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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 47/2011

(c) Pester Lloyd / 47 – 2011 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Orbán entlässt erneut Vize-Staatssekretäre

22.11.2011 · Nachrichten

Erneut Entlassungen in ungarischer Regierung Der für „green economy“ und Klimapolitik zuständige Vize-Staatssekretär im Ministerium für Nationale Entwicklung, Péter Olajos, wurde auf Ansuchen des Ministers Tamás Fellegi durch Premier Viktor Orbán mit sofortiger Wirkung seines Postens enthoben. Die im selben Ministerium für Entwicklungsfragen verantwortliche Vize-Staatssekretärin Györgyi Nyikos wird ihren Dienst am 30. November quittieren müssen. Gründe dafür wurden in der kurzen Notiz im Ungarischen Amtsblatt nicht bekannt gegeben. Zuletzt waren bereits der Vize-Staatssekretär für Soziales und je ein Staatssekretär im Wirtschafts- sowie im Kulturminsterium entlassen worden, siehe hier . Gerüchte über eine größere Kabinettsumbildung bewahrheiteten sich bisher nicht. Siehe hier .

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Regierungspartei in Ungarn verliert dramatisch an Rückhalt bei den Wählern

22.11.2011 · Nachrichten

Fidesz in Ungarn verliert dramatisch an Rückhalt bei den Wählern Das Umfrageinstitut Ipsos konstatiert in seiner neuesten Umfrage einen weitere Vertrauensverlust und Enttäuschung der Fidesz-Wähler in die Regierungspartei. Seit der Machtübernahme im Frühjahr 2010 habe die Orbán-Partei die Unterstützung von rund 1,8 Millionen Wählern eingebüßt, fast die Hälfte ihrer einstigen Unterstützer. Noch 43% würde am kommenden Sonntag Fidesz wählen (2010 waren es rund 54%, die für 2/3 der Mandate genügten, nach dem neuen Wahlgesetz würden sogar diese 43% noch knapp dafür reichen). Deutlich stärker als bei anderen Umfrageinstituten fällt bei Ipsos die Unterstützung für die „sozialistische“ MSZP aus, sie käme auf 27%, sieben Punkte mehr als in anderen Umfragen, wo sie sogar hinter die Neofaschisten von Jobbik fällt, die bei Ipsos auf 20% kommen. Die LMP hält mit 8% ihr Wahlergebnis, wird anderswo aber abgeschlagen auf 3-4% geschätzt, die neue „Demokratische Koalition“ von Ex-Premier und Ex-MSZPler Ferenc Gyurcsány liegt bei gerade 1%, spielt also noch keine Rolle.

90% der Wähler, die Fidesz den Rücken gekehrt haben, gaben als Grund an, dass „die Dinge in die falsche Richtung laufen“. Nur noch 26% aller Befragten finden, dass Regierungschef Orbán eine unumschränkt gute Arbeit macht, der niedrigste Wert seit Amtsantritt. 54% der Wahlberechtigten wollen derzeit gar nicht wählen gehen.

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Ungarische Versicherer mit Rückgang bei Prämieneinnahmen

22.11.2011 · Wirtschaft

Die Prämieneinnahmen der ungarischen Versicherer fielen in den ersten drei Quartalen 2011 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,2% auf 623,4 Mrd. Forint (heute ca. 2,04 Mrd. EUR), die größten Einbrüche gab es nach Angaben des Branchenverbandes MABISZ bei den KfZ-Versicherungen, wo die gesetzliche Mindestversicherung von 29.000 auf 23.486 Forint gesenkt worden ist, dadurch ergab sich nur noch ein durchschnittliches Gesamtprämienaufkommen pro Fahrzeug von 91.000 statt 99.000 Forint. Das machte ein Minus von 4,9 Mrd. Forint auf 55,7 Mrd. aus, nur der leichte Anstieg der Gesamtversichertenzahl von 791.000 auf 814.000 Fahrzeuge wirkte dem etwas entgegen

Die Einnahmen aus Lebensversicherungen blieben so gut wie unverändert zum Vorjahr bei rund 323,4 Mrd. Forint, während sonstige Versicherungen ein Minus von 4,4% einstecken mussten. Marktführer in Ungarn bleibt weiterhin die Allianz, auch wenn deren Marktanteil binnen eines Jahres von 21,2% auf 18,97% (laut MABISZ) fiel. Auf den Plätzen folgen Generali-Providencia mit 14,6%, Groupama 10,84% sowie Aegon mit 10%. Die Lebensversicherung einzeln betrachtet führt ING vor Allianz.

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Neue Gyurcsány-Partei bisher mit 4.000 Mitgliedern

25.11.2011 · Nachrichten

Neue linksliberale Partei in Ungarn bisher mit 4.000 Mitgliedern Viertausend Menschen haben bisher einen Mitgliedsantrag für den Eintritt in die Partei der Demokratische Koalition (DKP), der neu gegründete Partei des ehemaligen Ministerpräsidenten und MSZP-Chefs Ferenc Gyurcsyány ausgefüllt. Die Zahl liegt damit deutlich unter den ca. 8.000 Anhängern, welche die DKP in ihrer vorherigen Form, als Plattform innerhalb der sozialistischen Partei (MSZP) für sich gewinnen konnte. Ungefähr 1300-1500 (und damit ca. 5 % der ca. 33000 Parteimitglieder) Personen verließen die MSZP um der Demokratischen Koalition beizutreten. Die stärksten Unterstützungszentren der neuen Partei liegen bisher in den Komitaten Szabolcs, Baranya, Veszprém und Budapest. Der Parteidirektor der Demokratischen Koalition, László Varjú, sagte, dass der Parteigründungsprozess mit einem Parteikongress Ende Januar abgeschlossen werden soll. Dass die DKP-Abspaltung der MSZP bisher keine Probleme bereitet, erklärte der in der MSZP für Parteiorganisation zuständige Zsolt Molnár. Mitte Oktober hatte sich die von Gyurcsány geführte Plattform nach einem langen und für beide Seiten kräftezerrenden Prozess schließlich für die Abspaltung entschieden . Zwar kam es Ende Oktober bereits zum ersten Auftritt Gyurcsánys in seiner neuen Rolle , die Partei befindet sich im Parlament jedoch noch in einer Wartestellung, da sie erst ab April 2012 offiziellen Fraktionsstatus erlangt.

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Stagnation im ungarischen Einzelhandel setzt sich fort

25.11.2011 · Nachrichten

Stagnation im Einzelhandel in Ungarn setzt sich fort Der Einzelhandel in Ungarn staginiert – kaum überraschend – weiter auf niedrigem Niveau. Im September gab es ein „Nullwachstum“, während der August gegenüber dem Juli nur um 0.4% zulegen konnte. Auf Jahresbasis betrug der Rückgang im dritten Quartal 0,2%, das Statistische Zentralamt gibt den Umsatz dese Einzelhandels für Q3 mit 2.100 Mrd. HUF an (knapp 6,8 Mrd. EUR oder 227 EUR pro Kopf und Monat). Das Gesamtjahr 2011 bilanzierte zum Quartalsende knapp 5.000 Mrd. HUF, rund 16 Mrd. EUR, ebenfalls fast unverändert zum Vorjahr. Die stärksten Rückgänge gab es bei Benzin, Möbeln und Haushaltswaren, Lebensmittelumsätze blieben weitgehend unverändert.

Die Gründe für diese Situation liegen auf der Hand: weder der Arbeitsmarkt noch die Einkommen zeigen auch nur ansatzweise Zeichen einer fundierten Erholung, die Teuerung bei den lebensnotwendigen Waren und Dienstleistungen liegt ein Vielfaches über der offiziellen Inflationsrate von 4,5%.

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Aufruf zur Denkpause gegen den Shopping-Wahn in Ungarn

25.11.2011 · Nachrichten

Denkpause gegen den Shopping-Wahn Die Vereinigung der Kritischen Konsumenten hat diesen Freitag zum „Kauf-Nichts-Tag“ erklärt und fordert die Konsumenten in Ungarn zu einem Tag des Innehaltens auf. Gerade vor dem großen Run auf die Weihnachtseinkäufe wäre es toll, einmal über den Schaden nachzudenken, den unsere Einkaufsgewohnheiten in der Welt anrichten, so die Organisation, besonders im Hinblick auf Billigstlöhne, Umweltschäden und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen in der dritten Welt. Rund 20% der Weltbevökerung verbrauchen 80% der Ressourcen dees Planeten, die Organistaion prangert dies in 60 Ländern an. Bessere Planung von Einkäufen und vor allem Information könnte die Umstände verbessern, immerhin, so zeigen Statistiken, werden 40% aller Verkausentscheidungen spontan getroffen. Die ungarische Durchschnittsfamilie wird in diesem Jahr ca. 35.000 Forint (113.- EUR) für Weihnachtsgeschenke ausgeben, in Österreich liegt der Wert bei 446.- EUR pro Kopf. Noch eine Zahl: jeder Haushalt schmeißt pro Jahr ca. 100 kg Lebensmittel weg.

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