(c) Pester Lloyd / 37 – 2011 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Nationaler Aufgalopp mit Streitwagen und Alternativen Autos
16.09.2011 · Budapest
Noch bis Sonntag findet auf dem Budapester Heldenplatz der diesjährige "Nationale Aufgalopp" statt, ein traditionelles Pferderennen mit großem Volksfestspektakel. Rund 500 Pferde mit Reitern aus 72 Städten nehmen an insgesamt 12 Qualifikationsrunden tei, am Sonntag startet das Finale, bekannte Persönlichkeiten werden das Event nutzen, um Geld für wohltätige Zwecke zu sammen. Dem Gewinner winkt ein Preisgeld von 10 Millionen Forint, ca. 36.000 EUR
Entlang des Andrássy Boulevards erwarten die Besucher Vorführungen traditioneller Handwerkskünste, Folkloreshows, Konzerte und verschiedene gastronomische Angebote. Ein Novum findet am Sonntag statt, eine Parade wird 40 Fahrzeuge präsentieren, die alternativen Energien angetrieben werden. Die Autos werden am Oktogon-Platz vorgestellt, der Oberbürgermeister wird um 1 Uhr mittags die „Alternativrallye“ starten lassen. Doch damit nicht genug: auf dem Heldenplatz wird nach den Pferderennen noch ein Streitwagenrennen abgehalten werden, bereits ab Freitagabend werden Andrássy út und Heldenplatz für den normalen Verkehr gesperrt sein.
Der „Nationale Aufgalopp“ wird jedes Jahr einer anderen historischen Persönlichkeit gewidmet, in diesem werden die Brüder Miklós und László Bercsenyi geehrt, die als „Kuruzengeneräle“ im Rákóczi-Aufstand gegen die Habsburger Ende des 18. Jahrhunderts eine Rolle spielten, die sie heute zu Nationalhelden macht.
Polizei in Ungarn verbietet Großdemonstration
16.09.2011 · Nachrichten
Trotz eines vom Budapester Polizeipräsidium ausgesprochenen Verbotes hält die "Aktionseinheit" von fast 70 Branchengewerkschaften und Zivilorganisationen an ihrem gewerkschaftlichen D- Day fest. Vom 29. September an hatte das Bündnis für unbegrenzte Zeit landesweit verschiedene Aktionen angekündigt , um gegen Maßnahmen der Regierung zu Lasten von Gewerkschaften und Arbeitnehmer zu protestieren
Auf einer Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag im Haus der Chemiegewerkschaft kündigten die beiden Sprecher der Aktionseinheit, Péter Konya und Tamás Székely, rechtliche Schritte gegen das Verbot an. „Lächerlich“ und „an den Haaren herbeigezogen“ nannten sie die Begründung, aus Sicherheitsgründen beispielsweise die für 1. Oktober, einem Samstagnachmittag, vor dem Parlament geplante Großdemonstration zu untersagen, weil die „ungestörte Arbeit der Volksvertretung“ nicht gewährleistet werden könne und der „Verkehr über Gebühr behindert“ werde. „Vermutlich hat die Regierung einen Schreck vor den Gewerkschaften bekommen, denn anders lässt sich die Entscheidung nicht erklären“, heißt es bei den Organisatoren des Protests. Noch bevor die neue Verfassung in Kraft getreten sei, „will man in Ungarn die Demokratie mit Füßen treten“, stellte Péter Kónya fest.
Mit noch größerem Schwung als bisher will die Aktionseinheit die Organisation der D-Day-Aktionserie fortsetzen. Sollten die Gerichte das Verbot bestätigen, wird die Aktionseinheit ihre Veranstaltungen an andere als die bisher vorgesehenen Plätze verlegen: „Angst haben wir keine“.
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