zur Verfügung. Ihm war erhebliche Inkompetenz vorgeworfen worden. Die Politiker behandeln die krisengeschüttelte BKV derzeit wie eine glühend heiße Kartoffel, niemand will sie zuerst anfassen. Demszky bot dem oppositionellen Fidesz sogar die Übernahme der Kontrollfunktionen an. Die lehnten dankend ab und meinten, der OB solle das mal schön selbst machen.
Neben dem Skandal über illegale Abfindungen und Lohnfortzahlungen nach Ausscheiden aus dem Betrieb, benötigt die BKV im Herbst dringend einen Milliardenkredit zum überleben, der nur durch Stadt und Staat verbürgt werden kann, da das Unternehmen ohnehin schon hoch verschuldet ist. Premier Bajnai kündigte bereits an, dass ein solcher Saustall wie die BKV kaum auf Staatshilfe hoffen könne, wenn man seine finanziellen und strukturellen Hausaufgaben nicht gemacht habe.
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