(c) Pester Lloyd / 38 – 2013 NACHRICHTEN 17.09.2013
Euronews Ungarn verzichtet auf Inlandsnachrichten, „um die Wahlen nicht zu beeinflussen“
Der Nachrichten- und Magazinsender mit „europäischer Perspektive“, Euronews, hatte Ende Mai auch einen ungarischsprachigen Dienst gestartet , allerdings bisher nur zu europäischen und weltweiten Themen. Auf Nachfrage sagte Attila Kért, Leiter des ungarischen Studios von Euronews, dass man mit der Inlandsberichterstattung bis nach den Parlamentswahlen 2014 warten will, um „nicht den Eindruck zu erwecken, man wolle die Wahlen beeinflussen“. Ein seltsames Argument, dass dann konsequenterweise alle vier Jahre zu einem Sendestopp führen müsste. Offenbar will man der Regierungs-Mähr von der europäischen Kampagne gegen Ungarn keine zusätzliche Munition liefern, sogar um den Preis, sich selbst wegzuzensieren. Ob dieses Vorgehen eine Vorgabe aus der Lyoner-Zentrale war oder dem Budapester Büro entsprang, war nicht ganz klar.
15-20% der Sendezeit, so die Auskunft, soll nach den Wahlen der Berichterstattung über ungarische Belange gewidmet sein. Euronews ist ein Gemeinschaftsprojekt vieler europäischer, öffentlich-rechtlicher Sendeanstalten (die ungarischen sind nicht dabei), gegründet 1993, Hauptsitz in Lyon, mit dem Ziel, die paneuropäische Perspektive zu erweitern. Mittlerweile sendet Euronews in drund 20 Sprachen, zuletzt kamen Serbisch und Ungarisch hinzu. Studioleiter Kért war früher bei MTV beschäftigt, derzeit können rund 800,000 ungarische Haushalte Euronews empfangen. Wie steht es um die Pressefreiheit in Ungarn – eine Zwischenbilanz http://www.pesterlloyd.net/html/1318pressefreiheitbilanz.html
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