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Nationaler Gedenktag für die Märtyrer von 1848/49 in Ungarn

(c) Pester Lloyd / 40 – 2011 POLITIK 07.10.2011

Die Flaggen vor dem ungarischen Parlament standen am Donnerstag, 6. Oktober, auf Halbmast, in Gedenken an die Freiheitskämpfer der Revolution von 1848/49. Nach der Niederschlagung des Aufstandes wurden der damalige Premier Ungarns, Lajos Batthyany, sowie 13 Generäle der Revolutionsarmee in der, jetzt in Rumänien liegenden, Stadt Arad hingerichtet

Vor dem Parlament sprachen Premierminister Pál Schmitt und der Parlamentspräsident László Kövér, vor dem Mausoleum Batthyanys wurden Kränze niedergelegt und Staatssekretär Miklós Soltész besuchte im Namen Ungarns die Stadt Arad für eine Gedenkfeier. Sowohl in Ungarn, als auch der Slowakei, Serbien, Rumänien und der Ukraine gedachten die Auslandsungarn seit Einführung des Gedenktages 2001 der kurzzeitig geglückten Befreiung Ungarns vom Hause Habsburg und den geschätzten 2000 Todesopfern der unmittelbaren Kämpfe. Die Regierung unter Orbán sieht sich, im Sinne der damaligen Revolution, heute als Schild gegen angebliche internationale Opressionen, vor allem der der Finanzmärkte. Premier Orbán sieht sich auch in seinem Kampf gegen den „Kommunismus“ (O-Ton: Ausmerzung) in einer Kontinuität mit den Freiheitskämpfern von damals, zumal auch Truppen des zaristischen Russland an der Niederschlagung der Revolution beteiligt waren. Im Gegensatz dazu werden bürgerliche Freiheiten, für die die Revolutionäre damals auch kämpften, stetig ausgehöhlt. Beim Nationalfeiertag des 15. März wurde ein Gedicht des Revolutionshelden und Nationaldichters Petöfi, der bei den Revolutionskämpfen starb, auf einer offiziellen Feier rezitiert, gekürzt um eine Passage zur Meinungsfreiheit.

Ungarn hat, neben drei Nationalfeiertagen (davon einer ebenfalls für diese Revolution), noch zwei weitere, von dieser Regierung eingeführte, offizielle Gedenktage, einen bezüglich des Friedensdikats von Trianon, einer für eine erfolgreiche Schlacht bei Belgrad gegen die Osmanen im 15. Jahrhundert.

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