(c) Pester Lloyd / 33 – 2009 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Trübe Zukunftsaussichten von Studenten in Ungarn
10.08.2009 · Bildung &
amp; FORSCHUNG 15. 08.2009 _______________________________________________________
Trübe Zukunftsaussichten von Studenten in Ungarn
Studenten des Rechts, der Informationstechnologie und der Militärakademie sind in Ungarn am optimistischsten, was ihre Jobchancen nach der Ausbildung angeht. Am traurigsten sieht es bei den Agrarwissenschaften aus, wo 68% der Studenten sehr skeptisch sind, ob sie überhaupt eine angemessene Anstellung finden können.
69% der befragten ungarischen Studenten meinen, dass die Wirtschaftskrise überhaupt keinen Einfluss auf ihre Berufschancen habe, vielleicht ein Hinweis auf fehlenden Realitätsbezug der Studieninhalte? 13% meinen, die Krise könnte ihre Karriere negativ beeinflussen, 16% glauben gar, die Krise würde ihre Chancen erhöhen.
Von letzterer Gruppe waren die meisten Jurastudenten, die tatsächlich in einer Krise zu den Gewinnern zählen und sei es nur durch die Abwicklung von Insolvenzverfahren, etc. Die Studierenden der Wirtschaftswissenschaften (incl. Betriebswirtschaft) sind dagegen im Leben angekommen. 63% von ihnen geben an, dass zumindest kurzfristig ihre Jobchancen eher schlecht stehen, rund die Hälfte der Studenten der Philologischen Fakultäten sehen das auch so.
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Chef der Budapester Öffis gefeuert
11.08.2009 · Wirtschaft
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Chef der Budapester Öffis gefeuert
István Kocsis, Chef der Budapester Verkehrsbetriebe und in Personalunion Direktor bei der Personenverkehrssparte der Bahn, MÁV-Start, sowie Aufsichtsrat der Ungarischen Post wird mit sofortiger Wirkung seinen Arbeitsplatz verlassen. Offiziell heisst es, dass dieser Schritt im gegenseitigen Einvernehmen und wegen strategischer Neuausrichtungen vereinbart wurde, was aber in Ungarn nichts anderes als einen glatten Rausschmiss bedeutet. Kocsis verneint zwar jede Kenntniss über die dubiosen Abfindungs- und Lohnfortzahlungen in Millardenhöhe an ehemalige BKV-Manager, die seit Tagen die ungarische Öffentlichkeit empören, dennoch muss er nun wohl die Verantwortung für die Vorkommnisse in seinem Verantwortungsbereich tragen.
Freifahrtsschein für Dauerbezüge
Abfindungs-Skandal bei den BKV
Eine führende Mitarbeiterin der Budapester Verkehrsbetriebe (BKV) strich, nach einer gezahlten Abfindung immernoch ein sattes Gehalt und Boni ein. Nun wurde sie zum zweiten Mal entlassen. Der Vorfall erregt natürlich die Gemüter, die politischen Parteien, die im Aufsichtsrat der BKV vertreten sind, wollen jetzt eine Sonderprüfung. ZUM BEITRAG
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Elcoteq Ungarn entlässt nochmals 700 Arbeiter
11.08.2009 · Wirtschaft
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Elcoteq Ungarn entlässt nochmals 700 Arbeiter
Der finnische Elektroinkkonzern Elcoteq ist schon Stammgast auf der langen Liste der Massenentlassungen in Ungarn. Ende September werden nochmals 700 Menschen, die bisher im Elcoteq-Werk in Pécs ihren Lebensunterhalt verdient haben, auf die Strasse geschickt. 390 davon sind Festangestellte gewesen, 310 waren Leiharbeiter. Als Grund wird auch hier der massive Rückgang von Aufträgen angegeben, nicht etwa die leichtsinnige Ausweitung von Kapazitäten in Boomzeiten. Elcoteq beschäftigt serzeit noch rund 4.000 Menschen in und um Péces und ist damit der grösste Arbeitgeber der Region. Schon Anfang des Jahres mussten 1.350 Mitarbeiter gehen. Dabei haben die Ungarn noch Glück, da man Kapazitäten aus Estland nach Ungarn verlagert hat, sonst hätten wohl noch viel mehr ihren Job verloren.
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Gazprom will in Ungarn für Serbien Gas lagern
11.08.2009 · Wirtschaft
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Gazprom will in Ungarn für Serbien Gas lagern
Der staatliche, russische Gaskonzern Gazprom will in Ungarn Lagerkapazitäten über 200 Mio Kubikmeter für die Zwischenlagerung von Erdgas für Serbien anmieten. Dazu haben sich Vertreter der serbischen Gasfirma in Wien mit Managern der E.ON Földgáz Storage getroffen, will MTI erfahren haben. E.ON wollte oderkonnte eine derartige Verabredung jedoch bisher nicht bestätigen und wies darauf hin, dass die derzeitigen Vertragspartner Vorrechte haben und lediglich darüber hinaus gehende Kapazitäten auch für Dritte zur Verfügung stehen. Derzeit werden die Gaslager mit Hochdruck gefüllt, um für die Heizsaison, aber auch gegen evtl. drohende Ausfälle von Lieferungen aus der Ukraine gerüstet zu sein. Insgesamt wird E.ON 3,7 Mrd. Kubikmeter Erdgas lagern. Dazu wurden von beiden grossen Anbietern, E.ON und MOL neue Lager in Betrieb genommen.
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Ungarns grösste Bank mit Gewinnrückgang, aber stabil
12.08.2009 · Wirtschaft
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Ungarns grösste Bank mit Gewinnrückgang, aber stabil
Am Freitag legt die führende ungarische Bank,OTP, ihre Zahlen für das zweite Quartal 2009 vor. Sich als unabhängig bezeichnende Analysten erwarten einen Gewinneinbruch von rund 40-45%, betonen aber, dass die Fundamentaldaten der Bank in Ordnung seien und das Institut an sich gut dasteht. Erwartet wird ein Nettogewinn von rund 40 Mrd. HUF (ca. 147 Mio EUR). Das wäre ein Minus von über 40% zum Vorjahresquartal, dass aber das historische beste Quartal in der Geschichte der Bank überhaupt war, daher müsse man den Vergleich entsprechend relativieren. Die Vermögensverwaltung laufe gut, die Kosten habe man im Griff, die Liquidität sei ausgezeichnet. Einzig das faulende Kreditportfolio macht der OTP, wie jeder in Osteuropa tätigen Bank, zu schaffen. Daher steigen die Kosten für Risikorücklagen und Abschreibungen nicht einholbarer Kredite, deren Zahl sich binnen eines Jahres ungefähr verdoppelt hat.
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Kampf gegen Zwangsräumungen in Ungarn
14.08.2009 · Wirtschaft
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Kampf gegen Zwangsräumungen in Ungarn
32.000 zahlungsunfähige Kreditnehmer sollen nun direkte Hilfen von der Regierung erhalten. Es handelt sich dabei überwiegend um Kreditnehmer für Hausbau und Wohnungsfinanzierung, die aufgrund des Forintverfalls (Fremdwährungskredite) und / oder Arbeitsplatzverlustes die Kredite nicht mehr bedienen konnten. Der soziale Druck in Ungarn ist enorm gestiegen, nachdem in den letzten Monaten rund 15.000 Häuser und Wohnungen zwangsgeräumt wurden. Die Banken hatten sich meist nicht an Absprachen mit der Regierung gehalten, in Härtefällen Kulanz walten zu lassen, Zahlungsfristen zu verlängern und vor allem nicht einseitig Kreditkosten zu erhöhen.
Nun will die Regierung direkt mit staatlich garantierten Überbrückungskrediten eingreifen und auch direkt bei den Banken wegen besserer Konditionen intervenieren. Die sozialistische Parlamentspräsidentin, Katalin Szili, aber auch Zivilorganisationen, regten bereits eine außerordentliche Parlamentssitzung an, da, nach Worten von Szili, rund eine halbe Millionen Menschen, inklusive 300.000 Kindern existenzielle Einbußen beim Lebensstandard zu verkraften haben. 750.000 der 1,4 Millionen Hypothekenkredite in Ungarn sind immernoch auf Fremdwährungsbasis notiert. Der oppositionelle Fidesz monierte, dass die Regierung seit Beginn der Krise „hochtrabende Versprechen“ gemacht habe, doch den 80.000 Familien, die bis Jahresende ihre Bleibe verlieren könnten, noch nicht wirklich geholfen habe.
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