(c) Pester Lloyd / 50 – 2009 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Gaspreise steigen auf Kosten der Privatkunden
09.12.2009 · Wirtschaft
Gaspreise in Ungarn steigen auf Kosten der Privatkunden
Ab Januar 2010 steigen die Gaspreise für Privatverbraucher in Ungarn im Schnitt um 3,9 Prozent. Das teilte der Chef der Ungarischen Energieaufsicht MEH, Zoltán Mátos mit. Das Ministerium erließ ein entsprechendes Dekret. Hinter „durchschnittlich“ verbirgt sich jedoch der Umstand, dass alle Verbraucher von weniger als 20 Kubikmeter Gas pro Stunde – also alle Privatabnehmer – 5,6% mehr zu zahlen haben, also rund ein Viertel mehr als die Inflationsrate ausmachte. Der Preis für industrielle und gewerbliche Abnehmer sinkt dagegen.
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Kroatischer Präsident zweifelt MOL-INA-Deal an
09.12.2009 · Nachrichten
Der Präsident von Kroatien, Stjepan Mesic, hat die nationale Antikorruptionsbehörde aufgefordert, die Umstände des Verkaufs der INA-Aktien an den ungarischen MOL-Konzern zu überprüfen. Er sagte, dass auch das Verhalten des damaligen Ministerpräsidenten Ivo Sanader und seines Stellvertreters, Damir Polancec, Teil einer solchen Überprüfung sein müssten. Mesic sagte, dass das kroatische Volk ein Recht darauf habe, zu erfahren, wo der Nutzen für das Land bei diesem Handel liege und wieviel Geld in welche Hände geflossen sei. Ihn beunruhige der Umstand, dass MOL die Managementrechte alleine ausübe, obwohl sie mit 48% nicht die Mehrheit haben. Kroatien habe faktisch die Kontrolle über die INA abgegeben. Wie es dazu gekommen sei, müsse ermittelt werden. Die MOL verkauft gerade das Gasgeschäft der INA, was angeblich Teil des Vertrages sei. Außerdem wird MOL´s Anteil von der russischen Surgutneftegas angegriffen, die das Kroatien-Paket der Ungarn gerne gegen ihre MOL-Anteile, die sie wiederum von der OMV erwarben, tauschen möchten.
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Attacke auf slowakisches Kulturinstitut in Budapest
09.12.2009 · Nachrichten
Attacke auf slowakisches Kulturinstitut in Budapest
Das Gebäude des Kulturinstitutes der Slowakei in Ungarn ist am Montag einer Attacke anheim gefallen. Die Polizei klassifizierte den Angriff als „Vandalismus“, allerdings dürfen durchaus nationalistische Hintergründe dafür angenommen werden. In der Nacht zum Montag wurden an dem Gebäude in der Budapester Innenstadt sämtlche Fenster eingeschlagen. Der ungarische Außenminister Péter Balázs verurteilte eilig von Brüssel aus diese Tat. Die Polizei stellte fest, dass dies bereits der dritte Vorfall gleicher Art seit dem Sommer diesen Jahres ist. Die slowakische Seite meinte etwas spitz, dass man immer noch bereit sei, „solche Attacken als Vandalismus anzusehen, auch wenn die steigende Frequenz beängstigend“ sei. Man vertraue der ungarischen Regierung, dass sie ihr bestes tun wird, die Angelegenheit aufzuklären.
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esetzesrahmen für Weltkulturerbe
09.12.2009 · Kultur
Gesetzesrahmen für ungarisches Weltkulturerbe
Ungarns Regierung bringt in dieser Woche ein Gesetz zum Umgang und zur Entwicklung der Weltkulturerbestätten des Landes auf den Weg. Die Vorlage soll verschiedene Regelwerke und Einschränkungen aus diversen Rechtsfeldern verständlich zusammenfassen und so einen klaren Rahmen für Nutzung, Veräußerung bzw. deren Verbot, Renovierung und Umfeldentwicklung, inkl. Finanzierung schaffen. Zu den ungarischen Kulturstätten, die auf der UNESCO-Liste des Welkulturerbes verzeichnet sind, gehören: das Budaer Donauufer, das Burgviertel, der Andrássy-Boulevard und seine Umgebung (alle Budapest, weiterhin, das „Osterdorf“ Hollókö in Nordungarn, die Höhlen von Aggtelek (gemeinsam mit der Slowakei), die Benediktiner Abtei von Pannonhalma unweit von Györ, der Hortobágy Nationalpark im Osten, die Christenhöhlen aus dem vierten Jahrhundert in Pécs, der Neusiedlersee, ung. Fertö tó (zusammen mit Österreich) sowie die Weinregion Tokai im Nordwesten. In Kooperation mit
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BKV-Airport-Skandal in Ungarn weitet sich aus
10.12.2009 · Nachrichten
Nach den Verhaftungen der Direktoren der Rechtsabteilungen von Flughafen Budapest (BA) und den Städtischen Verkehrsbetrieben von Budapest (BKV), werden langsam mehr Details über die Affäre bekannt. Die Polizei und das Nationale Ermittlungsamt verdächtigen drei Rechtsanwaltskanzleien, darunter in Budapest namhafte Vertreter ihrer Zunft, von der BKV Zahlungen in Höhe von mindestens 30 Millionen Forint (ca. 110.000.-) EUR überwiesen und angenommen zu haben, ohne dass dafür eine entsprechende Leistung erbracht worden ist oder ein nachvollziehbarer Auftrag vorliegt. Nach Aussagen der Ermittler haben die beschuldigten Rechtsdirektoren dafür von den Anwaltsfirmen entsprechende „Provisionen“ erhalten. Eine der beschuldigten Anwaltskanzleien dementierte bereits auffallend heftig.
Außer den beiden „Legal directors“ wurden noch drei weitere Mitarbeiter von BKV bzw. Airport verhaftet. Polizeilich gesucht wird auch der IT-Chef der Budapester Verkehrsbetriebe, Zsolt Fuzik, der sich vermutlich nach Österreich abgesetzt hat, meldet die Tageszeitung Népszava. Für die nächsten Tage wird ein europaweiter Haftbefehl gegen ihn erwartet, die BKV hat ihn bereits entlassen.
Betrug, Bestechung, Unterschlagung
Polizei Budapest zur Verhaftung von Direktoren der Verkehrsbetriebe und des Flughafens
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Staatliche ungarische Entwicklungsbank will Geschäftsbank werden
10.12.2009 · Wirtschaft
Staatliche ungarische Entwicklungsbank will Geschäftsbank werden
Der Vorstandsvorsitzende der Ungarischen Entwicklungsbank (MFB) forderte in einem Interview, die Erweiterung der staatlich kontrollierten Finanzierungseinrichtung hin zu einer kommerziellen Bank, mit eigenem Filalnetz und allen Möglichkeiten, wie sie auch private Institute habe. Die Bedeutung der MFB sei in der Krise derart gewachsen, dass die Bank nur noch so ihre Aufgaben wirklich verantwortlich wahrnehmen kann.
Vorstandschef János Erős rechnete in dem Beitrag inder Wochenzeitung Heti Válasz vor, dass die MFB wöchentlich Kredite in Höhe von bis zu 1,5 Milliarden Forint (ca. 5,5 Mio EUR), überwiegend an kleine und mittelständische Unternehmen ausreicht und damit immer mehr eine Aufgabe übernommen hat, die vor der Krise bei den normalen Geschäftsbanken lag. Die MFB halte bei der KMU-Finanzierung bereits einen Marktanteil von 12% und im ersten Halbjahr waren 6,5% aller inländischen Investitionen auf Finanzierungen der MFB zurückzuführen. Erős erwartet, dass dieser Anteil weiter wachsen wird. „Es wäre daher nur praktisch und logisch eine eigene Geschäftsbank und ein Filialnetz aufzubauen.“ Bisher könne die Bank nämlich Kredite nur über die jeweiligen Hausbanken abwickeln, was die Abläufe verlangsamt und die Kredite verteuert.
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