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Holocaust-Zentrum Budapest zeigt Kunst aus dem Exil

(c) Pester Lloyd / 23 – 2010 KULTUR 11.06.2010

Holocaust-Zentrum Budapest zeigt Kunst aus dem Exil

Noch bis zum 15. August zeigt das Holocaust-Zentrum Geschichte aus einem künstlerischen und persönlichen Blickwinkel. Mit der Ausstellung „Belated Homecoming“ will das Museum die Werke von drei ungarisch-jüdischen Exil-Künstlern in die ungarische Kunstszene heimkehren lassen.

Das Exil ist ein wichtiges Thema der ungarischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Viele ungarische Wissenschaftler und Künstler verließen aus den verschiedensten Gründen ihre Heimat. Einige dieser Exil-Ungarn gelangten zu Weltruhm und erwecken noch heute den ungarischen Nationalstolz, wie etwa László Bíro, der Erfinder des Kugelschreibers, oder der Journalist József Pulitzer, etliche Nobelpreisträger oder die literarischen Exilgruppen in Berlin, Wien und Paris. Vielen anderen jedoch blieb diese Anerkennung verwehrt und gerieten mit der Zeit in Vergessenheit. Die vom Holocaust-Zentrum Budapest initiierte Ausstellungsreihe „Art in Exile“ möchte den Fokus wieder auf einige dieser Vergessenen lenken und sie posthum wieder in die ungarische Kulturlandschaft integrieren.

Die erste Ausstellung der Reihe, „Belated Homecoming“, die noch bis zum 15. August zu sehen ist, nimmt sich dreier Künstler Edit B. Kiss, Béla Mészóly Munkás und Zsigmond Wittmann an. Sie alle mussten Ungarn in den 40er-Jahren aufgrund ihrer jüdischen Abstammung verlassen oder wurden ins Konzentrationslager verschleppt, starben im Ausland und gelten bis heute als Unbekannte in der ungarischen Kunstszene. Höchste Zeit also, dass die Künstler endlich Einzug in den ungarischen Kunstkanon halten und ihre wohlverdiente, wenn auch verspätete Anerkennung bekommen. Hierzu hat das Holocaust-Zentrum insgesamt 70 Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen und einige historische Dokumente aus französischen, deutschen und ungarischen Museen zusammengetragen. Die Ausstellung will dabei nicht nur reine Werkschau sein, sondern vielmehr die Geschichte des Holocaust aus einer anderen, persönlich-künstlerischen Perspektive darstellen. Sie ist somit nicht nur für sich allein sehenswert, sondern stellt auch eine interessante Ergänzung zur Dauerausstellung des Holocaust-Zentrums dar.

Christian Pasche

Art in Exile: Belated Homecoming (bis 15.08.2010)

Holocaust-Zentrum Budapest (Páva utca 39, 1094 Budapest) Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 – 18 Uhr; Eintritt frei www.hdke.hu

Zum Thema:

Zur Dauerausstellung des Holocaust-Zentrums:

Vom Rechtsverlust zum Völkermord – Das Holocaust-Zentrum in Budapest http://www.pesterlloyd.net/budapest2009/holocaustcentrum/holocaustcentrum.html

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