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Fußball: Ungarn zu Geisterspiel gegen Rumänien verurteilt, Nazis wollen vor Stadion demonstrieren

(c) Pester Lloyd / 02 – 2013 NACHRICHTEN 08.01.2013

Wegen rassistischer Ausfälle von Fans während offizieller Fußballspiele hat die Fifa die Verbände von Ungarn und Bulgarien zu je einem Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der Qualifikation zur WM 2014 in Brasilien verurteilt. Ungarn muss die Begegnung gegen Rumänien am 22. März ohne Zuschauer bestreiten und ca. 34.000 Euro Strafe zahlen. Bulgarien wird gegen Malta eine Geisterpartie bestreiten müssen und knapp 30.000 EUR zahlen müssen. Ungarische Anhänger hatten im Länderspiel gegen Israel am 15. August 2012 antisemitische Sprüche skandiert und nazistische Symbole gezeigt. "Die Fifa-Disziplinarkommission verurteilte einstimmig die abscheuliche Episode von Rassismus, Antisemitismus und politischer Provokation und Aggression von Anhängern der ungarischen Nationalmannschaft", hieß es in der dazugehörigen Mitteilung. Darin stand auch, dass sich die Strafe bei Wiederholung empfindlich erhöhen werden. Der ungarische Fußballverbandwill die FIFA-Entscheidung anfechten. Man sehe nicht ein, dass die Nationalmannschaft ihre Strafe in einem WM-Qualifikationsspiel für einen Vorfall in einem Freundschaftsspiel bekomme. Der Verband sprach von "unfairer Behandlung", zumal man sich in Briefen an den israelischen Botschafter in Ungarn, den israelischen Fußballverband und die FIFA für die "Handlungen einer Minderheit der Fans" entschuldigt habe

Dass ausgerechnet das Match gegen Rumänien zum Geisterspiel gemacht wird, ist insofern von Bedeutung, da beim Aufeinandertreffen beider Teams gegenseitige nationalistische Beschimpfungen praktisch schon Tradition geworden sind (Stichwort: Trianon). Die im Parlament vertretene Neonazi-Partei Jobbik will denn am 22. März auch vor dem verschlossenen Stadion eine Demo abhalten, Parteiführer Vona ließ mitteilen, man wolle den „ungarischen Fans die Möglichkeit geben, ihre Stimme zu erheben“, dazu soll es ein Public Viewing auf Kosten der Jobbik geben. Der Begriff Geisterspiel bekommt so eine ganz neue Dimension. red.

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