(c) Pester Lloyd / 24 – 2012 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Kulturtipp: 17. Donau-Karneval in Budapest
13.06.2012 · Kultur
Eine Woche Tanz und Gesang, rund um den Globus in Budapest: Am Samstag wurde in Budapest der 17. Donau-Karneval für Tanz und Musik feierlich eröffnet. Bis Sonntag, den 17. Juni werden nun über 300 Tanzkünstler aus zehn Ländern die Stadt in eine einzige farbenfrohe Tanzfläche verwandeln. Von Volkstanz über zeitgenössische Tanzgruppen bis hin zu klassischer Musik ist für jeden Kulturliebhaber etwas dabei. Das verbindende Element aller Gruppen ist dabei die östliche Kultur, wobei neben Künstlern aus Polen, der Ukraine, Tschechien und der Slowakei auch Ensembles aus Aserbaidschan, China, Indien und der Türkei vertreten sein werden
Neben den Tanzvorführungen an diversen Orten in der Innenstadt wird es am Vörösmarty tér eine Bühne geben, auf der zahlreiche Open-Air-Konzerte stattfinden. Als Höhepunkt des Donau-Karneval wird es zum Abschluss am Sonntag noch eine gemeinsame Gala-Performance aller Teilnehmer in der Freilichtbühne auf der Margareteninsel geben. Das Festival erhielt bereits mehrere Auszeichnungen, da es unter anderem der traditionellen Volkskunst eine internationale Bühne bietet und so aktiv zur Völkerverständigung, nicht nur in Osteuropa, beiträgt.
Das komplette Programm: www.kulturpart.hu/folk TA
Grüne Guerrilla gärtnert in Budapest
13.06.2012 · Budapest
Die ungarische Hauptstadt hat wahrlich unzählige schöne Seiten zu bieten, und gerade wenn Sommer und Sonne sich breit machen, hält es kaum jemanden mehr in seiner Wohnung. Doch ist man erst einmal draußen, fällt einem bald auf, wie wenig sommerliches Grün die Betonwüste an manchen Stellen schmückt. Da ist es erfrischend zu sehen, wenn jemand dem Grau mit etwas Kreativität ein neues Antlitz verleiht, und zwar nicht durch Graffiti oder ähnliches, sondern mit Blumen. „Guerrilla Gärtnern“ nennt sich die weltweite Bewegung, deren Aktionen auch in Budapest immer häufiger zu beobachten sind. Egal ob Schlagloch, Straßenschild oder einfach ein von der Stadt vernachlässigtes Blumenbeet, nahezu alles eignet sich dafür, mit etwas Grün verziert zu werden. Offiziell ist das natürlich illegal, doch einen Nachteil hat davon wohl niemand, wenn die Stadt etwas mehr aufblüht.
Kulturtipp: Nacht der Museen in Budapest
13.06.2012 · Kultur
Ein kultureller Rundumschlag mit Eventcharakter: Am Samstag, den 16. Juni 2012 findet die alljährliche Nacht der Museen nun schon zum zehnten Mal statt. Für dieses Event öffnen 102 Museen und Kultureinrichtungen in Budapest und nochmal weitere 176 in ganz Ungarn ihre Tore bis spät in die Nacht. Alle Möglichkeiten aufzuzählen, würde definitiv den Rahmen sprengen, doch egal ob Kunst oder Geschichte, ob Nationalgallerie oder Hinterhofmuseum, für jedes Interessengebiet ist eine Anlaufstelle zu finden
Einige teilnehmende Häuser würde man auch eher nicht im Bereich „Museum“ verbuchen, beispielsweise bietet der Nationalzirkus ein Sonderprogramm oder gibt es spezielle Nachtführungen durch das Budapester Burglabyrinth. Wer nach der kulturellen Rundreise noch etwas Erholung sucht, kann im Rudas-Thermalbad noch bis vier Uhr nachts entspannen. Doch auch die eher traditionellen Museen bieten an diesem Abend ein umfangreiches Rahmenprogramm mit diversen Konzerten, Spezialtouren oder Sonderausstellungen.
Die Tickets für das Event kosten 1500 HUF (5 EUR), was den Eintritt in sämtliche Einrichtungen sowie kostenlose Nutzung des Budapester Nahverkehrs und der speziellen Shuttle-Busse beinhaltet. Fünf Ringlinien bedienen bis 2 Uhr alle wichtigen Punkte im gesamten Stadtgebiet.
Für mehr Information: www.muzej.hu (Ungarisch und Englisch)
Medizininstitut in Ungarn stellte "Rassennachweis" aus
13.06.2012 · Nachrichten
Ein Parlamentsabgeordneter der neofaschistischen Partei Jobbik wollte sich vor der Kommunalwahl 2010 gegenüber seinen potentiellen Wählern besonders empfehlen und suchte und fand (!) ein medizinisches Labor, das sein Blut auf "genetische Rassenreinheit" untersuchte und ihm ein Zertifikat ausstellte, in dem bestätigt wird, dass er "weder Roma noch Juden als Vorfahren" hat
Der Skandal ist dabei nicht, dass der Abgeordnete der Jobbik auf eine solche Idee kam, sondern, dass es hierzulande ein zertifiziertes medizinisches Labor gibt, das sich zu solcher „Analyse“ bereitfand. Das „Nagy Gén Diagnostik- und Forschungsinstitut“ mietet übrigens Räume in der angesehensten Universität des Landes der Eötvös Lorant Uni in Budapest, Kunden des Institutes könnten sich auch nach Alternativen umsehen. Der Medizinische Forschungsrat, ein Beratungsgremium der Regierung, hat nun eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft geleitet, um den bald zwei Jahre alten Fall auf strafrechtliche Relevanz zu untersuchen, die im Verbot auf Herabwürdigung von Minderheiten zu finden ist, die jedoch möglicherweise nur durch die Publizierung schlagend wird, nicht durch den Gentest selbst.
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