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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 49/2009 (II)

(c) Pester Lloyd / 49 – 2009 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

MTV kündigt Radikalsparprogramm an

04.12.2009 · Wirtschaft

Ungarisches Staatsfernsehen MTV kündigt Radikalsparprogramm an

Mit radikalen Schritten reagiert jetzt die Leitung des Staatsfernsehens auf den Parlamentsbeschluss der Vorwoche , der dem Staatssender MTV für 2010 alle Zuschüsse streicht. Balázs Medveczky, der eigensinnige Vizepräsident fürs Operative kündigte Massenentlassungen, die Schließung aller Regionalstudios, die Streichung von Sozialleistungen und die Einfrierung der Gehälter an.

Auch Einbußen am Programmangebot schloss er nicht aus. Er habe sich mit seinem Finanzchef die neue Situation angesehen und sei zu dem Schluss gekommen, dass nur ein radikaler Sparbetrieb diese öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt überhaupt am Leben erhalten könne. 160 der 1650 (festen) Mitarbeitern werde zu Jahresende gekpndigt werden müssen. Mit den Gewerkschaftsvertretern laufen gerade Gespräche darüber, wie man diesen Schritt sozial ein wenig abfedern könne.

Das Parlament hatte in zwei Schritten die staatlichen Zuschüsse für MTV zunächst teilweise, später ganz gestrichen. Das Unternehmen weist für dieses Jahr zwar einen kleinen Gewinn aus, der aber nicht genügt, um den Wegfall zu kompensieren. MTV ist immer noch ein schwerfälliger Koloss, der Marktanteil des, trotz Reforemen und externer Berater immer noch gähnend langweiligen Programmes kommt gerade noch an die 10% heran, der Grad der politischen Einflussnahme ist teils enorm und schwankt, je nach politischer Wetterlage, in die eine oder andere Richtung.

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Raiffeisen startet CEE-Direktbank

04.12.2009 · Wirtschaft

Raiffeisen startet Direktbank in Osteuropa

Die österreichische Raiffeisen International Bank Holding, eine Tochter der RZB Gruppe, will im nächsten Jahr eine neu zu gründende Direktbank in verschiedenen Ländern Osteuropas installieren. Raiffeisen hatte durch die Finanzkrise u.a. in Ungarn massive Ertragseinbrüche erlitten und hier 20 Filialen schließen müssen. Die neue Direktbank zielt auf Privatkunden und wird vor allem klassische Einlageprodukte anbieten. Durch das Selbstbedienungsmodell via Internet erhofft man sich eine günstige Kostenstruktur, die natürlich auch den Kunden zu Gute kommen wird. „Unsere neue Direktbank wird sich an den Ansprüchen einer auf das Internet fokussierten Kundengruppe ausrichten, einer schnell wachsenden Gruppe in Mittel- und Osteuropa.“, sagte Herbert Stepic, Chef der in Österreich auch politisch einflußreichen Bankengruppe. „Die Investition in eine neue Bank unterstreicht auch unser Bekenntniss zu unserem Engagement in Mittelosteuropa“. Beobachter halten die Direktbank allerdings eher für einen Plan B, nach dem man im Filialgeschäft offenbar nicht flexibel genug auf die Krise reagieren konnte. Die neue Bank wird unter österreichischer Lizenz laufen und ihren Sitz in Wien haben.

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ie Slowakei begrenzt den Ausbau von Solaranlagen und würgt damit Investitionen ab

04.12.2009 · Wirtschaft

Die Slowakei begrenzt den Ausbau von Solaranlagen

Erst am am 1. September wurde das neue Gesetz über Erneuerbare Energie in der Slowakei gültig, das dem Land einen regelrechten Boom in der Solarenergie hätte bringen können, immerhin verschaffte die Garantie der Einspeispreise auf 15 Jahre eine enorme Planungssicherheit. Doch nun folgte eine Verordnung, die den Ambitionen der Investoren einen Riegel vorschiebt. Die installierte Kapazität aller Solarkraftwerke im Land darf künftig die Grenze von 120 MW nicht überschreiten. Als Grund dafür werden Probleme für die Stabilität des Stromnetzes angegeben.

Seit Dezember beurteilt die Betreibergesellschaft des slowakischen Stromnetzes (SEPS) nur noch solche Solaranlagen positiv, die eine installierte Kapazität von 1 bis 4 MW aufweisen und bis spätestens Ende 2011 in Betrieb gehen können, stellt die Deutsch-Slowakische Industrie- und Handelskammer fest. Eine positive Stellungnahme der SEPS ist erforderlich, um vom Wirtschaftsministerium überhaupt eine Genehmigung für den Kraftwerksbau zu erhalten. Ist die Grenze von 120 MW Gesamtkapazität erreicht, werden weitere Projekte abgelehnt. Die neue Regelung bedeutet wohl das Aus für eine Reihe Großprojekte ausländischer Investoren. Die Slowakei hat sich erst kürzlich wieder zum Ausbau der Atomkraft bekannt, um seine Abhängigkeit von Energieimporten zu verringern.

Auch Tschechien senkte den Staatszuschuss für die Einspeisung Erneuerbarer Energien um 5% ab 2010, die laut Gesetz maximal mögliche Absenkung.

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Viel Urlaub, aber nur auf dem Papier

04.12.2009 · Nachrichten

Ungarn haben viel Urlaub, auf dem Papier

Eigentlich haben ungarische Arbeitnehmer mehr freie Tage als der europäische Durchschnittskollege. Vertraglich fixiert sind 20-30, hinzu kommen 10 nationale Feiertage, eigentlich nicht schlecht. Doch viele Arbeitnehmer werden von ihren Chefs zunehmend genötigt, auch an Feiertagen zu arbeiten oder auf Urlaubstage zu verzichten. Aus Angst vor Jobverlust trauen sich viele nicht, dagegen aufzubegehren. Die Tageszeitung Népszabadság veröffentlichte diese Woche einen Bericht der nationalen Behörde für Arbeitssicherheit, die in etlichen Unternehmen die illegale Praxis des Unterlaufens der Urlaubsregeln aufdeckt. Die Behörde selbst hatte in den ersten neun Monaten des Jahres insgesamt 8.000 Fälle aufgedeckt bzw. registriert, in denen Arbeitnehmer nicht den ihnen zustehendne Urlaub erhielten, für Überstunden nicht die entsprechende Kompensation erhielten oder an Feiertagen zur Arbeit zu erscheinen hatten.

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WizzAir expandiert ins Baltikum

04.12.2009 · Wirtschaft

Die Billigfluglinie WizzAir mit Sitz in Budapest, die gerade erst wegen eines kummulierten Verlustes von 78 Mio EUR in den Schlagzeilen war, hat am Donnerstag die Ausdehnung ihres Streckennetzes angekündigt. Ab Ende März 2010 sollen von Riga aus drei neue Ziele, London Luton, Oslo Torp und das finnische Turku angeflogen werden. Der Einstieg in den lettischen Markt sei der nächste natürliche Schritt der Expansion in Osteuropa, kommentierte József Váradi, ehemaliger Malév-Chefmanager und jetziger Miteigner von WizzAir den Schritt. Die Airline kündigte kürzlich auch die Aufnahme von Verbindungen zwischen Prag und Bari in Italien sowie zweimal wöchentlich einen Flug von Budapest nach Turku, Finnland an.

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