(c) Pester Lloyd / 09 – 2012 NACHRICHTEN 01.03.2012
in Ungarn Laut einem Bericht der parlamentarischen Untersuchungskommission zur Giftschlammkatastrophe vom Oktober 2010, sind die Besitzer der Aluminiumfabrik in der Nähe der westungarischen Stadt Kolontár hauptverantwortlich für das Desaster. Bei der Katastrophe war ein Damm des Rotschlammbeckens in der Umgebung von Kolontár in Westungarn gebrochen. Der giftige Schlamm verwüstete die Gegend, tötete zehn und verletzte mehr als 300 Menschen. Der Pester Lloyd berichtete ausführlich über das Desaster, hier die Chronologie
Lajos Kepli, Abgeordneter der neofaschistischen Jobbik, nannte die vielen Versäumnisse absurd, so wurde der Schlamm nicht als gefährlich eingestuft und die Statik des Dammes war nicht geprüft worden. Außerdem warf er den Vorgängerregierungen vor, dass sie EU-Direktiven nicht umgesetzt hätten, die das Unheil hätten verhindern können. Dass von einem Mitglied der Europafeinde von Jobbik zu hören, war bemerkenswert, allerdings müssen wir ihn korrigeren, diente das geborstene Rotschlammbecken der EU doch als Vorlage für eine best avaiable technology (BAT)-Studie, wie unsere Dokumentation belegt .
Die Klärung der Schuldfrage ist derzeit bei den Gerichten anhängig, die sich jedoch durch ständige Vertagung sträuben, ein Urteil zu fällen. 15 Verantwortliche werden als Beschuldigte geführt . An einem Urteil hängen auch etliche Zivil- und Entschädigungsklagen von Betroffenen. Angeblich fehlen die entsprechenden Fachauskünfte. Die Betreiber machen das Wetter und andere äußere Umstände verantwortlich und sprechen noch immer von einer „bedauerlichen Naturkatastrophe“. Das vorschnell getroffene Urteil der Regierungsseite über die Schuldfrage scheint zwar naheliegend, hat aber mit einer verantwortungsvollen und rechtsstaatlichen Aufarbeitung nichts zu tun. Die MAL-Besitzer passen als dubiose Privatisierungsgewinnler bestens ins Bild des ideologischen Kampfes in Ungarn. red.
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