(c) Pester Lloyd / 21 – 2012 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Ungarn errichtet Denkmal für George Bush sen. in Budapest
22.05.2012 · Politik
Wie am Freitag bekannt wurde, plant die ungarische Regierung, in der Budapester Innenstadt eine Statue des amerikanischen Ex-Präsidenten George Bush sen. aufzustellen. Der genaue Standort für das 34,4 Mio. HUF (115 000 EUR) teure Denkmal stehe noch nicht fest, ließ die Pressestelle der Regierung verlauten. Ministerpräsident Viktor Orbán, der sich gerade beim NATO-Gipfel in Chicago aufhält, sagte der Washington Post, dass die Bush-Statue auf das erst kürzlich aufgestellte überlebensgroße Abbild Ronald Reagans folgen solle. Damit solle Bush, der Ungarn im Sommer 1989 besucht hatte, als Unterstützer des friedlichen Systemwechsels im Land geehrt werden. Die Fidesz-geführte Regierung hat in den vergangenen Jahren unzählige neue Denkmäler aufstellen lassen bzw. ungeliebte Symbole entfernt oder umgesetzt, sofern sie das „Nationalbewusstsein“ nicht angemessen repräsentierten. Neben fragwürdigen Persönlichkeiten der ungarischen Historie werden vor allem bedeutende US-Amerikaner als Befreier vom Sozialismus gefeiert, auch wenn die Rolle Elvis Presleys hierbei vielleicht ein wenig überschätzt werden dürfte. Der Platz der Republik wurde in Papst Johannes Paul II. umbenannt. TA
Wallenberg-Denkmal in Ungarn geschändet
25.05.2012 · Nachrichten
Der "Denkmalkrieg" in Ungarn hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Am Dienstag fanden sich auf der Statue von Raoul Wallenberg, der tausende Budapester Juden vor der Deportation rettete, Schweinefüße. Sowohl das Außenministerium als auch die Autoritäten des 2. Budapester Bezirkes, wo das Denkmal angesiedelt ist, verurteilen die Schändung umgehend. "Jene, die das Denkmal dieses Mannes geschändet haben, der sein Leben riskierte um zehntausenden Menschenleben vor dem Holocaust zu retten, handelten gegen die europäischen Traditionen, gegen die Kultur und gegen unsere Werteordnung." hieß es aus dem Ministerium für “Nationale Ressourcen”. In diesem Jahr begeht Ungarn, aus Anlass des 100. Geburtstages, des in stalinistischer Haft umgekommenen schwedischen Diplomaten ein offizielles Wallenbergjahr . Heute wird der israelische Botschafter in Ungarn, Ilan Mor, am Denkmal einen Kranz niederlegen
Die Tat, wegen der die Polizei Ermittlungen aufnimmt, wird im Zusammenhang mit und als Rache auf die „Umgestaltung“ einer neu errichteten Horthy-Statue sowie das Beschmieren einer Gedenktafel für eine antisemitische Schrifstellerin gesehen. Doch bereits in den Jahren zuvor war auch das Holocaust-Denkmal am Donauufer desöfteren Tatort für neofaschistische und explizit antisemitische Anschläge.
Der Blog Pusztaranger hat den „Denkmalkrieg“ hier ausführlich dokumentiert , darin auch die Links zu unseren Beiträgen zum Thema Horthy-Denkmäler -plätze und -gedenktafeln.
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