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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 48/2014

(c) Pester Lloyd / 48 – 2014 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Staatsbeihilfe vervierfacht: EU prüft Subventionen an Audi Ungarn erneut

23.11.2014 · Politik

Die Europäische Kommission wollte ein Prüfverfahren über Staatsbeihilfen für eine Investition des Automobilkonzerns Audi Hungária in Györ von 2013 bereits genehmigt ad acta legen, als bekannt wurde, dass die Regierung die ursprüngliche Subvention vervierfacht hat. Die EU-Kommission bestätigte eine entsprechende Anfrage der regierungsnahen „Magyar Nemzet“.

2013 überreichte der Audi-Vorstand Orbán ein Modellauto. Doch bei dieser Subvention müsste eigentlich bald ein richtiges Fahrzeug drinnen sein… Geht natürlich nicht, denn zwischen Industrie und Premier läuft schließlich alles blitzsauber. Danach sollte für den jüngsten Ausbau des Motoren- und Autombilwerkes in Nordwestungarn, den Audi mit rund 900 Mio. EUR veranschlagte, eine staatliche Beihilfe in Form von direkten Zuwendungen bzw. Steuergutschriften in Höhe von 11,2 Mrd. Forint fließen. Doch kurz nach der entsprechenden Meldung nach Brüssel wurde der Betrag auf 44,96 Milliarden Forint bzw. 150 Mio. EUR angehoben, bzw. (40 Mrd. HUF und 133 Mio EUR nach heutigem Wert). Das Prüfverfahren der EU wurde erneut aufgenommen. Darin geht es sowohl um die Frage, ob die Subventionen mit den nationalen Bestimmungen kongruieren, also ein Unternehmen nicht gegenüber anderen bevorzugt und ob, im Sinne des EU-Binnenmarktes keine Wettbewerbsverzerrung entsteht, eingedenk der Bedeutung solcher Investitionen für die Wirtschaftsentwicklung des Landes.

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Baustoffkonzern Holcim will alle 16 Niederlassungen in Ungarn verkaufen

28.11.2014 · Nachrichten

Die österreichische Tochter dese schweizerischen Bau- und Baustoffkonzern Holcim hat entschieden, seine 16 Niederlassungen in Ungarn zu verkaufen. Vordergründig handelt es sich dabei um eine Bereinigung der Marktposition in verschiedenen europäischen Märkten, die der geplanten Verschmelzung mit dem französischen Konkurrenten Lafarge wettbewerbsrechtlich im Wege stehen könnten. Die Verkäufe sollen in der zweiten Hälfte 2015 abgeschlossen werden, der Verkäufer wurde nicht benannt, es soll sich um eine multinationale Gruppe handeln.

Ob für die Verkaufspläne auch Gründe eines verschlechterten Geschäftsumfeldes, u.a. durch die erschwerte Auftragsbeschaffung wegen der Praxis öffentlicher Ausschreibungen eine Rolle spielte, gab das Unternehmen nicht bekannt. Schon 2012 schloss man ein Zementwerk in Lábatlan wegen des Einbruchs in der Bauwirtschaft. Der Umsatz in Ungarn reduzierte sich von 2010 zu 2012 auf ein Viertel, noch 75 Mio. EUR. Auch der Bau einer neuen Zementfabrik in Nyergesújfalu, in Westungarn, sowie einer Zementvertriebsbasis in der Nähe von Budapest wurde daraufhin ad acta gelegt.

Bei den Verkäufen von Schweizer Standorten zeichnete sich bereits ab, dass viele traditionelle Baustoffunternehmen als Käufer kein Interesse haben, dafür Finanzbeteiligungen, Hedge Fonds etc. ins Geschäft einsteigen. Insgesamt will sich Holcim von Beteiligungen im Wert von rund 3,5 Mrd. EUR trennen. Die Fusion von Holcim und Lafarge kreiert ein Unternehmen mit einem Wert von mehr als 30 Mrd. EUR. red

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