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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 38/2010 (II)

(c) Pester Lloyd / 38 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Festival der rivaten Brauereien in Budapest

21.09.2010 · Kultur

Festival der rivaten Brauereien in Budapest

Soproni, Dreher, Borsodi – die großen ungarischen Biermarken sind im Land omnipräsent und werden in fast jeder Kneipe ausgeschenkt. Daneben existiert aber eine kleine Gruppe unabhängiger Brauhäuser, die für sich in Anspruch nimmt, das handwerklich bessere Bier zu brauen. Beim Braufest wollen sie dies den Budapestern zum ersten Mal gemeinsam beweisen. Zwischen der Nagymezö utca und der Király utca im VI. Bezirk (bei der Andrássy) bieten neun Brauereien am Freitag, 24. und Sonnabend, 25. September, ihre Gerstensaftkreationen an. Ein Glas kostet zwischen 250 und 500 Forint (0,88 und 1,77 Euro). Die Besucher können abstimmen, welches Bier ihnen am besten schmeckt. Dieses wird dann ein Jahr lang im beliebten Szenelokal Szimpla Kert (Kertesz utca 48, VII. Bezirk) ausgeschenkt. Dort sind auch bereits in den Tagen vor dem Fest einige der Biere zu probieren. Neben Bier sorgen die Veranstalter auch für die Versorgung mit Essen, das besonders gut zum Bier passt. Musikalisch setzen sie auf Jazz und Bossa Nova. -cf.

Osteuropäische Hacker-Konferenz in Budapest

21.09.2010 · Nachrichten

Osteuropäische Hacker-Konferenz in Budapest

Am Wochenende fand mit der „Hacktivity 2010“ in Budapest die größte Hackerkonferenz in Osteuropa statt. Rund 1.000 Teilnehmer trafen sich zu der zweitägigen Veranstaltung, die neben der Hacker-Szene vor allem auch Unternehmen aus der Computersicherheitsbranche und Behördenvertreter aus vielen Ländern an einen Tisch brachte. Bei den Gesprächsrunden ging es unter anderem um Sicherheit im Internet, Datenmissbrauch und -schutz, Regeln für Computerspiele und vieles mehr. Der Austausch zwischen „der Szene“, der offiziellen Fachwelt und Regierungsstellen gehört seit einiger Zeit zum guten Ton in der IT-Branche. Die Hacker gelten dort längst nicht mehr nur als Cyber-Schmuddelkinder am Rande der Legalität, sondern als eine Art Avangard mit einer nützlichen Expertise wenn es um Sicherheitsstandards und Internetgesetzgebung geht. Neben den „Expertenrunden“ gab es freilich auch eine Art Hack-Wettbewerb, wo Teilnehmer ihrer Passion nachgehen konnten.

Mehr dazu: www.hacktivity.hu

Ungarische Regierung veranstaltete Jobbörse in Budapest

21.09.2010 · Nachrichten

Ungarische Regierung veranstaltete Jobbörse in Budapest

Am Wochenende hielt die Regierung im Budapester Millenáris Theater einen Stellenmarkt für den öffentlichen Dienst ab. Wenn dieser auch zukünftig effizienter gestaltet werden soll, d.h. auch, mit weniger Personal, scheint es beim Fidesz doch Bedarf für etliche Positionen zu geben. Unter dem sinnigen Titel „ReGeneration“ suchte die Regierungspartei neue Kader, dabei ließ sich sogar der stellvertretende Ministerpräsident und Minister für Justiz und öffentliche Verwaltung, Tibor Navracsics blicken und ließ solche Statements hören wie: „Jeder, der sich für den öffentlichen Dienst entscheidet, entscheidet sich dafür, der Öffentlichkeit und nicht den eigenen Interessen zu dienen.“ Man wähle mit dem Beruf nicht nur „ein anderes Gehaltsschema“, sondern gehe ein Versprechen ein. Nicht jedermann habe einen roten Ferrari als Lebensziel, so der Minister und: „es ist von fundamentaler Wichtigkeit, dass die öffentliche Verwaltung nicht auf parteipolitischen Interessen aufgebaut ist.“ – Nun, daran hätte Navracsics früher denken lassen sollen, dafür ist es schon zu spät. Regierungsprecherin Anna Nagy sekundierte ihrem Chef, dass „nur junges Blut die Möglichkeiten für echte Reformen“ bietet. Ein Parteibuch der Orangen dürfte auch von Vorteil sein.

Lichterspiel im Museum Ludwig Budapest

21.09.2010 · Kultur

Lichterspiel im Museum Ludwig Budapest

Leuchtende Farben, bunte Objekte, graphische Muster – diese Parallelen finden sich in György Kepes und Frank Malinas Werken. Noch bis zum 07.11.2010 zeigt das Museum Ludwig in seiner Ausstellung „Lichtspieler: György Kepes und Frank Malina – Von der Technologie bis zur Kunst und zurück“ die Gemälde, kinetischen Werke, Fotos und Fotogramme der beiden osteuropäischen Künstler in ihrem Zusammenhang. Der aus Ungarn stammende György Kepes benutzte Licht als kreatives Medium und baute seine Kunstwerke auf Licht- und Schattenstudien aus den dreißiger Jahren auf, als er Mitarbeiter von László-Nagy war. Nach seiner Karriere als Raketenwissenschaftler widmte sich der Tscheche Malina kinetischen Kunstexperimenten und arbeitete in seinem Pariser Atelier mit dem Medium Licht, um sich darüber klar zu werden, welche Rolle Künstler und Wissenschaftler in der Gesellschaft spielen könnten.

Bis zum 07.11.2010. Weitere Informationen: www.lumu.hu

Ungarische Zentralbank will Kunden und Banken schützen

21.09.2010 · Nachrichten

Ungarische Zentralbank will Kunden und Banken schützen

Auch die ungarische Zentralbank will ihr Schärflein dazu beitragen, dass sich die Situation der privaten Kreditnehmer in Ungarn verbessert und schlägt daher die Einführung neuer Regularien für die transparentere Gestaltung und Kommunikation der Kosten für Kredite vor. Man habe sich, so erklärt die Nationalbank, dabei an den Vorschlägen zweier Abgeordneter der Regierungsfraktion orientiert (Lajos Kosa und Antal Rogán, Anm.), im Gegensatz dazu aber darauf geachtet, das Geschäftsumfeld der Banken berechenbar zu halten und deren Fähigkeit, Kredite auszugeben, nicht zu beschneiden. Neben den schon vorliegenden Punkten, will die Nationalbank auch die Möglichkeit der Rückzahlung von Forex-Krediten in Fremdwährungen zulassen (was freilich nur die bevorzugen würde, die im Ausland über Guthaben oder Einkommen verfügen). Diesen und weitere Vorschläge, so die MNB, habe man bereits Ende August dem Finanzminister überstellt. Dazu ist zu wissen, dass sich Regierung und Nationalbank in schärfster persönlicher Konkurrenz befinden. Nationalbankgouverneur András Simor ist der letzte noch verbliebende Mächtige der Vorgängerregierung, er ist von Orbán nicht absetzbar, der ihn als Hindernis auf seinem Weg der totalen Machtübernahme in Ungarn betrachtet, die ansonsten weitgehend abgeschlossen ist.

Mehr zum komplexen Thema Verschuldung, Fremdwährungskredite und Bankenregulierung im FINANZMARKT sowie zur Dauerfehde zwischen Nationalbank und Regierung

Orbán droht Rundem Tisch der Sozialpartner

21.09.2010 · Nachrichten

Orbán droht Rundem Tisch der Sozialpartner

Am Montag fand eine weitere Sitzung der Sozialpartner statt. Bei einem Rundtischgespräch zwischen Vertretern der Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Regierungsmitgliedern, sagte Viktor Orbán, dass er gerne „sein System der nationalen Konsultation“ mit der Arbeit dieses Gremiums verbinden möchte und stellte klar, dass „die derzeitige Form des Interessenausgleichs nicht in Stein gehauen ist“, was mancher auch als Drohung auffassen kann. Orbán mahnte, dass ihm und den Seinen schließlich 2/3 der Menschen in Ungarn ihre Stimmen gegeben haben (es waren 54% der abgegebenen Stimmen, daraus wurden 2/3 der Mandate, tatsächlich rund 34% der Gesamtbevölkerung), was seine Regierung dazu verpflichte, Entscheidungen des Rates, die gegen den Wählerwillen gehen, zu korrigieren. Auf diese Drohungen eingehend, kritisierte der Chef der LIGA, eines Gewerkschaftsdachverbandes die Regierung scharf, da sie es unterlassen hat, den Rat vor der Verabschiedung arbeitsmarktrelevanter Gesetze in den ersten 110 Tagen der Regierung zu konsultieren. Die Arbeitgeber hingegen begrüßten die ersten Maßnahmen der Orbán-Regierung, ihr Sprecher Zoltán Szöke betonte vor allem die Senkung der Steuern auf Unternehmenssteuern von 19 auf 10% bei Gewinnen bis 500 Mio. Forint als sehr nützlich…

Mehr zur Situation der Gewerkschaften in Ungarn

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