(c) Pester Lloyd / 8 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Chinesen übernehmen Borsodchem
26.02.2010 · Wirtschaft
Die chinesische Wanhua Industrial Group, die einen großen Teil der mittelfristigen Verbindlichkeiten des ungarischen Chemieunternehmens Borsodchem erworben hat, wird dem Unternehmen rund 140 Millionen EUR zur Verfügung stellen und dafür Aktienoptionen einlösen, sprich, sich direkt am Unternehmen beteiligen. Sie übernimmt damit innerhalb von zwei Jahren die Anteile der Finanzinvestoren Permira und Vienna Capital Partners, die 2006 die Mehrheit an Borsodchem auf gleiche Weise für rund 200 Mio EUR erworben haben.
Vor allem Permira war offenbar nicht mehr in der Lage oder gewillt, weiteres notwendiges Kapital zur Erfüllung der finanziellen Verpflichtungen der Borsodchem und für notwendige Investitionen zur Verfügung zu stellen, im Gegenteil, Experten erhoben den Vorwurf an die Permira, Borsodchem durch indirekten Kapitalabfluss finanziell geschwächt zu haben. Zwischenzeitlich bemühte man sich auch um einen Staatskredit. Das Engagement von Wanhua wurde von anfang an als feindlicher Übernahmeversuch gewertet, der ehemalige BASF-Manager Wolfgang Büchele, Vorstandschef von Borsodchem, warnte vor einer Abwanderung von Technologie und Know how an die Chinesen.
Nun steckt Wanhua zuerst 30 Millionen in Borsodchem, nach Abschluss des Deals weitere 110 Millionen in das Unternehmen. Weitere Details, z.B. eine Direktzahlung an die bisherigen Eigentümer, wurden nicht bekannt. Die Banken und Gläubiger der Borsodchem müssen dem Deal noch zustimmen. Wenn das Geld da ist, will Borsodchem endlich ein seit langem Im Bau befindliches neues Werk fertigstellen, dass 2011 die Produktion aufnehmen soll.
Geldwäsche-Gesetz in Slowakei gescheitert
26.02.2010 · Wirtschaft
Geldwäsche-Gesetz in Slowakei vorerst gescheitert
Ein Gesetz über den Nachweis der Quellen für Eigentum über 500.000 EUR ist vorerst gescheitert. Die dafür notwendige Verfassungsnovelle wurde im Verfassungsrechtlichen Ausschuss des Nationalrats abgelehnt. Die Vorlage geht direkt auf eine Initiative des Ministerpräsidenten Robert Fico zurück, der die Herkunft von Eigentum mit einem Wert von über 500.000 EUR ermitteln lassen will. Jeder, der nicht offenlegen kann, woher das Geld für den Erwerb von Häusern, Liegenschaften und anderen Werten bis 1990 stammt, muss dann mit einem Strafverfahren rechnen. Nach Ansicht des Premiers sei es Aufgabe der Staatsorgane, sicherzustellen, dass Eigentum nicht auf rechtswidrigem Weg erworben wurde. Was auf den ersten Blick nach einer Initiative gegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung aussieht, hat aber auch einen wahltaktischen Hintergrund. Im September sind in der Slowakei Parlamentswahlen.
Starker Rückgang bei Investitionen in Ungarn
26.02.2010 · Wirtschaft
Auch wenn sich viele ungarische Wirtschaftsdaten in den letzten Monaten halbwegs konsolidieren konnten, eine für die Zukunft sehr wichtige Kennziffer meldet weiterhin ein starkes Minus. Ausgerechnet die für das zukünftige Wachstum so wichtigen Investitionen sanken im vierten Quartal 2009 nochmals um 11% gegenüber dem vierten Quartal 2008, obwohl dieses bereits ein krisenbedingt schwaches war. Im Gesamtjahr gingen die Investitionen in Ungarn um 8,6% zurück, seit acht Quartalen in Folge nehmen sie mittlerweile ab, während sie zuvor zehn Jahre zulegten. Der Rückgang im letzten Quartal war dabei der stärkste. Am stärksten sind die Rückläufe im Maschinen- und Fahrzeugbau mit 15,5% im Quartal und 14% im Jahr.
Neonazi-Demo in Budapest wurde abgesagt
26.02.2010 · Nachrichten
Die für den 6. März angesetzte Neonazi-Demo am Budapester Heldenplatz wurde von seiten der Veranstalter abgesagt. Die zuerst durch die Behörden verbotene Demo zum „Tag der Ehre“, dem selbstzerstörerischen Ausbruchsversuch von ungarischen und deutschen SS-Truppen und anderen Einheiten aus der Budaer Burg im Februar 1945, wurde später von einem Gericht genehmigt. Die Organisatoren retteten sich durch eine Parteigründung unter den besonderen Schutz des Versammlungsrechtes wärend des Wahlkampfes. Die jetzige Absage kommt überraschend, die Organisatoren beklagen sich, dass die Behörden gegen sie gearbeitet hätten und bezichtigten Ministerpräsident Gordon Bajnai persönlich, im Hintergrund die Fäden gezogen zu haben. Beobachter machen aber eine mangelnde Mobilisierung der Anhänger vor allem in Westeuropa für die Absage verantwortlich. Zu den Veranstaltern gehörten ursprünglich, neben den üblichenNeonazigruppen, auch Gruppen, die mit der verbotenen „Ungarischen Garde“ der rechtsextremen Partei Jobbik, in Verbindung gebracht werden. Jobbik wird bei den Parlamentswahlen im April ein ERgebnis von um die 15% vorhergesagt.
Warnstreik bei Bahn und Nahverkehr in Tschechien
26.02.2010 · Wirtschaft
Warnstreik bei Bahn und Nahverkehr in Tschechien
Die tschechischen Transportgewerkschaften haben für Montag, 1. März, einen mehrstündigen Streik angekündigt. Betroffen ist der landesweite Bahnverkehr sowie der öffentliche Personennahverkehr in Prag und anderen Großstädten. Weitere Streiks schließen Arbeitnehmervertreter nicht aus, sie protestieren mit ihrer Arbeitskampfmaßnahme gegen die Versteuerung von Jahresprämien und Gutscheinen für Sonderleistungen, die seit Anfang des Jahres in Kraft ist. Interessant dabei ist, dass auch verschiedene Arbeitgeberverbände die Rückkehr zur alten Regelung fordern, weil sie befürchten, dass die Gehaltsforderungen bei den nächsten Lohnrunden erhöht werden könnten.
Fahrplanabfrage bei den Tschechischen Bahnen
http://jizdnirady.idnes.cz/vlakyautobusy/spojeni/
Gewinneinbruch bei Magyar Telekom
26.02.2010 · Wirtschaft
Gewinnrückgang bei Magyar Telekom
Die ungarische Tochter der Deutschen Telekom, Magyar Telekom konnte 2009 die Kosten nicht so stark senken wie die Umsätze fielen, daher ging der Vorsteuergewinn um 16,5% auf 77,6 Mrd. Forint (entspricht ca. 287 Mio EUR) zurück. Der Gewinn pro Aktie betrug damit 74,5 Forint. Der Jahresumsatz 2009 liegt bei 644 Mrd. Forint (ca. 2,38 Mrd. EUR), ein Minus von 4,3%, die Betriebskosten konnte man um 2,7% auf 490 Mrd. Forint senken, damit ging das operative Ergebnis um 9,3% auf 147 Mrd. Forint zurück, die Finanzkosten stiegen um 8,3% auf 32,8 Mrd.
Die Festnetzsparte verlor 2009 8.6% und erbracht enoch 274 Mrd. Forint Umsatz, wobei die Einnahmen aus privaten Telefongesprächen sogar um 15,2% wegbrachen. Mobiltelephonie sank um 1,7% auf 326 Mrd., Systemdienste und IT-Serivces steigen um 6,1%. Auf das Ergebnis wirkten sich auch die erheblichen Kosten für eine interne Ermittlung über Unregelmäßigkeiten bei Auslandstöchtern auf dem Balkan aus. Allein die Recherchen und Utnersuchungen kosteten das Unternehmen rund 6,4 Milliarden Forint (23,6 Mio EUR). Diese Kosten seien aber notwendig gewesen, um teure rechtliche Weiterungen vermeiden zu können. Der diesjährige Umsatzrückgang könnte sich für Magyar Telekom 2010 sogar verstärkt fortsetzen, Vorstandschef Cristohper Mattheisen (Foto) erwartet bei Umsatz und Gewinn selbst ein Minus von 5-7%.
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