Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 2/2010

(c) Pester Lloyd / 2 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Neue Chance für Balaton Airport

12.01.2010 · Wirtschaft

Der „Fly Balaton Airport“ in Sármellék am Westende des Balaton, wird vorraussichtlich im April seinen Betrieb wieder aufnehmen können. Der Insolvenzverwalter Vectigalis hat offenbar einen ungarischen Investor gefunden, der den Flughafen, der seit November 2009 in Insolvenz befindlich ist, übernimmt. Derweil laufen weiterhin Nachforschungen über die Eigentümerstruktur des vorherigen Betreibers, Cape Clear Aviation. Mittlerweile wurden vier Eigentümer, ein Brite, drei Iren ausgemacht sowie eine zypriotische Investementfirma und ein Budapester Immobilienunternehmen. Das Unternehmen schloss mit den beiden Anrainergemeinden Zalavár und Sármellék 2004 einen Pachtvertrag über 99 Jahre. Im Jahre 2008 wurden am Balaton immerhin 120.000 Fluggäste abgefertigt. Doch mit dem krisenbedingten Weggang des Hauptauftraggebers Ryanair 2009, brach das Geschäft fast vollständig zusammen und nur 15.000 Passagiere nutzten den Airport noch. the operator of the airport, on 10 November last year. Cape Clear hinterließ, laut Insolvenzverwalter Schulden von rund 700 Mio Forint (ca. 2,6 Mio EUR).

Druckversion

Chef von ITD Hungary fristlos entlassen

12.01.2010 · Wirtschaft

Chef von ITD Hungary fristlos entlassen

Der Chef der Ungarischen Handels- und Investitionsförderungsagentur ITD, György Rétfalvi, ist am Montag fristlos entlassen worden. Das teilte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums mit, bei dem die Behörde angesiedelt ist. Grund für den Rausschmiss ist eine seit September anhängige Ermittlung einer Controlling-Einheit der Regierung (KEHI) „welche die Kompetenz“ von Rétfalvi in Frage stellt. Das Wirtschaftsministerium teilt weiterhin mit, dass die Entlassung sofort wirksam wird und keine Abfindungen gezahlt werden. Noch vor einer Woche hatte der ITD-Chef in einer Pressekonferenz auf die Erfolge seiner Agentur verwiesen, wobei allerdings stets schwer nachzuweisen ist, ob eine Investitionsentscheidung auf die Tätigkeit der ITD oder auf strategische und betriebsinterne Entscheidungsprozesse der Unternehmen zurückzuführen ist. Der schnelle Abgang Rétfalvis lässt jedoch vermuten, dass es bei weitem nicht nur um Kompetenzfragen ging, denn diese waren bisher eher seltener der Grund für solche schnelle Postenenthebungen. Rétfalvi hat jedenfalls arbeitsrechtliche Schritte gegen die Entscheidung seiner Vorgesetzten angekündigt.

Druckversion

Ice Age brachte warmen Regen an die Kinokassen

12.01.2010 · Wirtschaft

in Ungarn

Die ungarischen Kinos konnten im Krisenjahr 2009 sowohl die Ticketumsätze als auch die Zahl der Kinobesucher erheblich steigern. Das teilte jetzt das Nationale Filmbüro in einer Aussendung mit. Danach konnten die Kinobetreiber von Dezember 2008 bis Ende November 2009 ein Plus von 10,2 bei den Umsätzen verbuchen, Dank erfolgreicher Blockbuster aus den USA. Den größten Erfolg hatte man mit dem 3D Animationsfilm „Ice Age 3“, der in Ungarn 772 Millionen Forint einspielte (ca. 2,9 Mio ÉUR) und von über 650.000 Kinobesuchern gesehen wurde. Der Filmverleiher Intercom nannte „Harry Potter und der Halbblutprinz“ auf Platz Zwei der erfolgreichsten Filme in Ungarn 2009 mit 490.000 Zuschauern und 526,6 Mio Forint Umsat. Obwohl erst Mitte Dezember gestartet, hat sich das 3D-Spektakel „Avatar“ binnen zwei Wochen schon auf den dritten Platz für das Gesamtjahr katapulitert. in gerade vierzehn Tagen sahen bereits 370.000 Menschen diesen Film und gaben dafür 512 Mio Forint aus. Im Jahr zuvor, 2008, war der Abba-Film „Mamma Mia“ der erfolgreichste Film, mit 750 Mio Umsatz und 773.000 Besuchern. Ungarische Filme schafften es wieder nicht in die Top Ten, knapp dahinter blieb „Valami Amerika 2“ von Gábor Hernádi, der es auf 277 Mio Forint Umsatz und immerhin 268.000 Zuschauer brachte.

Druckversion

Bescheidenes Ernteergebnis bei Getreide in Ungarn 2009

13.01.2010 · Wirtschaft

Die Ausbeute der ungarischen Getreideernte lag 2009 knapp 18% unter dem Ergebnis von 2008. Das meldet das Statistische Zentralamt in Budapest in einer vorläufigen Statistik. Der Gesamtertrag der ungarischen Getreideproduktion lag bei 11,9 Millionen Tonnen, -17,8% zum Vorjahr. Die bebaute Fläche war dabei fast die gleiche wie ein Jahr zuvor, ca. 2,3 Millionen Hektar, wobei Mais mit 1,18 Millionen Hektar den größten Teil des Anbaus ausmachte. Die Weizenproduktion sank 2009 um fast 22% auf 4,4 Millionen Tonnen, Mais wurden 7,5 Millionen Tonnen geernten, 15% weniger als zuvor. Der durchschnittliche Ertrag pro Hektar lag bei Weizen bei 3.850 Kilogramm, bei Mais bei 6.400 kg. Auch die Zuckerrübenernte hatte Einbußen von rund einem Fünftel hinzunehmen, 692.000 Tonnen wurden eingefahren, 52.350kg/ha. Sonnenblumen konnten 14% weniger gepflückt werden, 1,3 Millionen Tonnen und 2.350 kg/ha. Raps erbrachte 581.000 Tonnen, -11% und 2.220 kg/ha (-22%). Kartoffeln waren es 21% weniger, 541.000 Tonnen, der Ertrag je Hektar sank um ein Zehntel auf 24,3 Tonnen. Luzerne -21%, 611.000 Tonnen.

Druckversion

Ex-Botschafter als MDF-Spitzenkandidat

13.01.2010 · Politik

Das MDF, die gemäßigt konservative Partei, die im April um ihren erneuten Einzug ins Parlament bangen muss, hat wieder einen überraschenden Spitzenkandidaten gefunden. Der Partei, die eine wichtige Rolle in der Wende spielte, aber durch die Bipolarität der politischen Landschaft und eigene Intrigen fast zerrieben wurde, gelang zu den Europawahlen im Juni 2009 durch die Aufstellung des früheren Finanzministers Lajos Bokros zu einem Achtungserfolg und einem Mandat. Bei den Parlamentswahlen soll es nun der ehemalige Botschafter Ungarns in den USA András Simonyi, eine durchaus illustre Gestalt (auf dem Foto als Gitarrist einer Diplomatenband in Washington), richten. Jedenfalls will das die Zeitung Népszava wissen, sich auf „ungenannte Quellen“ berufend. Die Zeitung kolportiert auch das Gerücht, dass einige Mitglieder des liberalen SZDSZ in Gesprächen mit dem MDF seien, um auf deren Liste anzutreten. Die Gerüchte sind nicht weit hergeholt, schließlich gibt es im SZDSZ durch den neuen Vorsitzenden Retkes eine tiefe Spaltung und etliche Austritte. Aus eigener Kraft könnten liberale Abgeordnete derzeit parlamentarisch nicht überleben. Eine gemeinsame Liste von MDF und SZDSZ wäre daher hilfreich, ist aber wahlrechtlich problematisch.

Druckversion

Allianz kauft 50% des Allee Centers in Budapest

15.01.2010 · Wirtschaft

Allianz kauft 50% des Allee Centers in Budapest

Die Immobilientochter des Versicherungs- und Finanzdienstleistungskonzerns Allianz hat von der ING Real Estate Development 50% der Anteile am neueröffneten Allee Shopping Center übernommen. Der Preis für die Hälfte der Anteile an der Immobilie wurde mit 100 Millionen EUR angegeben. Das Management des Centers und die anderen 50% bleiben in Händen der ING. Das Allee Center im 11. Budapester Bezirk wurde im November eröffnet und startete gleich mit einem Skandal. Durch eine hohe Kohlenmonoxidkonzentration in und bei der Tiefgarage zogen sich mehrere Menschen gefährliche Vergiftungen zu. Trotz des Einsatzes von Feuerwehr und Krankenwagen ging der Betrieb am nächsten Tag weiter und es kam zu einer Wiederholung der Vorfälle.

Die Allianz beteiligt sich an einem Projekt, dass vom Tage der Eröffnung her voll ausvermietet war und 47.000 Quadratmeter an Verkaufsflächen, 7.000 Quadratmeter Büros beinhaltet. Alles in allem sind 140 Geschäfte, Restaurants und Unterhaltungsbetriebe ansässig. Alle Center war im Krisenjahr 2009 das einzige größere Shopping-Center Projekt in Ungarn. Stefan Brendgen, CEO der Allianz Immobilien, nannte den Ausbau seines Portfolios in östlichen Regionen als Ziel für dieses Jahr.

Druckversion

Titelseite der aktuellen Pester-Lloyd-Wochenzeitung

Neu · Jeden Freitag als PDF

Der Pester Lloyd als Wochenzeitung – wie früher am Kiosk, nur digital

Ausgabe 10.–16. August 2026, 15 Seiten im großen Zeitungsformat. Darin unter anderem:

• Sziget, Tag drei – Florence, Staub und ein Ermittlungsverfahren• András Baka vereidigt – ein Präsident für den demokratischen Wiederaufbau

Zeitung ansehen – 2,50 €

In eigener Sache – Ihr Kauf unterstützt unabhängigen Journalismus ohne Paywall.

0 0 Bewertungen
Beitragsbewertung
Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
0 Kommentare
Älteste
Neueste Meistbewertet
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
© Alle Inhalte Copyright 2026 Pester Lloyd
0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x