(c) Pester Lloyd / 44 – 2010 NACHRICHTEN 05.11.2010
Ungarn: Warten auf die nächste Giftschlammflut
Die mit der „Beobachtung“ der Giftschlammbecken am Aluwerk in Ajka beschäftigten Experten erwarten in Bälde eine weitere „signifkante Bewegung“ im Mauerwerk des Beckens, das noch „weitere Millionen Kubikmeter an Rotschlamm“ fasst. Das Direktorat des Nationalen Katastrophenmanagements arbeitet derzeit an einer „zweiten Verteidigungslinie“ gegen eine erwartete neue Giftschlammwelle. Bereits vor Wochen wurde ein über 500 Meter langer und bis zu acht Meter hoher Schutzwall errichtet, der ein erneutes Überfluten der stark ätzenden Brühe auf bewohntes Gebiet in Kolontár verhindern und die Massen in Richtung des biologisch bereits toten Flusses Marcal leiten soll. Bereits eine Woche nach dem Unglück sprach der Umweltstaatssekretär Zoltán Illés davon, dass ein weiterer Beckenbruch nur eine Frage der Zeit ist. Bahnverkehr rund um Devecser normalisiert sich
Am heutigen Freitag nahm, genau ein Monat nach der Giftschlammkatastrophe, wieder der erste Zug Kurs auf den Bahnhof von Devecser. Die Schlammwelle zerstörte neben Menschenleben und Natur auch Gleise und Brücken. Allerdings muss die Eisenbahn an manchen Stellen wegen des frischen Schienenbettes noch mit reduzierter Geschwindigkeit fahren. Die Staatsbahn MÁV berechnet die unmittelbaren Schäden mit ca. 500 Mio Forint, ca. 1,8 Mio EUR. Auch die Linie Budapest–Székesfehérvár-Szombathely wird ab Freitagmittag wieder nach normalem Plan betrieben.
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