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Österreichs Bauern kämpfen verlustreich um die Märkte in Osteuropa

(c) Pester Lloyd / 02 – 2010 WIRTSCHAFT 16.01.2010

Österreichische Bauern konnten ihre Lebensmittel-Exporte 2009 stark erhöhen, doch leider nur der Menge nach, denn die Preise sackten in den Keller. So wurden 2009 um fast 50% mehr Agrarprodukte in die EU12-Staaten exportiert, der Erlös dafür sank allerdings um 7,5%. Die Ausfuhren betrugen EUR 1,3 Mrd., die Importe von dort rund EUR 1 Mrd. Vor allem die osteuropäischen Märkte sind sehr schwankend.

Lediglich bei Gemüse konnte man neben der Menge (+36%) auch den Wert (+20,7%) steigern. Bei den Importen aus Osteuropa legten vor allem Polen und Tschechien mit Milchprodukten und Functional Food zu. Slowenien ist weiterhin der wichtigste Partner unter den neuen EU-Staaten, Slowenien hat 2009 Waren im Wert von rund EUR 290 Mio. aus Österreich bezogen, überwiegend Fleisch, Fleischzubereitungen und Milchprodukte. Zwar lag der Exportwert damit 5% unter dem von 2008, das Land wird damit aber wieder zum wichtigsten Agrarhandelspartner Österreichs im Osten.

Mit dem AMA-Gütesiegel setzen die Werbestrategen der Land- und Nahrungsmittelwirtschaft vor allem auf die Qualitätsführerschaft in der Region. Ungarn rutschte mit einem Warenwert von EUR 285 Mio. auf den zweiten Platz, obwohl dorthin um 12% mehr Fleisch und 13% mehr zubereitetes Fleisch abgesetzt wurden. Bei Milch hingegen kam es zu einem Einbruch von 35%. Tschechien auf Rang 3 bezog um 51% mehr Obst, aber um 28% weniger österreichischen Käse, während davon um 19% mehr in die Slowakei geliefert wurde. Polen wiederum orderte im Segment Fleischzubereitung auf sehr niedrigem Niveau um 69% mehr als 2008, obwohl ansonsten die Warenflüsse eher eingefroren sind. Rumänien ist mit heimischem Fleisch im Wert von EUR 61 Mio. zum drittgrößten Abnehmer Österreichs aufgestiegen.

„Die Mengensteigerung als Zeichen der Kundentreue ist für die österreichischen Bauern zwar erfreulich, doch das Preisniveau bewegt sich auf eine Ebene zu, die für die Produzenten dramatisch ist“, merkte Franz Stefan Hautzinger, Verwaltungsratsvorsitzender der AMA und bäuerlicher Interessenvertreter des Burgenlandes, zu den Zahlen an. Irgendwann werde die „Schmerzgrenze“ erreicht, wo es den Landwirten nicht mehr möglich sein werde, mit ihren Produkten Erlöse zu lukrieren.

Zum Thema: Keine neuen Biobauern in Österreich?

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