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Feuer frei auf die Wildsäue

(c) Pester Lloyd / 36 – 2010 WIRTSCHAFT 06.09.2010

Feuer frei auf die Wildsäue

Die Jagdsaison in Ungarn ist eröffnet

Die ungarischen Jäger sehen einer prachtvollen Wildsaison entgegen, vor allem, weil die Wildschweinpopulation stark angestiegen ist, übrigens in ganz Europa. Die Hirsch- und Rehbestände sind auch in einem guten Jagdzustand, auch wenn diese besonders durch Wilderei gefährdet werden, während kleinere Tierarten durch die vielen Hochwasser und Überflutungen gelitten haben. Insgesamt aber, so Otto Feiszt, Präsident der „Nationalen Ungarischen Jagdkammer“, sei alles für eine prächtige Jagdsaison angerichtet.

Er erläuterte auf einem Festakt zur Saisoneröffnung, dass die Wildschweinjagd praktisch eine Pflicht sei, da die Bestände sich „explosionsartig“ vermehrt haben, im Komitat Zala liege man schon 20% über dem für das Gleichgewicht im Wald noch gesunde Maß. Während man in normalen Jahren im Komitat maximal 6.000 Wildschweine schieße, müssten in diesem bis zu 10.000 dran glauben, um die Balance im Forst wieder herzustellen. Landesweit werden wohl 80.000 bis 100.000 Wildschweine geschossen werden, noch vor zehn Jahren waren es gerade 35.000. Oberjäger Feiszt begründete den enormen Anstieg der Population mit der „Intelligenz dieses Tieres. Seine scheue Natur und die Fähigkeit sich schnell anzupassen, macht es fast unmöglich die Bestände wirksam zu reduzieren.“ Sorge macht ihm die steigende Zahl von Wilderern, die vor allem Hirschen und Rehen zusetzen. Allein im Komitat Zala gibt es 2.300 registrierte Jäger in 44 Vereinen, jede zehten Familie sei in irgendeiner Art mit der Jagd verbunden. Betont wurde auch die mythologische Rolle des Hirsches in der Ungarischen Geschichte, Literatur und Kunst. Die Krise habe auch im ungarischen Jagdwesen ihre Spuren hinterlassen. Während auf der einen Seite die Wilderei zunimmt, habe die Zahl der (legalen) Jagdtouristen, vor allem der gut zahlenden aus westlichen Ländern, seit der Krise um mehr als ein Fünftel nachgelassen und erhole sich erst langsam wieder. Feldhasen, Fasane, aber auch Füchse und andere Tiere haben in diesem Jahr besonders durch die Unwetter gelitten.

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