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Neuwagenmarkt Ungarn 2009

(c) Pester Lloyd / 25 – 2009 WIRTSCHAFT 17.06.2009

Neuzulassungen im Mai: Slowakei +46%, Ungarn -66%

Europas Neuwagenmarkt ist eigentlich gar kein Markt mehr, sondern ein Lazarett, in dem in der einen Ecke Schwerkranke liegen, während in der anderen ebenso kranke Patienten eine letzte Party dank staatlich verordneter Aufputschmittel feiern. Ihnen steht der Zusammenbruch noch bevor.

Im Mai ist im Jahresvergleich die Zahl der neu zugelassenen Autos in Ungarn um 66% gesunken. Europaweit ist der Neuwagenmarkt zwar auch bereits im 13. Monat in Folge rückläufig, der Rückgang zum Mai 2008 betrug aber nur noch rund 5%. In den ersten fünf Monaten 2009 waren es -14% zum Vorjahreszeitraum europaweit, in Ungarn -50%. Insgesamt noch 4.496 Neuwagen, so meldet es der Verband der ungarischen Autohändler und -importeure, fanden im Mai einen neuen Besitzer. In Ungarn kann man die Neuzulassungen einzelner Marken also bald an zwei Händen abzählen. Europaweit ist der „Markt“ strikt in Länder mit und ohne „Umweltprämie“ aufgeteilt. In Deutschland legten die Neuzulassungen um fast 40% zu, ausschließlich dank der großzügigen, aber öklogisch wie langfristig sinnlosen Verschrottungsprämie, mit der sich die Regierungen etwas vorgaukeln, was keinen Bestand haben kann. Auch Frankreich, +11,8%, Griechenland, +5,1% und Österreich, +4,8% profitierten mehr oder weniger von den Subventionen aus ihren Steuerkassen. In Großbritannien und Spanien gingen die Zulassungen um 24,8% bzw. 38,7% zurück, ähnliche, wenn auch viel bescheidenere Prämien wurden da gerade erst aufgelegt und konnten noch keine statistisch messbare Wirkung erzeugen.

Bei den neuen (östlichen) EU-Mitgliedern gingen im Mai 2009 die Neuzulassungen im Schnitt um 26% zum Mai 2008 zurück, Tschechien und die Slowakei waren mit +20 bzw. +46% die alimentierten Ausnahmen. Ansonsten schwanken die Rückgänge in Osteuropa von -3,1% in Polen, über die schon erwähnten -66% in Ungarn bis hin zu mortalen -80,4% in Lettland.

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