(c) Pester Lloyd / 21 – 2015 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Bombenfund in Budapest: Reisebus aus Prag nach Bulgarien wurde geräumt
20.05.2015 · Nachrichten
Tschechische, bulgarische und ungarische Ermittler arbeiten mit Hochdruck an der Aufklärung eines Bombenfundes in einem Reisebus am Sonntag. Der Bus war auf dem Weg von Prag ins bulgarische Varna.
Bei einem Zwischenstopp in Budapest untersuchte der Fahrer einen eigenartigen Geruch, den Passagiere im Inneren wahrnahmen und ließ das Gepäck ausräumen. Es stellte sich heraus, dass einer der Koffer keinem der anwesenden Passagiere gehörte. Beim Öffnen kam ein Benzinkanister sowie ein Sprengsatz zu Tage, Spezialisten der Budapester Polizei entschärften die Bombe, die Fahrgäste setzten ihre Reise mit einem anderen Bus fort. Angeblich soll der Verdächtige, der das Gepäckstück platzierte in Prag zugestiegen und in Brno ausgestiegen sein.
Heute, Mittwoch legte sich das ungarische Antiterrorzentrum TÉK fest, dass der Fund „mit keiner Terrororganisation in Verbindung gebracht“ werden könne, es lägen auch keine Informationen vor, dass der Anschlagsversuch „ideologisch, politisch oder religiös“ motiviert sei. red.
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Geld für Orbáns Palast: Teile der Budapester Corvinus-Uni werden verkauft
20.05.2015 · Nachrichten
Corvinus: war, ist und bleibt! Zaghafte Proteste der Wirtschaftsstudenten Die „Bildungsreform“ im Hochschulwesen wird konkret: die renommierte Budapester Corvinus Wirtschaftsuniversität verliert ihren Campus auf der Budaer Seite (in der Villányi Straße, u.a. Gartenbau, Agrarwissenschaften, Lebensmitteltechnik etc.). Die Gebäude und Liegenschaften dort befinden sich im staatlichen Eigentum, sie sollen verkauft werden, die Erlöse werden der Renovierung der Budaer Burg zugeführt, sprich: dem Ausbau des Burgbergs zum repräsentativen Amtssitz Orbáns .
Es geht beim Budapester Campus um 7,3 Hektar, das sog. Budaer Aboretum, in bester Lage in einem der teuersten Bezirke der Hauptstadt, einschließlich eines Gebäudeensembles, das erst vor wenigen Jahren – teilweise – renoviert wurde. Die dort tätigen Fakuläten sollen u.a. nach Szeged bzw. Hódmezövásárhelyi ausgelagert und dabei verkleinert werden.
Im Rahmen der Strategie, das Hochschulwesen auf „volkswirtschaftliche Effizienz“ zu trimmen, wie Fidesz seine gelebte Bildungsfeindlichkeit umschreibt, ist mit weiteren Schließungen und Umstrukturierungen zu rechnen. Die ersten Streichlisten kursieren, andere Studiengänge wurden einer staatlichen Zensur unterstellt. Details und Hintergründe dazu in unserem Ressort BILDUNG / FORSCHUNG / LEHRE
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600 Mio. Forint "Taschengeld": Ungarisches Forschungsinstitut wehrt sich gegen amtliche Geldwäsche
20.05.2015 · Nachrichten
Das Meinungs- und Politforschungsinstitut Kopint-Tárki ficht eine öffentliche Auftragsvergabe über rund 6 Mio. EUR an. Die Ausschreibung der ungarischen Nationalbank MNB über verschiedene Entwicklungsstudien und Erhebungen gewann – nicht wirklich überraschend – das Institut Századvég, das nicht nur einfach als regierungsnah gilt, sondern geradezu eine Kaderschmiede für Orbán-Berater wurde.
Insider, darunter ein ehemaliger Mitgründer, bezeichnen das Institut als „Geldwaschmaschine“, über die Jahre seien Abermillionen von Steuergeldern für wertlose Studien überwiesen worden und so in die Taschen der Eigentümer und ihrer Hintermänner „privatisiert“ worden. (Századvég wehrte sich gerichtlich gegen diese Vorhaltungen, verlor aber. Das hat zwar keine strafrechtlichen Konsequenzen hinsichtlich Geldwäsche, darf aber weiter behauptet werden…)
Kopint-Tárki verlangt nun die Offenlegung der von Századvég eingereichten Bewerbung, denn es sei ein eigenartiger Zufall, dass der Mitbewerber exakt die Summe bot, die der Auftraggeber als Maximalbetrag veranschlagt hatte, 1,8 Mrd. Forint. Kopint-Tárki hingegen bot die gleiche Leistung für 1,2 Mrd. HUF an, wurde aber mit der Begründung abgewiesen, dass das Fidesz-Institut „bessere Zusatzmaterialien“ angeboten hätte.
Die MNB hat nun sieben Tage Zeit, auf den Widerspruch zu reagieren, danach bliebe dem Beschwerdeführer noch der Gerichtsweg. red.
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