(c) Pester Lloyd / 53 – 2009 WIRTSCHAFT 31.12.2009
Die Ungarn borgen sich wieder mehr als sie zurückzahlen
Ob die neuesten Daten wirklich schon eine gute Nachricht für die ungarische Finanzwelt und das Ende der Kreditklemme bedeuten, ist nicht entschieden, immerhin scheint man nun aber verstanden zu haben, Femdwährungskredite nicht wirklich eine preiswerte Alternative zu Forintdarlehen sein müssen. Auch der permanent sinkende Leitzins, etliche Kreditprogramme von Entwicklungsbanken, die frisches Geld in die Filialen pumpten und die Umschichtungen von Forex auf Forint, haben die Forintdarlehen wieder attraktiver gemacht.
Die ungarischen Haushalte jedenfalls haben im November 2009 wieder mehr Forint von ihren Banken geborgt als zurückgezahlt, bei Fremdwährungen wurde weniger aufgenommen als getilgt. So richtig beruhigen darf das aber niemanden, denn auch die Forint zum tilgen von Forintkrediten müssen irgendwo herkommen. Die überfälligen Aussenstände von privaten Kreditnehmern in Ungarn stiegen, laut Nationalbank, allein im November um 5,7 Milliarden Forint (ca. 21 Mio EUR), während man faulende Kredite aus Devisen um umgerechnet 5,6 Mrd. Forint reduzieren konnte. Allgemein leicht rückläufig waren auch die Einlagen, in Forint -6,8 Mrd., in Devisen -8,2 Mrd. HUF. Auch die Unternehmen (Finanzwirtschaft ausgenommen) haben im November mehr Kredite aufgenommen als zurückgezahlt, im Oktober war es noch andersherum. Auch hier fand eine Umschichtung zwischen Fremd- und Heimwährung von ungefähr 55 Mrd. Forint statt. Im November betrug der Anteil an Devisenkrediten der in Ungarn operierenden Banken an der Bilanzsumme immerhin noch über 31%.
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