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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 47/2010 (II)

(c) Pester Lloyd / 47 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Vortrag von Alfred Grosser in Budapest am 1.12.

26.11.2010 · Budapest

Vortrag von Alfred Grosser in Budapest

Der streitbare französisch-deutsche Soziologe und Politikwissenschaftler, Alfred Grosser, kommt am 1. Dezember zu einem Vortrag nach Ungarn, ins Goethe-Institut Budapest. Der zu Ort und Zeit passende Titel des Abends: „Lernen aus der Geschichte?“. Seine entschiedene Kritik an der israelischen Palästina-Politik rief heftige Reaktionen hervor und wird kontrovers diskutiert. Den Fragen, wie scharf man Israel kritisieren dürfe und wann die Grenze zum Antisemitismus überschritten sei, ging der Publizist daraufhin in seinem 2009 erschienenen Buch „Von Ausschwitz nach Jerusalem. Über Deutschland und Israel.“ (2009) nach. 1925 als Sohn jüdischer Eltern in Frankfurt am Main geboren, emigrierte Alfred Grosser 1933 mit seiner Familie nach Frankreich. Nach dem Studium der Politikwissenschaften und der Germanistik wirkte er mehrere Jahrzehnte an der Grand École „Sciences Po“ in Paris. Alfred Grosser, der sich in zahlreichen Veröffentlichungen und Vorträgen immer wieder für den Dialog zwischen Deutschland und Frankreich einsetzt, gilt als Wegbereiter der Aussöhnung der beiden Nationen nach dem Zweiten Weltkrieg. In den letzten Jahren erschienen von ihm außerdem die Bücher „Die Früchte ihres Baumes. Ein atheistischer Blick auf die Christen.“ (2005), „Wie anders sind die Deutschen“ (2002) und „Wie anders ist Frankreich“ (2005). red. / GI

1. Dezember 2010, 18.00 Uhr

Goethe-Institut, 1092 Budapest, Ráday utca 58. In deutscher Sprache mit Simultanübersetzung ins Französische und Ungarische

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Neuer Direktor im Kempinski Budapest

26.11.2010 · Budapest

Am Donnerstag wurde der Generaldirektor des Kempinski Hotels Corvinus in Budapest, Marcus van der Wal, offiziell mit einer Cocktailparty verabschiedet. Gleichzeitig wurde damit sein Nachfolger Emile Bootsma willkommen geheißen. Der nun ehemalige Generaldirektor arbeitet mittlerweile seit zwölf Jahren für die 1897 gegründete Hotelkette, sein Abschied führt ihn nun wieder dorthin, wo er seine Karriere 1998 als Executive Assistant Manager begann, ins Kempinski Lufthansa Center in München. Seinen Posten als Bereichsleiter für Kempinski Zentraleuropa behält er weiterhin inne. Nach eigenen Worten verlässt er Budapest „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, einerseits Wehmut über den Abschied, andererseits Vorfreude auf neue Herausforderungen in Deutschland.

Der neue Direktor, Emile Bootsma, arbeitete die letzten zwei Jahre bei Kempisnki in China. Er ist jünger als van der Wal und hat seine berufliche Laufbahn auf einer Ausbildung an einer niederländischen Hotelfachschule aufgebaut, danach begann er als Assistant Food & Beverage Manager im Holiday Inn und arbeitete eine Zeit lang in Südafrika, bis er schließlich in der Managerposition für das Hotel Vier Jahreszeiten in München erstmals für Kempinski tätig war. Auch Bootsma ist international zu Hause, beide sprechen sechs verschiedene Sprachen. Van der Wal schätzt seine Bodenständigkeit und seine realitätsnahen Sichtweisen. Das qualifiziert ihn für den Posten als Generaldirektor in dem es, trotz van der Wals Vorarbeit, „nicht an Arbeit mangeln wird“. Mehr zum Thema:

Ungarn will Russland bei Malév loswerden

26.11.2010 · Wirtschaft

Ungarn und Russland haben beschlossen, das Experiment einer Kooperation die Fluglinie Malév betreffend zu beenden. Auf Vizepremier-Ebene wurde beschlossen, eine Expertenkommission eunzusetzen, die einen Ausstiegsvertrag erarbeiten soll. Dabei müssen Ansprüche beider Seiten berücksichtigt werden. Auf der russischen Seite gibt es noch finanzielle Forderungen in zigfacher Millionenhöhe, die durch die staatliche VEB Bank vertreten werden, die auch die Kontrolle über Aeroflot sowie den ehemaligen Malév-Eigner Airbridge hat. Andererseits können die Ungarn auf einige nicht erfüllte Passagen und Aufalgen des Privatsiserungsvertrages verweisen, die bares Geld wert sein könnten. Nach der Notrückverstaatlichung hängt die Malév nun direkt an der Staatskasse und versucht sich gerade an der Rückkehr zumindest in die operative Gewinnzone bis 2012.

Von VEB zum VEB – März 2010

Die ungarische Airline Malév wurde rückverstaatlicht http://www.pesterlloyd.net/2010_09/09malev/09malev.html

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Mutterschaftsurlaub in Ungarn wird verlängert

26.11.2010 · Politik

Ausweitung des Mutterschaftsurlaubes in Ungarn

Der von der Vorgängerregierung als Antwort auf die niedrige Beschäftigtenquote gekürzte Mutterschaftsurlaub von zwei Jahren wird von der jetzigen Regierung rückwirkend wieder auf drei Jahre ausgeweitet. Das bedeutet, dass Frauen, die sich darauf eingestellt haben für zunächst zwei Jahre zu Hause bleiben zu können, ohne Job und größere Einkommensvleruste (jedese Jahr bekommen sie etwas weniger Anteil ihres Gehaltes), dürfen sich jetzt auf ein weiteres Jahr freuen, wenn sie das wünschen. Neu ist auch die Regelung, dass Frauen, die während des Mutterschaftsurlaubes eine Teilzeitarbeit aufnehmen, nur dann noch unterstützende Zahlungen erhalten, wenn sie weniger als vier Stunden am Tag arbeiten.

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Budget für staatliches Tourismusmarketing in Ungarn wird erhöht

26.11.2010 · Wirtschaft

Mehr Geld für Tourismus-Werbung

Für das staatlich gelenkte Tourismusmarketing will Ungarn im nächsten Jahr mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stellen. Neben dem direkten Anlocken von ausländischen Touristen, sollen die Gelder auch dazu genutzt werden, „mehr internationale Fluglinien an den Budapester Flughafen“ zu bringen, sagte Erik Bánki von der Regierungspartei Fidesz. Allein dafür sind rund 1,2 Mio EUR im kommenden Jahr vorgesehen. Die schrittweise Kürzung der staatlichen Ausgaben für den Tourismus ergaben für 2010 noch ein Budget von umgerechnet etwa 16,5 Mio. EUR, schon 2011 soll es wieder auf 6,5 Mrd. Forint (ca. 23,6 Mio EUR) angehoben werden. Im Zentrum der Werbeaktivitäten steht die Magyar Turizmus Zrt., eine Aktiengesellschaft unter Staatskontrolle, deren Management bereits – wie fast überall – von Fidesz-Parteitreuen besetzt ist. Die Erwartungen für das kommende Jahr sind relativ bescheiden. Die Zahl der Gästenächte soll um 3% bei Ausländern und 2% bei Inländern steigen, Geschäfts- und Konferenztourismus sollte mehr als 5% ansteigen, die Reisetätigkeiten rund um die EU-Ratspräsidentschaft nicht mitgezählt.

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