(c) Pester Lloyd / 04 – 2017 NACHRICHTEN& 23.01.2017
nbsp; 23.01.2017
Eine politisch prägende Person der ungarischen Nachwendezeit, der frühere Vorsitzende der Partei der Kleinlandwirte, FKGP, József Torgyán, starb am Wochenende im Alter von 84 Jahren. Der 1932 in Mátészalka geborene Jurist praktizierte bis 1990 als Rechtsanwalt und gehörte den Kleinlandwirten bereits zu Zeiten des Aufstandes 1956 an, wo sie Repressionen ausgesetzt waren, um später gleichgeschaltet zu werden.
Torgyán gehörte zu den führenden Figuren dieser nach dem Krieg konservativ-ländlichen, später zunehmend radikal-nationalistischen Partei in der Wendedzeit, die er – mit Pausen – bis 2002 führte. In der ersten Orbán-Regierung war Torgyán von 1998 bis 2001 Minister für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, seine Partei ein Machtfaktor. Torgyán schlug immer wieder antisemitische, revanchistische, rechtsradikale Töne an.
2000 wurde er – mit Fidesz-Unterstützung – für den Posten des Staatspräsidenten nominiert, was er aber ablehnte, weil er sich von Fidesz instrumentalisiert sah, die Torgyán auf dem repräsentativen Posten kalt stellen wollte. Die Partei wurde von Fidesz in Folge, unter Anwendung fragwürdiger Methoden aufgesaugt – wie viele weitere Parteien im konservativen Spektrum auch -, 2007 scheiterte Torgyán mit einer Partei-Neugründung und zog sich ins Privatleben zurück.
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