(c) Pester Lloyd / 31 – 2011 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Tesco versucht sich von Krisensteuer in Ungarn zu befreien
01.08.2011 · Wirtschaft
Die größte ungarische Handelskette, der britsche Tesco-Konzern, versucht die lästige Krisensondersteuer durch verbesserte Konditionen bei den Mieten zu kompensieren. Das Internetmagazin Index.hu berichtet von einem Versuch des Konzerns die Stadtverwaltung des XII. Bezirks von Budapest zu einer geringeren Mietzahlung für das benutzte Grundtück zu bewegen, um "den Standort zu erhalten". 15% sollte der Rabatt ausmachen, in Summe 300 Mio. Forint, also über 1,15 Mio. EUR pro Jahr
Der Vizebürgermeister wies das Ansinnen ab, János Váczi belehrte das Unternehmen, dass dieses wohl „die Intentionen der Regierung missverstanden habe“. Die Sondersteuer sollten ein Beitrag von Großkonzernen „mit Milliardenumsätzen und -gewinnen“ sein, um die Wirtschaft wieder auf die Beine zu stellen, nicht aber, „um die Kosten an Lieferanten, Kunden und die lokalen Autoritäten weiterzuleiten.“
Allein Tesco zahlte im letzten Jahr rund 10.7 Mrd. Forint (ca. 40 Mio. EUR) seines Umsatzes von 666,5 Mrd. Forint (2,7 Mrd. EUR) an Sondersteuer in die Staatskasse, neben den regulären Steuern. Marktführer Nr. 2, die CBA-Kette, ein Zusammenschluss ungarischer Händler und Lieferanten kommt weitgehend ungeschoren davon, da man dort die Verkaufsstellen einzeln bewertet, womit viele unter dem Freibetrag bleiben bzw. einen geringeren Steuersatz beanspruchen können.
Bürger in Ungarn schulden Steuern, Staat bleibt Rechnungen schuldig
02.08.2011 · Nachrichten
Bürger und ungarischer Staat mit schlechter Zahlungsmoral Das ungarische Finanz- und Zollamt NAV meldet derzeitig Steuerausstände von 230 Milliarden Forint, ca. 850 Mio. EUR. Auf der schwarzen Liste des Finanzamtes stehen 2015 Unternehmen und 3.470 Personen seit mehr als 180 Tagen in der Kreide, die Rate hat sich gegenüber den Vorjahren nicht wesentlich verändert, sinkt leicht, jedoch nur durch Veränderung der Steuergesetze. Die meisten Steuerschuldner treffen Teilzahlungsvereinbarungen mit dem Finanzamt und tauchen in der obigen Statsitik daher nicht auf. Jedoch auch staatliche Behörden und ihnen untergeordnete bzw. angegliederte Institutionen schuldeten Lieferanten und Dienstleistern Ende Juni knapp 40 Mrd. Forint, rund 140 Mio. EUR und damit 6% mehr als vor einem halben Jahr. Das ergab eine Berechnung der Wirtschaftszeitung Világgazdaság, die sich auf offizielle Daten beruft. Rund ein Drittel dieser Summe ist bereits seit mehr als zwei Monaten überfällig, obwohl das offizielle Zahlungsziel 30 Tage beträgt. 11,7 Mrd. Forint an ausstehenden Rechnungen gehen auf das Konto von Universitätskliniken, weitere 7,2 Mrd. Forint häuften sich beim Verteidigungsministerium an. Allein das zentrale Militärhospital verschuldete sich in einem einzigen Monat um fast 800.000 EUR.
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