(c) Pester Lloyd / 05 – 2012 NACHRICHTEN 04.02.2012

Das staatliche Wetteramt in Ungarn hat für das Wochenende eine Unwetterwarnung ausgegeben. Von Freitag bis Sonntag gilt landesweit Warnstufe gelb-orange, für den gesamten Süden und Osten des Landes Warnstufe rot. Neben extrem eisigen Temperaturen von bis zu -21C, wird heftiger Schneefall von 20-25cm in Budapest bis zu 50 cm im Osten und Süden binnen 24 Stunden, verbunden mit starken Verwehungen und Schneeorkanen befürchtet. Die Regierung hat ein Notlagezentrum eingerichtet und fordert "alle Organisationen, Institutionen und Kirchen auf, alle verfügbaren Räume" für Obdachlose zur Verfügung zu stellen. Am Montag bleiben in einigen Komitaten Schulen und andere Lehranstalten geschlossen. Die Bürger werden aufgefordert, vor allem auf ältere und kranke Nachbarn Acht zu geben. Inwieweit das ”Verbot von Obdachlosigkeit” von dem Notstand ausgenommen ist, gab man nicht bekannt
Die Obdachlosenheime in Budapest sind randvoll, teilweise wurden bereits Schulturnhallen für Bedürftige geöffnet. Besonders bitter ist die Situation für arme Leute auf dem Lande, die teils nur über unzureichende Heizgeräte verfügen, durch den Schnee aber zeitweise von Hilfeleistungen abgeschnitten sein werden.
Der zugefrorene Balaton eröffnet steltene Möglichkeiten. Die Polizei teilte mit, dass bisher fünf Menschen der aktuellen Kältewelle zum Opfer gefallen seien. Eine Zahl, die man getrost als nicht verifizierbar bezeichnen darf, da die Polizei in ihre Statistik der Kältetoten niemanden aufnimmt, der noch lebend ins Krankenhaus eingeliefert wurde und dann dort an den Folgen verstarb. Unabhängige NGO´s gehen von ca. 400 Kältetoten seit Oktober aus, die offizielle Statistik spricht von knapp über 200, 52 seit Dezember.
Staatliches Wetteramt: www.met.hu
Unser monatlicher Nachrichtenspiegel: die wichtigsten Meldungen aus Ungarn und Mitteleuropa, einmal im Monat per E-Mail. Kostenlos, kein Spam, jederzeit abbestellbar.
Nachrichtenspiegel kostenlos abonnieren





