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Deutsche Telekom klagt über Krisensteuer in Ungarn

(c) Pester Lloyd / 46 – 2010 WIRTSCHAFT 17.11.2010

Deutsche Telekom beklagt sich über Krisensteuer in Ungarn

„Wir verstehen, dass Länder in schwierigen Positionen gezwungen sind, schmerzhafte Schritte zu unternehmen. Aber die außerordentliche Krisensteuer, die ohne vorherige Mitteilung eingeführt wurde, kam über uns wie eine kalte Dusche.“ sagte der Vorstand der Deutschen Telekom Guido Kerkhoff gegenüber MTI. Die Steuer wird in diesem Jahr 42% des operativen Gewinns der Tochter Magyar Telekom „fressen“ und das Unternehmen rund 27,5 Mrd. Forint (ca. 100 Mio EUR) kosten. Auf die kommenden fünf Jahre gerechnet, könnte das Unternehmen gezwungen sein ein Äquivavlent von 16% seiner Marktkapitalisation (Wert aller Anteile nach derzeitigem Aktienkurs) an Krisensteuer abzuführen.

Besonders kontraproduktiv findet Kerkhoff den Umstand, dass die Steuer meist ausländische Unternehmen betrifft. (Rund zwei Drittel aller Krisensteuern entfallen auf Unternehmen, überwiegend in ausländischem Besitz, ein Drittel tragen allein deutsche Firmen). Der Telekom-Vorstand erinnerte daran, dass Ungarn die Expansionsbasis für Mazedonien und Montenegro ist, das „Investitionsvolumen aber von den erwirtschafteten Profiten abhängt“, die nun signifikant fallen. (Was Ungarn an dieser Drohung genau beeindrucken sollte, kam bei dem Gespräch nicht so ganz heraus.) Sein Unternehmen prüft rechtliche Schritte, derzeit wartet man noch auf die von der EU-Kommission angeforderte Stellungnahme der ungarischen Regierung. Ob Klagen bereits in konkreter Planung sind, sagte Kerkhoff nicht. Was am Ende dabei heraus kommt, überlasse er den Anwälten.

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