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Parlament in Ungarn ist sich sicher: Jobbik-Mann ist ein Spion für Russland

(c) Pester Lloyd / 21 – 2014 NACHRICHTEN 20.05.2014

Parlament in Ungarn ist sich sicher: Jobbik-Mann war Spion für Russland Das am Montag tagende Parlamentskomitee für die "nationale Sicherheit" ist überzeugt davon, dass der Europaabgeordnete der Jobbik, Béla Kovács, für "Russland gegen die EU spioniert habe", sind sich – erstmals seit vier Jahren – die Vertreter von Regierungspartei, Sozialisten und Grüne, also Fidesz, MSZP und LMP einig. Den Parlamentariern berichteten Experten des Geheimdienstes, des Innenministeriums und der Generalstaatsanwaltschaft, die "Details wurden aber für 30 Jahre als Staatsgeheimnis" eingestuft

Warum dies geschah, ist nicht nachvollziehbar, schließlich handelte es sich – auch laut Einschätzung von Premier Orbán im Staatsfernsehen – um einen kriminellen Akt, eine Offenlegung der Details hätte die neonazistischen Jobbik der Argumente für ihre jetzt eingenommene Opferpose beraubt. Jobbik-Chef Vona nämlich behauptet, dass alles nur eine Eifersuchts-Kampagne Orbáns sei, der angesichts des guten Abschneidens der „einzigen Partei, die wirklich ungarische Interessen vertritt“ (Vona) und im Vorfeld der Europawahl nun zum Sturm auf ranghohe Mitglieder und Kandidaten geblasen habe.

Der Komitee-Vize vom Fidesz bestätigte, dass es „Beweise“ in Wort, Ton und Bild gegen Kovács gebe, die belegten, dass Kovács „konspirative Kontakte zum russischen Geheimdienst aufgenommen und gepflegt“ habe. Sein MSZP-Kollege, der Ausschussvorsitzende Zsolt Molnár bestätigt, dass es „nachgewiesen“ sei, dass „Kovács in russischem Auftrag die EU beeinflussen sollte“. Der Fall wird nun weiter von der Staatsanwaltschaft bearbeitet, das EU-Parlament muss noch über die Aufhebung der parlamentarischen Immunität Kovács befinden, bevor Anklage erhoben und evtl. Zwangsmaßnahmen eingeleitet werden können. Kovács (auf dem Foto auf dem Weg in die Sitzung, MTI) selbst übrigens verweigerte weitergehende Aussagen, bestritt erneut jeden Spionagevorwurf und verließ den Ausschuss noch vor der Anhörung der Behördenvertreter. Die ganze Story hier: Der Spion, der aus der Puszta kam…

Kleiner Hinweis an die Kollegen der „Tiroler Tageszeitung online“: Die Betitelung von Kovács als „IM Piroschka“ war ein Witz unsererseits. Bitte beim honorarfreien Abschreiben unserer Texte wenigstens etwas mitdenken! Danke.

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