(c) Pester Lloyd / 19 – 2009 WIRTSCHAFT 06.05.2009
Wenn schon Aktien, dann Pharma
CEE-Pharmafirmen sollen gegen den Markttrend gute Aussichten haben. Das meinen die Analysten der ERSTE. Ungarische Richter und Egis werden empfohlen.
Demnach werden die ungarische Richter und die polnische Krka als „Spitzentitel“ empfohlen, auch Egis sei auf Grund von Unterbewertung nach wie vor attraktiv. Die ERSTE-Analysten meinen: „Die Wachstumsaussichten der CEE-Pharmaunternehmen sind dank ihrer gesunden Bilanzen, ihres hohen Bestands an flüssigen Mitteln sowie des soliden Generikamodells nach wie vor intakt“.
Vladimíra Urbánková, Pharmasektor- Analystin der Erste Group fügt hinzu, dass „verschiedene Faktoren die negativen Folgen der Wirtschaftskrise für in CEE beheimatete Pharmaunternehmen abfedern werden.“ Erklärt wird das wiefolgt: „Zunächst gilt nach wie vor, dass die Bevölkerung altert und modernere Therapiemöglichkeiten vermehrt zugänglich werden. Daher sollten sich die Pharmamärkte in CEE trotz des abnehmenden Wirtschaftswachstums günstig entwickeln, da sich die Ausgaben für das Gesundheitswesen (und Medikamente) in der CEE-Region langfristig an den Durchschnitt der EU-15 angleichen werden.“
Zweitens wird das Nachlassen des Inflationsdrucks in den CEE-Ländern die Rohstoffpreise sinken lassen und den Anstieg der Personalkosten sowie des sonstigen betrieblichen Aufwands (Energie, Sachkosten, etc.) dämpfen. Drittens bleibt die Verschuldung der CEE-Pharmafirmen auch weiterhin minimal, womit sie ihre Investitionspläne auch ohne Inanspruchnahme der Finanzmärkte finanzieren können.
Die größte Herausforderung ergibt sich, laut Erste-Analyse, aus den Wechselkursentwicklungen, wobei insbesondere in Ländern mit stark abwertenden Währungen (Ukraine und Russland) die Beschränkung des Umsatzwachstums deutlich spürbar wird. Andererseits profitieren in CEE ansässige exportorientierte Untenrehmen, wie etwa die ungarischen, von der Abwertung der eigenen Landeswährung und sollten damit ihren Umsatz steigern können.
Insgesamt ist auf den CEE-Aktienmärkten keine baldige Erholung zu erwarten, da die schwachen wirtschaftlichen Fundamentaldaten die Marktteilnehmer zu anhaltender Vorsicht veranlassen werden. Die Märkte werden wohl auch weiterhin volatil bleiben, was aber natürlich auch interessante Handelschancen eröffnet. „Wer auf Sicherheit setzt und längerfristig denkt, ist mit hochwertigen CEE-Pharmatiteln auch weiterhin gut bedient“, erklärt Urbánková.
Die Erste Group Analysten haben die Bewertungsmodelle für die ungarischen Pharmaunternehmen unter Berücksichtigung ihrer neuen Standardmethode für die Berechnung von Risikoprämien für Aktien korrigiert. Das Kursziel für Richter und Egis wurde auf HUF 38.990 bzw. HUF 19.955 je Aktie angepasst. Die Analysten halten die Bewertungen für weiterhin attraktiv und wiederholen sowohl für Richter als auch für Egis ihre „Buy“-Empfehlungen.
Wenngleich Krka nicht über die beträchtlichen Währungsvorteile verfügt, die die ungarischen Mitbewerber 2009 genießen, sollte das Unternehmen auf Eurobasis sowohl in Bezug auf Wachstumstempo als auch in Bezug auf die Gewinnmargen in Spitzenfeld der Region (und des Generikasektors) bleiben. Die Erste Group Analysten haben das Kursziel auf EUR 105,0 je Aktie revidiert. Damit wird angedeutet, dass der Konkurrenzvorsprung von Krka im Aktienkurs noch nicht eingepreist ist, insbesondere falls die Aktie im Lauf des Jahres ihren früheren Bewertungsaufschlag wieder zurückgewinnen sollte.
Quelle und Grafik: Erste Group
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