Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Der ungarische Staat übernimmt e.on Ungarn

(c) Pester Lloyd / 16 – 2014 ENERGIE-NEWS 14.04.2014

var idcomments_acct = ‚a5e0727d5e82e03562767d93ae9f0bf5‘; var idcomments_post_id; var idcomments_post_url;

Der ungarische Staat übernimmt e.on Ungarn Seit dem Jahr 2013 zahlen alle Ungarn, gleich ob Mieter, Besitzer oder die Unternehmen, ein fünftel weniger für Gas, Strom und Wasser. Böse Zungen behaupten, dass dies als Wahlgeschenk für die im April 2014 stattgefundenen Wahlen zu verstehen war. Diese Einsparung für die privaten Haushalte und die Wirtschaft muss allerdings finanziert werden. Der Aussage, diese Kostensenkung sei ein Ergebnis harter Verhandlungen gegenüber den Stromkonzernen, stehen allerdings andere Vermutungen gegenüber.

Preissenkung durch Unternehmensübernahmen

Tatsache ist jedoch, dass Ungarn die ungarischen Unternehmensteile ausländischer Energieversorger übernommen hat. Der Preis für die ungarische Tochter der RWE war mit 136 Millionen Euro fast schon preisgünstig. Für den ungarischen Zweig der e.on musste der ungarische Staat 870 Millionen Euro auf den Tisch legen. Damit bezahlten die ungarischen Steuerzahler indirekt die vorgeblichen Preissenkungen seitens der Anbieter. Experten befürchten, dass es sich bei diesen Ankäufen um eine Zeitbombe handelt. Auf der einen Seite zahlen ungarische Unternehmen niedrigere Steuern als ausländische Firmen. Mit der Übernahme hat sich das ungarische Finanzministerium nur bedingt einen echten Gefallen erwiesen.

arüber hinaus musste der Kaufpreis erst einmal aufgebracht werden. Nach der schwächelnden Wirtschaft der letzten Jahre waren die Staatskassen an der Donau alles andere als prall gefüllt. Es ist nicht auszuschließen, dass die Unternehmen letztendlich ein Zuschussgeschäft für die Steuerzahler werden, da bei diesen niedrigen Abnahmepreisen kaum eine Rentabilität der Unternehmen zu erwarten ist. Die Finanzierung war nur möglich, da mit der Verstaatlichung der privaten Pensionskassen rund zehn Milliarden Euro in die Kassen flossen. Von einer kontinuierlichen Finanzierung dieser Deals aus permanenten Einnahmen kann daher kaum die Rede sein.

Zweidrittel-Mehrheit lässt Alleingänge zu

Die komfortable Zweidrittel-Mehrheit von Viktor Orbán lässt solche Alleingänge zu. Auch wenn der Gedanke, ausländische Unternehmensanteile zu übernehmen, und damit die Kosten für die ungarischen Bürger zu senken, auf den ersten Blick für die Ungarn seinen Charme hat, bleibt das Risiko, dass sich die Katze am Ende in den Schwanz beißt und die Subventionierung am Ende von den Steuerzahlern nachfinanziert werden muss. Freuen konnten sich die Trader, die auf RWE und e.on gesetzt hatten. Wer über ein Handelskonto verfügte, beispielsweise über binäre-optionen.de eröffnet, konnte nach Bekanntwerden der Trades einen schönen Deal platzieren. War der ungarische Börsenindex BUX im Laufe des Jahres 2013 recht stabil, kam im Januar 2014 ein Einbruch über 20 Prozent. Eine Erholung fand nach den Wahlen statt, allerdings ist die ungarische Wirtschaft, glaubt man dem Index, noch ein gutes Stück von ihrem Höchststand im Jahr 2013 entfernt.

Titelseite der aktuellen Pester-Lloyd-Wochenzeitung

Neu · Jeden Freitag als PDF

Der Pester Lloyd als Wochenzeitung – wie früher am Kiosk, nur digital

Ausgabe 10.–16. August 2026, 15 Seiten im großen Zeitungsformat. Darin unter anderem:

• Sziget, Tag drei – Florence, Staub und ein Ermittlungsverfahren• András Baka vereidigt – ein Präsident für den demokratischen Wiederaufbau

Zeitung ansehen – 2,50 €

In eigener Sache – Ihr Kauf unterstützt unabhängigen Journalismus ohne Paywall.

0 0 Bewertungen
Beitragsbewertung
Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
0 Kommentare
Älteste
Neueste Meistbewertet
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
© Alle Inhalte Copyright 2026 Pester Lloyd
0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x