(c) Pester Lloyd / 25 – 2009 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
0925buchmarkt
18.06.2009 · Wirtschaft
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Ungarns Buchmarkt 2008: +1%
In Ungarn wurden 2008 Bücher und CD´s im Wert von 67,6 Milliarden Forint (nach heutigem Kurs rund 240 Mio EUR) verkauft. Damit stiegen die Umsätze der Buchhändler und Verlage noch um 1% zu 2007, teilt das Statistische Amt in Budapest mit. 2008 erschienen in Ungarn insgesamt 15.255 neue Publikationen, Bücher, aber auch Broschüren werden dabei gezählt.
Die Gesamtauflage aller Titel betrug im Vorjahr 44,5 Millionen Exemplare. Fachbücher und Sprachführer erreichten einen wertmäßigen Marktanteil von 25,5%, Sachbücher fielen um 6% auf 24,1%. Belletristik hatte 2008 einen Marktanteil von 17,8%, gemessen nicht an der Zahl der verkauften Bücher, sondern dem daraus generierten Umsatz. Der Marktanteil von Kinderbüchern betrug immerhin 12,7%. CD´s und CD-ROM´s machten knapp 9% aus, Hörbücher lagen weit unter 1% des Gesamtmarktes. Das Libri Buchgeschäft für Studienliteratur in der Váci utca
Ein einziges Buch erreichte in Ungarn im letzten Jahr eine Auflage von mehr als 100.000 Exemplaren, natürlich ein Harry Potter. Rund ein Drittel aller verlegten Titel sowie 38% aller gedruckten Seiten stammen von Ausländern. Davon stellten wiederum Amerikaner, Briten und Deutsche rund drei Viertel.
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(c) Pester Lloyd
Gastarbeiter werden gegen Ungarn getauscht
18.06.2009 · Wirtschaft
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Gastarbeiter werden gegen Ungarn getauscht
Gastarbeiter, legale wie illegale, haben in der Krise zuerst ihre Jobs verloren. Wir berichteten bereits über den Exodus tausender Slowaken, die in Ungarn bei Autozulieferern und im Baugewerbe tätig waren, vermittelt als Zeitarbeiter von teils dubiosen Arbeitsvermittlern. Für sie galten praktisch keinerlei arbeitsrechtliche Grundstandards.
Die Wirtschaftszeitung Napi Gazdaság versucht diese Vorgänge nun in Zahlen zu erfassen, was in den verwinkelten Gefilden der Grauwirtschaft nicht leicht ist. Die Zeitung schätzt, dass seit Ende 2008 bis zu 12.000 Gastarbeiter Ungarn verlassen haben. Dabei stüzt man sich auf Angaben der regionalen Arbeitsämter, was schon verdeutlicht, dass es hier eine enorme Dunkelziffer hinzu zu zählen gilt, um der Wahrheit näher zu kommen. Im Sommer sollen demnach nochmals rund 4.000 Menschen folgen. Im ersten Quartal erteilte die staatliche Arbeitsagentur 15% weniger Arbeitsgenehmigungen als vor einem Jahr.
Bei den Entlassungen geht es aber längst nicht nur um weggefallene Arbeitsplätze. In manchen Regionen werden 15-20% der „neuen Jobs“ kreiert, in dem man die Ausländer, die man erst vor wenigen Jahren noch hofierte, vor die Tür setzt und dafür Ungarn einstellt, denen es nun offenbar schlecht genug geht, damit sie für sie früher unwürdige Arbeiten verrichten. Macht sich auch viel schöner in der Statistik.
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200 Mio Kredit für Gaslager der MOL
18.06.2009 · Wirtschaft
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200 Mio Kredit für Gaslager der MOL
Ungarns größter Mineralölkonzern MOL hat mit der Europäischen Entwicklungsbank (EBRD) einen Kreditvertrag über 200 Millionen EUR geschlossen. Die Vereinbarung läuft über acht Jahre. Das Geld soll vor allem zur Finanzierung des Ausbaus von strategischen Gaslagern verwendet werden, die für Ungarns Energiesicherheit als notwendig erachtet werden.
MOL war zwar vor Jahren aus dem Lagergeschäft ausgestiegen, hatte aber bemerkt, dass sich aufgrund der politischen Verhältnisse, einiges Geld mit der Angst vor kalten Wohnstuben machen lässt. Über die MMBF will MOL mit rund 2 Milliarden Kubikmetern vertreten sein, 60% davon als strategische Reserve, die bis zu 45 Tage 20 Mio. Kubikmeter Gas pro Tag liefern könnte (also rund 30% des Winterbedarfs in Ungarn), vermietet an ein Staatsunternehmen sowie 40% als kommerzielles Lager. 2010 soll alles fertig gestellt und aufgefüllt sein. MOL ist außerdem eine Kooperation mit Gazprom zur Errichtung eines Gaslagers eingegangen. Eine Investition die mit der Beteiligung Ungarns am South Stream Projekt zusammen hängt.
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In Ungarn will jeder eine eigene Mehrwertsteuer
18.06.2009 · Wirtschaft
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In Ungarn will jeder eine eigene Mehrwertsteuer
Nachdem sich die Regierung dazu durchgerungen hat, den Beziehern von Fernwärme den niedrigsten Mehrwertsteuersatz zu gewähren ( unser Beitrag ), um die meist sozial nicht so gut gestellten Bewohner von Plattenbauten nicht zu ruinieren, kommen nun die verschiedensten Interessengruppen an und wollen alle ihren eigenen, natürlich, ermäßigten Steuersatz.
Der Plan war für 1. Juli eigentlich: 25% auf alles außer Grundnahrungsmittel, Medikamente, Bücher etc. für diese gelten dann ermäßigte Steuersätze von 18 bzw. 5 oder 6%, je nach dem wie es die EU genehmigt. Nun hat es auch die Lobby der Hotellerie geschafft, einen Nachlass auf die Mehrwertsteuererhöhung durchzusetzen.
Mit Hinweis auf ihre schreckliche Lage ließ sich das Büro des Ministerpräsidenten erweichen, Hotels und andere „kommerzielle Unterkunftsbetriebe“ ebenfalls mit nur 18% zu besteuern. Dies würde rund 10 Milliarden Forint Entlastung für das Übernachtungsgewerbe bringen, rechnet man aus. Man darf gespannt sein, welche Branchen noch vorstellig werden und ihre systemrelevante, schreckliche Lage in die Waagschale werfen.
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50 Mrd. HUF Umsatz bei Praktiker Ungarn
18.06.2009 · Wirtschaft
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50 Mrd. HUF Umsatz bei Praktiker Ungarn
Die Baumarktkette Praktiker Ungarn meldet für das Geschäftsjahr 2008 einen Umsatz von 50,2 Mrd. HUF, nach heutigem Kurs ca. 178,1 Mio EUR. Damit konnte man die Einnahmen um 5,4% im Vergleich zu 2007 steigern. Auf einer Pressekonferenz sagte der Vorstandschef des deutschen Unternehmens, dass Praktiker sein Ungarngeschäft weiter ausbauen wird, auch wenn die Auswirkungen der Wirtschaftskrise und das Sparprogramm der Regierung den Appetit der Kunden, Baumarkprodukte zu kaufen, einschränken. Praktiker betreibt landesweit 19 Geschäfte und empfing nach eigenen Angaben 5,6 Mio Kunden, eine Verdopplung innerhalb von zehn Jahren. 2008 wurden zwei neue Standorte eröffnet, Békéscsaba und Székesfehérvár, wo es nun bereits zwei Praktiker gibt. 2009 sind, konjunkturbedingt, keine größeren Investitionen geplant, im Frühjhar 2010 wird in Esztergom ein 6.700qm-Markt eröffnen. Mitte März öffnete Praktiker seinen Webshop auch für Ungarn, 500.000 Besucher sahen sich die rund 1.000 Angebote dort bereits an. Die meisten Besteller machten dabei übrigens vom Zustellservice Gebrauch, da online zahlen hierzulande noch nicht sonderlich verbreitet ist.
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Ungarns Premier Bajnai besucht Israel
19.06.2009 · Politik
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Ungarns Premier Bajnai besucht Israel
Ab kommenden Montag wird Ungarns Ministerpräsident, Gordon Bajnai, Israel einen zweitägigen offiziellen Besuch abstatten. Dabei wird er mit Präsident Shimon Peres ebenso zusammentreffen wie mit seinem Amtskollegen Benjamin Netanyahu. Aufgrund „anderweitiger“ Termine haben führende Vertreter der Palästinenser ihre zuvor geplanten Gespräche mit Bajnai abgesagt, hieß es von Regierungssprecher Domokos Sollár. Offiziell gilt der Besuch dem „20. Jahrestag der Erneuerung der diplomatischen“ Beziehungen zwischen Israel und Ungarn. Angesichts der Lage im Land, wird Herr Bajnai aber sicher eine ganze Reihe von Fragen zu Jobbik, „Ungarische Garde“ und den zahlreichen antisemitischen Auswüchsen der letzten Zeit gestellt bekommen, von öffentlichen Beleidigungen über Denkmalsschändungen bis hin zu tätlichen Angriffen auf ungarische Bürger jüdischer Herkunft.
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