(c) Pester Lloyd / 39 – 2008 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Ein 22jähriger Ungar gewinnt den prestigeträchtigen Tech Museum Award 2008 mit einer 3D Software für
19.09.2008 · Forschung
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Ein 22jähriger Ungar gewinnt den prestigeträchtigen Tech Museum Award 2008 mit einer 3D Software für den Unterricht.
Buchtipps zum Thema:
Fachlexikon Forscher und Erfinder 2005. 672 S.
Europäische Forschungsperspektiven Elemente einer Europawissenschaft, 2008
Dániel Rátai ist damit gleichzeitig der erste seines Landes, der diesen Preis gewinnen konnte. Er setzte sich mit seiner 3D-Applikation Leonard3DO“ für Personalcomputer gegen die Projekte von 328 anderen Kandidaten aus 60 Ländern durch. Seine Software Anwendung ermöglicht es, einen normalen PC relativ einfach in einen 3D-fähigen Arbeitsplatz zu verwandeln, was vor allem für die schulische und technische Ausbildung ohne großen Kostenaufwand zu besseren Unterrichtsmöglichkeiten führen kann. In der praktischen Anwendung hat sich sein System als hilfreiches Visualisierungsinstrument für den Mathematik- und Physikunterricht erwiesen, so dass auch schwächere Lernende schneller Anschluss an den Stoff fanden. Beeindruckt hat die Juroren vor allem die unkomplizierte Implementierbarkeit in bestehende Anwenderprogramme. „Große Unternehmen haben über Jahre Millionen für die Lösung dieses Problems investiert, und da kommt so ein junger Bastler daher und findet die Lösung, praktisch in seinem Kinderzimmer.“ Der Preis wird in fünf Kategorien vergeben, die je mit 50.000 USD dotiert sind.
Eine interessante Darstellung des Projektes ist hier zu finden: http://www.3dforall.hu/
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Ungarische Bauwirtschaft kriselt weiter
19.09.2008 · Wirtschaft
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Ungarische Bauwirtschaft kriselt weiter
Um 11.8% sind die erbrachten Bauleistungen binnen eines Jahres (Juli-Juli) zurück gegangen, teilt das Statistische Zentralamt in Budapest mit. Damit war der Juli der dritte Monat in Folge, bei dem es einen Rückgang gab. Auch die Auftragsbestände lassen keinen günstigen Blick in die Zukunft zu. Diese sanken nämlich auf Jahressicht um 13,2% (im Juni zum Vorjahr gar um 35%). Der einzige Sektor, der überhaupt zulegen konnte, war der Straßenbau, was mit den Großaufträgen für die M6 und weitere Teilstücke zu tun hatte. Auch der Umstand, dass es im vergangenen Herbst eine spürbare Erholung auf dem Bausektor gegeben hatte, verbreitet nur bedingt Optimismus in der Branche.
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Ungarn: Kleineres Defizit als befürchtet
19.09.2008 · Wirtschaft
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Ungarn: Kleineres Defizit als befürchtet
Das ungarische Finanzministerium hat die Daten für das Haushaltsdefizit für den Monat August mit 91, Mrd HUF angegeben, erwartet waren über 94 Mrd.
Für den September wird ein weiterer Schuldenzuwachs von rund 80 Mrd EUR prognostiziert. In den Zahlen nicht enthalten sind die Haushalte der Komitate. Für die ersten neun Monate 2008 ergibt sich somit eine Prognose von 753 Mrd EUR, für das Gesamtjahr von etwas über 1 Billion HUF (4,2 Mrd EUR), was 3,8% des BIP entspricht und etwa die Erwartungen der ungarischen wie europäischen Experten trifft.
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"New Shanghai" in Westungarn
19.09.2008 · Wirtschaft
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„New Shanghai“ in Westungarn
An der österreich-ungarischen Grenze entsteht ein neuer Flughafen. Szombathely soll sich als kostengünstiges regionales Drehkreuz für den CEE-Raum positionieren.
Buchtipps zum Thema:
Europäische Flughäfen im Performance-Vergleich Eine Untersuchung mittels Data Envelopment Analysis
Corporate Governance in Mittel- und Osteuropa Grundlagen und Rahmenbedingungen, 2007
Rechtsfragen der Planung von Flughäfen Beiträge zum Raumplanungsrecht
In ca. 4 Jahren soll der neue Flughafen, 15 km vor Szombathely voll betriebsfähig sein. Rund 170.000 Tonnen Waren und bis zu 250.000 Passagiere sollen dann in der westungarischen Stadt, nur 10 km entfernt von der österreichischen Grenze, und je rund 100km von den Airports Bratislava, Wien, Maribor und Graz, abgefertigt werden. Auch der Touristenflughafen Sármellék am Balaton befindet sich ganz in der Nähe. Besonders engagiert bei der Projektentwicklung zeigen sich chinesische Unternehmen, die Szombathely als ihr Drehkreuz für den Handel mit CEE entdeckt haben. So will ein Konglomerat aus Shanghai Airlines und Shanghai High Tech Park nicht nur die Airport-Gebäude und -anlagen errichten, sondern drumherum auch einen Gewerbepark mit Umschlag-, Produktions- und Lagerkapazitäten betreiben, melden ungarische Medien.
Dieser Tage reisen diverse chinesische Delegationen an, um Betriebsansiedlungen zu prüfen. Zudem könnten Fluglinien aus Ostasien Szombathely als günstigen Hub zur Weiterreise nach Mailand, München, Frankfurt, Wien nutzen.
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Porzellan auf dem Holzweg?
19.09.2008 · Wirtschaft
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Porzellan auf dem Holzweg?
Zsolnay könnte mit seinem Liefervertrag an IKEA seinen Umsatz verdreifachen, aber seinen Ruf halbieren…
IKEA liess mit einer Mitteilung aufhorchen, die so einige Freunde des weißen Goldes verstören wird. Die traditionsreiche, und weit über die ungarischen Landesgrenzen hinaus bekannte Edelporzellanküche Zsolnay, soll ab kommenden Jahr zum Lieferanten des schwedischen Möbel- und Einrichtungshauses werden. Derzeit sei man im Gespräch über jährlich 5.000 Tonnen von Porzellanwaren, die an die Kette geliefert werden sollen. Damit würden sich die Jahresumsätze Zsolnays von derzeit ca. 1,1 Mrd HUF auf über 4,5 Mrd. HUF verdreifachen, freut sich Chefin Katalin Peter Marosy.
Inwieweit der Ruf des Hauses halbiert werden könnte, darauf gingen weder Zsolnay noch IKEA ein. Das Unternehmen wurde 1852 gegründet und eroberte sich als Hof- und Edellieferant einen weltweit hohen Ruf. Vor allem seine besondere Glasiertechnik machte die Produkte einzigartig und für Kenner auf den ersten Blick erkennbar. Die Technologie wurde u.a. auch für die Deckung des Wiener Stephansdoms verwendet.
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Porzellanmarken aus aller Welt 2006. 263 S.
Buchtipps zum Thema:
Porzellan von Meißen bis zur Gegenwart Fakten, Preise, Trends – Weltkunst Antiquitäten-Führer
Schnellkurs Altes Porzellan Das weiße Gold
Zentralbankchef: Den Kapitalismus lieben lernen
20.09.2008 · Wirtschaft
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Zentralbankchef: Den Kapitalismus lieben lernen
Eine deftige Abreibung erhielt die Regierung wie das ungarische Volk von ihrem Nationalbankpräsidenten András Simor. Der ehemalige Chef der Budapester Börse nannte auf einer Werbe- und Marketingkonferenz vergangene Woche in Budapest die nationale Wirtschaftspolitik einen völligen Blindflug.
Wörtlich sagte er: “Unsere Wirtschaftsordnung ist der Kapitalismus. Das sollten die ungarischen Bürger endlich akzeptieren.“ Doch die Menschen hätten an den Staat noch Erwartungen wie im Sozialismus. „Es scheint, dass wir den Sozialismus nicht genug ablehnen – doch es ist sicher, dass wir den Kapitalismus nicht genug lieben. Wir wollen irgendwo zwischen beidem balancieren, aber wir sollten langsam verstehen, dass das nicht funktioniert.“
Simor schloss in seine Kritik die fehlenden langfristigen Perspektiven der politischen und wirtschaftlichen Eliten ein. „Es wäre großartig, wenn sie sich nicht für kurzfristige finanzielle Vorteile verkaufen würden oder langfristige Notwendigkeiten für die Maximierung von Umfragewerten opferten.“ Ungarn könne eine Menge Zeit sparen, wenn es die Einsicht in Notwendigkeiten aufbrächte, die ohnehin irgendwann über das Land kommen werden. Zudem mahnte er eine schnelle Verabschiedung des Budgets an.
(c) Pester Lloyd
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