(c) Pester Lloyd / 04 – 2013 NACHRICHTEN 21.01.2013
Konservativer Ex-Zentralbankchef von Ungarn warnt vor Zugriff auf Devisenreserven Der ehemalige Minister der Antall-Regierung (Industrie und Handel), Nationalbankpräsident in den Neunziger Jahren und ökonomische Berater der ersten Orbán-Regierung, Ákos Péter Bod, hat die Orbán-Regierung eindringlich davor gewarnt, die Devisenreserven der Nationalbank (MNB) für wirtschaftspolitische Maßnahmen oder den Schuldendienst einzuplanen. Überlegungen über die "Einbeziehung der Devisenreserven" seien "gefährlich". Die Reserven (mit ca. 32 Mrd. EUR zwar in einem Jahr um 4 Mrd. geschrumpft, aber immer noch fast auf Allzeit-Hoch)) seien die einzige Versicherung gegen weiteren Vertrauensverlust am Anleihemarkt und so hoch, dass man mit ihrer Bewahrung tatsächlich ohne einen IWF-Kredit auskommen könnte. Wichtiger als Überlegungen, ob man die Reserven zur Ankurbelung der Wirtschaft einsetzt, sei eine "transparente und vorhersagbare" Zentralbankpolitik, denn nur dies würde in- wie ausländische Investoren beruhigen und sich bei einem Engagement in ungarische Staatspaiere sicher fühlen lassen
Wer die „Zwangsjacke des IWF“ nicht wolle, müsse eine besonders verlässliche und konventionelle Wirtschaftspolitik fahren, so Bod. Wer glaubt, man könne nach der Ablösung von Zentralbankchef Simor, mit der MNB „den Spielraum für Wachstumsimpulse ausdehnen“, der irre. Ungarn sei nicht in der Position „zu improvisieren“ und die Regierung tue gut daran, jemanden zum MNB-Chef zu ernennen, der sich dieser Situation im klaren ist. Bod erklärte damit implizit die Nichteignung von Minister Matolcsy für das bald vakante Amt des Nationalbankgouverneuers. Mehr zum Thema
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