(c) Pester Lloyd / 40 – 2010 NACHRICHTEN 05.10.2010
Ungarische „Eier-Lobby“ läuft Sturm gegen EU-Normen
Die ungarische Geflügelzüchterlobby macht allmählich Stimmung gegen das Legebatterien-Verbot der EU, das ab 2012 auch in Ungarn schlagend wird. Mit den üblichen Argumenten der Existenzvernichtung für Kleinbauern, die in Ungarn für 45% der Eierproduktion stehen, wird die weniger tierquälerische Kolonien- bzw. -bodenhaltung für undurchsetzbar erklärt.
Der Verband der „Ungarischen Eierproduzenten“ berechnete am gestrigen „Welt-Eier-Tag“ (!), dass auf die ungarischen Produzenten Investitionen von bis zu 22 Milliarden Forint (ca. 80 Mio EUR) zukommen sollen, damit diese ihre Produktion und die Nachwuchsaufzucht auf EU-Normen umstellen. Das könne sich kaum einer, vor allem keiner der Kleinproduzenten, leisten. Schon jetzt sei die Zahl der Legehennen von knapp 3,5 Millionen auf 2,27 Millionen seit 2004 zurückgegangen, was dazu geführt hat, dass Ungarn bereits 200 Millionen Eier jährlich importieren muss, um seinen Bedarf von ca. 2,4 Mrd. Stück pro Jahr, bzw. 270 Eier pro kopf zu decken.
Der Verbandspräsident befürchtet, dass die EU-Regelungen einen weiteren Rückgang um bis zu 1 Millionen Legehennen nach sich ziehen könnte. Er erwähnt jedoch nicht, dass Ungarn bereits seit über sieben Jahren über die kommende Umstellung informiert war und die meisten Eierproduzenten nicht wegen EU-Vorgaben aufgeben mussten, sondern weil viele Großhandelsketten Preisdiktate durchsetzten, die nur noch größere Betriebe, nicht wenige sprechen von einer Agrarmafia, gewinnbringend bedienen können. Ethische Argumente spielen in der herkömmlichen Landwirtschaft in Ungarn weder für Mensch noch für Tier eine Rolle, wie das Beispiel der Gänsestopfleber besonders krass beweist:
Der Gänsestopfleber aus Ungarn konnte die Krise nichts anhaben
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