(c) Pester Lloyd / 5 – 2014 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Viki International: Orbáns Heimatort erhält Genehmigung zum Bau eines Airports
27.01.2014 · Nachrichten
Orbáns Heimat- und Wohnort seiner Familie, Felcsút, könnte bald einen eigenen Flughafen bekommen. Die zuständigen Flugbehörden, das Umweltstaatssekretariat sowie das Landwirtschaftsministerium haben die Genehmigung für die Errichtung eines Airports in der 1.700-Einwohner-Gemeinde unweit von Budapest erteilt sowie die dafür notwendigen Flächenumwidmungen erlaubt. meldet die oppositionsnahe Zeitung “Népszabdság” unter Bezugnahme auf Behördenquellen. Unabhängige Portale bestätigten die Angaben mittlerweile. Der Bürgermeister der Gemeinde, Lörinc Mészáros (auf dem Foto links), Drehscheibe der gigantomanen Bau – und Landaneignungsprojekte rund um das Fußballstadion der Orbánschen Puskás Fußballakademie-Stiftung , mehrere Hotels, einem Herrenhaus, einer historischen Schmalspureisenbahn und weiterer Prestigeprojekte, wird die Ländereien aus dem Besitz von Orbáns Ehefrau, ihm selbst und assoziierten Personen und Firmen von Agrar- in Erholungsflächen in und bei Flecsút bzw. im benachbarten Bodmér umwidmen, was die Errichtung eines öffentlichen und / oder privaten Flughafens erlaubt.
Wann “AirTurul No. 1” erstmals in Felcsút aufsetzen kann, ist unbekannt.
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Nach Ultimatum jüdischer Organisationen: Okkupationsdenkmal in Ungarn vorerst gestoppt
04.02.2014 · Nachrichten
Nach Berichten verschiedener Medien, wird die Errichtung des umstrittenen Okkupationsdenkmals auf einen unbestimmten Termin – nach den Wahlen im April – verschoben und nicht, wie ursprünglich geplant, zum 70. Jahrestag des Einmarschs deutscher Truppen in Ungarn am 19. März eingeweiht.
Offiziell könnte man die Maßnahme mit eingeschränkten Finanzressourcen begründen, dahinter steckt aber vor allem der konsequente Gegenwind seitens der Vereinigung der jüdischen Organisationen des Landes, MAZSIHISZ, die der Regierung ein Ultimatum zur Korrektur ihrer Ambitionen gestellt hatte, anderfalls sie aus den gemeinsamen Veranstaltungen zum offiziellen Holocaust-Gedenkjahr aussteigen würde. MAZSIHISZ kritisierte nicht nur die historische Relativierung, die das Denkmal laut dem vorliegenden und beschlossenen Entwurf bedeutet, sondern auch offen revisionistische Äußerungen eines staatlichen Institutlseiters (siehe hier). Auch Gespräche mit Fidesz-Fraktionschefs Rogán und zuletzt mit „Kanzleramtschef“ Lázár brachten kein Einlenken der Verbände.
Die Regierung hat nun offenbar Angst, dass die Debatte um das Denkmal ihr Ziel, sich international als konsequenter Kämpfer gegen Antisemitismus und Rassismus darzustellen, nachhaltig gefährden könnte. Die grundsätzliche historische Fehlpeilung und Weißwaschaktion der Horthy-Ära ist damit jedoch nicht korrigiert, lediglich verschoben. Die Pressemeldungen beziehen sich auf Informationen aus “Orbáns Umfeld”, offiziell dementierte Fraktionschef und Bürgermeister des V. Bezirks, in dem das Denkmal stehen soll, die Gerüchte.
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